Meine Katze und ich

von Bianca, 13 Jahre


 

Meine Katze Mia habe ich zum ersten Mal bei einer Bekannten gesehen. Deren ältere Katze hatte gerade vier Junge bekommen, und eines davon sollte später mir gehören.
Mia, die Jüngste, stach mir gleich ins Auge. Sie hatte braun-schwarz gestreiftes Fell ("getigert") und war richtig neugierig. Sie streifte mir um die Beine und versuchte, an meinen Hosen hochzuklettern, was ich sehr witzig fand.
Ich schaute mir noch die anderen Katzenbabys an, aber ich wusste schon von Anfang an, dass Mia für mich bestimmt war. So fuhr ich also glücklich mit einer niedlichen, kleinen Tigerkatze im Schoß nach Hause.
Das war der Anfang, und es sind viele Stunden, Tage, Wochen, Monate und Jahre vergangen, in denen ich sehr viel Spaß mit meiner Mia hatte. Sie war meine Traumkatze, sie hatte mich lieb und für mich war sie eines der wichtigsten Dinge, die ich im Leben hatte. Sie hat mich so oft glücklich gemacht und ich konnte ihr nie böse sein. Ich hätte sie für kein Geld auf der Welt hergegeben, auch wenn sie "nur" eine Katze war.
Wenn ich spazieren gegangen bin, dann ist Mia fast immer mitgelaufen, wie ein Hund. Aber ich habe sie nicht einmal gerufen, sie ist mir freiwillig hinterhergelaufen. Sie wollte jede Nacht in meinem Zimmer verbringen und den ganzen Tag in meiner Nähe sein.
Wir hatten damals auch solche Softbälle daheim, die sich zusammendrücken lassen. Diese Bällchen hat Mia dann immer zwischen die Zähne genommen und mir zurückgebracht, wenn ich sie geworfen hatte.
Jetzt kommen wir zu der Stelle, die mir am meisten wehtut... vielleicht hast du dich schon gewundert, warum ich diesen Text in der Vergangenheitsformen geschrieben habe. Nun, die Sache ist die: Mia ist tot.

Eines Tages kam sie nicht mehr nach Hause. Wochenlang hab ich alles nach ihr abgesucht, jeden Fleck, den ich in der Nähe kannte. Doch keiner hat sie jemals wiedergesehen.
Ich habe jetzt wieder eine Katze, doch sie ist ganz anders als Mia. Und ich weiß, dass ich so eine Katze wie Mia nie wieder haben werde, weil Mia einmalig war. Es tut so weh, und es ist so verletzend, dass sie gegangen ist. Doch ein Trost ist mir geblieben: Ich habe für sie gesorgt, so gut ich konnte. Ich habe ihr immer gegeben, was sie brauchte und was sie wollte. Sie hatte es nie schlecht und es ging ihr immer gut bei mir.
Leider geht alles vorbei, und leider bleibt nichts, wie es war. Veränderungen gehören im Leben dazu. Manchmal tun sie ganz schön weh, aber man muss lernen, damit umzugehen und klarzukommen.

Der Tag, an dem Mia verschwand, hing wie ein schwerer Vorhang über meinem Leben, und an diesem Tag war die Welt grau und leer.
Doch vielleicht kommt sie ja wieder, meine Mia...

 

 

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