Elfried („Eli“), der Rüsselkäfer

Bilderrahmen mit RüsselkäferDer winzige Eli ist fest davon überzeugt, dass sein Ururururgroßvater ein Elefant gewesen sein muss. Warum? Weil er als Rüsselkäfer tatsächlich auch einen langen Rüssel hat.

Eli guckt nach obenUnd wie es der Zufall so will, ist Elfried neugierig wie Nachbars Lumpi. Seinen Wissensdurst stillt er mit dem langen Käfer-Rüssel. Er steckt seine Nase – pardon – seinen Rüssel, wirklich überall hinein. Am liebsten in anderer Leute Angelegenheiten! Er gräbt seinen Rüssel aber auch in Bücher, in Geschichten, Gedichte und alle Beiträge, die ihr in Kidsville so veröffentlicht. Elfried ist die Neugierde in Butter gebraten! Er will einfach alles entdecken!

 

Rüsselkäfer Eli erforscht eine NussElfrieds Leibgericht: Haselnüsse, Walnüsse, Erdnüsse, Paranüsse, Pekanüsse, Cashewnüsse, Erdbeeren

 

 

 

Ein Rüsselkäfer
Ein Rüsselkäfer, stark vergrößert

Pate für Elfried steht der Rüsselkäfer

Rund 46.000 Arten auf der Welt gehören der Familie der Rüsselkäfer an. Etwa 900 davon finden wir in Mitteleuropa. Damit sind die Rüsselkäfer nicht nur die artenreichste Käferfamilie, sondern sogar die größte Familie überhaupt unter allen Tieren und Tierchen.

Zwei winzig kleine Rüsselkäfer auf einem Blatt in der Hand
Zwei kleine Rüsselkäfer, nur wenige Milimeter groß

Rüsselkäfer sind winzig klein. Man entdeckt sie oft erst beim genauen Hinsehen. Die meisten leben unbemerkt und versteckt von unserer Menschenwelt.

Der Umriss eines Rüsselkäfers mit verlängerter Schnute

Der Kopf des Rüsselkäfers ist nach vorne verlängert, so entsteht ein „Rüssel“. Die Fühler sitzen in der Mitte des Rüssels, die Mundwerkzeuge am Ende des Rüssels.

Rüsselkäfer fressen nur Pflanzen, niemals Tiere oder andere Insekten.

Der Rüsselkäfer ist nicht ohne

Rüsselkäfer Eli erforscht eine NussBei Bauern, Gärtnern und Winzern sind einige Rüsselkäfer-Arten überhaupt nicht beliebt. Dazu gehören zum Beispiel der Fichtenrüssler, der Apfelblütenstecher, der Haselnussbohrer oder der Kornkäfer. Obwohl ihre Namen ganz verschieden sind, gehören sie doch alle zur großen Familie der Rüsselkäfer.

Ein Fichtenrüssler
Fichtenrüssler - Foto: Guido Gerding/Lizenz: CC3

Der Fichtenrüsselkäfer

Besonders Förster mögen den Fichtenrüsselkäfer gar nicht. Kein Wunder, denn der Fichtenrüssler ist ein echter Waldschädling, der junge Nadelbäume niedermachen und zerstören kann. Er gehört mit seiner Größe von 10 bis 13 Millimetern eher zu den großen Rüsselkäfern. Was tut er nun so Schädliches?

Der Fichtenrüsselkäfer knabbert mit Vorliebe an der Rinde von Fichten und Kiefern. Von unten macht er sich an den Stamm und bohrt sich hinein. Wenn dies viele Käfer auf einmal tun, beginnt der Baum zu bluten: Der klebrige Saft der Fichten, das Harz, strömt aus der Rinde. Der Baum muss sterben, weil der Saft nun nicht mehr nach oben fließt und der Baum somit nicht mehr versorgt wird. Die Baumkrone vertrocknet.

Schade, dass so ein niedlicher kleiner Kerl ein Schädling ist, oder?

Apfelblüten, Käfer, Larve und Puppe
Apfelblüte, Käfer, Larve und Puppe

Der Apfelblütenstecher

Wie sein Name schon verrät, bohrt sich der Apfelblütenstecher in Apfelblütenknospen. In die Knospen legt er seine Eier. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, futtern die zarten Blütenblätter. Die so geschädigten Knospen können nicht mehr blühen. Ohne Blüte kann der Baum später auch keine Früchte tragen, und dann gibt es im Herbst keine Äpfel mehr zu ernten.

Der Korn- und der Reiskäfer

Der kleine Kornkäfer ist ein gefürchteter Vorratsschädling. Er fühlt sich in Kornspeichern wohl, denn er mag Korn für sein Leben gern, sei es Roggen, Gerste oder Weizen. Die Käferdame legt ihre Eier in das Korn hinein. Die schlüpfenden Larven futtern munter drauf los und vertilgen die Körner. Der Reiskäfer kommt ursprünglich aus Asien. Er mag neben Korn auch Reis und Nudeln.

Ein Haselnussbohrer
Haselnussbohrer - Foto: Hedwig Storch/Lizenz: CC

HaselnüsseDer Haselnussbohrer

Einen rekordverdächtig langen Rüssel hat der Haselnussbohrer. Der Rüssel des Weibchens ist noch länger als der vom Männchen: Er ist tatsächlich länger als ihr ganzer Körper! Stell dir vor, deine Schnute wäre so lang...!?

Aussehen: Der Käfer ist nur 6 bis 9 Millimeter groß. Der Körper ist mit bräunlich-roten Schuppen bedeckt, ein bisschen so wie kurze Haare. Der lange und dünne Rüssel trägt an der Spitze winzige, beißende Mundwerkzeuge.

Eli guckt nach obenLebensraum: Der Haselnussbohrer lebt mit Vorliebe auf Haselnusssträuchern. Denn es hat seinen Grund, dass der Käfer „Haselnussbohrer“ heißt.

Nahrung und Fressen: Zur Nahrungsaufnahme - also zum Futtern - kann der Käfer seinen Bohrer in wenigen Sekunden in eine noch weiche, unreife Haselnuss hineintreiben. So kann er ein Stück von dem leckeren Nusskern verzehren.

Entwicklung und Vermehrung: Im Mai und Juni sind die Nüsse am Haselnussstrauch noch jung, die Schale ist noch weich. Zu diesem Zeitpunkt sucht sich das Käferweibchen Haselnüsse aus, streckt den Rüssel aus und bohrt sie an. In jede Nuss legt sie ein Ei. Das winzige Bohrloch ist bald nicht mehr zu sehen. Aber in der Nuss schlüpft einige Zeit später eine Larve aus dem Ei. Sie frisst den nahrhaften Nusskern. Im Herbst ist die Larve rund gefuttert.

Die nun taube Nuss fällt vom Baum und die Larve frisst sich durch die Schale. Sie schlüpft durch das Loch aus der Nussschale heraus. Sie krabbelt in die Erde, gräbt sich etwa 15 cm tief ein und überwintert hier.

Im nächsten Jahr im März verpuppt sie sich. In der Puppe verwandelt sich die Larve zum Käfer. Nach der Puppenruhe schlüpfen die kleinen neuen Haselnussbohrer im Mai und der Kreislauf beginnt von Neuem: Die Käfer paaren sich und die Weibchen legen ihre Eier wieder in die jungen Haselnüsse…

Larven des Haselnussbohrers marschieren

Der Eichelbohrer

Ein Eichelbohrer auf einer Frucht
Eichelbohrer - Foto:  Elke Freese/Lizenz: CC3

Ähnlich wie der Haselnussbohrer macht es ein anderer Rüsselkäfer: der Eichelbohrer. Der Eichelbohrer ist nur 5 bis 8 mm klein und lebt in Eichenwäldern oder Parks. Seine Larven entwickeln sich in Eicheln.

Sein übergroßer Rüssel dient dazu, ein Loch in eine junge Eichel zu bohren, um ein Ei darin zu platzieren. Wächst die Eichel, verschließt sich das Loch und von außen ist nicht mehr zu erkennen, dass sich ein Ei darin befindet. Aus dem Ei schlüpft eine Larve. Die Larve ernährt sich vom Eichelkern und irgendwann fällt sie mit ihm zu Boden. Jetzt bohrt sie sich ihren Weg nach draußen und verbuddelt sich im Boden, um sich dort zu verpuppen und zu überwintern. Im Frühjahr beginnt eine neu geschlüpfte Generation von Eichelbohrern den Kreislauf von neuem.

Tipp: Im Herbst kannst du Eicheln sammeln. Halte Ausschau nach einer Eichel mit einem Loch darin. Das könnte ein Eichelbohrer gewesen sein.