KohlekraftwerkUran ist das einzige Material auf der Erde, bei dem sich die Atomkerne, also die kleinsten Bestandteile, noch weiter aufspalten lassen. Das geschieht im Atomkraftwerk in einer geplanten Kettenreaktion, ähnlich wie beim Umstoßen von Dominosteinen. Bei jeder einzelnen Kernspaltung des Materials entsteht sehr viel Energie.

Was beim Kohlekraftwerk der Kessel ist, ist bei einem Atomkraftwerk der Kernreaktor. Dort wird die Kettenreaktion angestoßen und die Brennstäbe erhitzen sich. Sie bleiben etwa 3 Jahre lang im Einsatz, bis sie „abgebrannt“ sind. Genau wie beim Kohlekraftwerk erhitzen sie Wasser (oder auch eine andere Flüssigkeit) und mit dem entstehenden Dampf wird eine Turbine angetrieben.

Was ist so gefährlich an Atomkraftwerken?

Warnschild: Radioaktiv!Uran ist kein normales Metall wie Eisen oder Gold. Uran ist giftig und radioaktiv. Bei der Erzeugung von Strom in einem Atomkraftwerk entstehen verschiedene Abfallprodukte, die man auch „Atommüll“ nennt. Manche der Stoffe, die bei der Kernspaltung entstehen, strahlen noch viel mehr Radioaktivität aus als das ursprüngliche Uran.

Wenn Menschen mit diesen Stoffen in Kontakt kommen, können sie schwer krank werden und sterben. Deshalb kann man Atommüll nicht einfach verbrennen oder irgendwo aufbewahren. Man muss dafür sorgen, dass er sicher aufbewahrt wird und zwar über eine sehr lange Zeit, denn Atommüll strahlt über viele tausend Jahre.

Atomkraftgegner demonstrierenNoch viel gefährlicher ist es, wenn es in einem Atomkraftwerk zu einem Unfall kommt. Solche Unfälle können immer passieren: Ein Kühlsystem geht kaputt, der Strom fällt aus oder es kommt zu einem Überdruck in den Leitungen. Atomkraftwerke werden so sicher gebaut, dass mehrfach dafür gesorgt ist, dass keine Radioaktivität nach außen dringt. Sie müssen einem GAU, dem größten anzunehmenden Unfall, standhalten können.

Leider kommt es dennoch manchmal zu einem SuperGAU, bei dem die Lage nicht mehr unter Kontrolle ist, so wie jetzt in Japan: Alle Notsysteme fallen aus, die Brennstäbe werden nicht mehr gekühlt, und es kommt zu einer Kernschmelze: Die radioaktiven Brennstäbe schmelzen, der Kernreaktor erhitzt sich und wird beschädigt. Radioaktive Substanzen gelangen in die Luft oder in den Boden und verseuchen  das Grundwasser.

Ruine eines SchwimmbadesRegentropfenIn der Luft werden sie vom Wind weitergetragen und können als radioaktiver Niederschlag (auch „Fallout“ genannt) weiter entfernte Gebiete verseuchen. Ein SuperGAU ist eine Katastrophe für Land und Leute, denn die Umgebung des Kraftwerks ist für Jahrtausende verpestet.
So ist beispielsweise die Umgebung des AKWs Tschernobyl, bei dem es 1986 zu einem SuperGAU kam, noch für Jahrhunderte unbewohnbar.