Woodwalkers Fanfiction III (Gefrognapt) Teil 7

von Liesa, 18 Jahre


 

Kapitel 12 – Feline

Ich hatte eine Lösung gefunden.
Die lautete: Ich legte mich halb in die Transportbox und halb davor, sodass Logan nicht die Klappe zumachen konnte und ich vollends eingesperrt wäre, ich aber zusätzlichen Schutz von hinten hatte. Das Problem an der Sache war, dass die Schwelle ziemlich drückte am Bauch.
Aber damit musste ich wohl leben.

„So Kätzchen, dann wollen wir mal.“ Logan. Sich die Hände reibend kam er auf mich zu, zog das Netz weg und kippte und schüttelte die Transportbox, sodass ich nach hinten fiel. Autsch!
Logan machte die Klappe zu, dann trug er mich in die Höhle. Hier war ziemlich schummeriges Licht, aber wie er bei unserem Gespräch im Restaurant so schön angemerkt hatte, konnte ich mit meinen Katzenaugen auch im Dunkeln gut sehen. Bestimmt hatte er da schon alles geplant! Ich fragte mich, was passiert wäre, wenn ich ihm geglaubt hätte. Bestimmt hätte er mich trotzdem eingespannt, aber auf freiwilliger Basis. Und dann?

Plötzlich hörte ich eine Gedankenstimme: 'He du Mistkerl!'
Das musste der entführte Wandler sein! Neugierig hob ich den Kopf. In der Mitte der Höhle stand ein kleiner Tisch mit einem Glas mit schmutzigem braun-grünem Wasser drauf. Und in dem Glas schwamm ein Frosch. Ich konnte ihn kaum erkennen, weil er in dem trüben Wasser gut getarnt war. Das Glas war mit einem Sieb abgedeckt, das halb ins Wasser ragte und mit irgendwelcher komischen Pflanzen-Matsche gefüllt war. Gerade nahm Logan das Gefäß und schüttelte es, bevor er es wieder zurückstellte.
Eigentlich wusste ich ja, dass Logan uns nicht hören konnte, trotzdem war ich sehr vorsichtig und tunnelte meine Gedankenstimme so gut es ging, als ich ihm zuraunte: ‚Hallo! Bist du der Wandler, der von der Clearwater High verschwunden ist?‘
Wer weiß, ob die Verwandlung womöglich doch funktionierte und schon angefangen hatte…

Prompt erhielt ich die Antwort: 'Falls nicht noch wer weg ist, ja. Und du?'
‚Naja, außer mir weiß ich von niemandem‘, dachte ich zurück.
‚Wenigstens etwas.‘
‚Übrigens wie heißt du noch gleich?‘
‚Henry‘, antwortete er. ‚Und du?‘
‚Feline. Das bedeutet übrigens Katze, wusstest du das?‘
‚Lustig. Ich glaube, du bist auch eine, oder?‘
‚Jep.‘
‚Bei mir funktioniert das leider nicht so gut mit dem Namen. Ich bin ein Froschwandler.‘

Unwillkürlich flammte wieder das auf, was wir beim Abendbrot beredet hatten. War da nicht von Froschschenkeln in Zaubertränken die Rede?
Und Henry bekam den Gedanken mit.
‚Gruselig!‘ Er klang erschrocken. ‚Meinst du, der macht das wirklich?‘
‚Ich weiß nicht‘, antwortete ich. ‚Ich hoffe nicht!‘
‚Na, und ich erst!‘
Dann fragte er: ‚Übrigens, wie habt ihr mitbekommen, dass ich verschwunden bin? Du warst ja ganz schön schnell hier…‘
‚Wir saßen gerade beim Abendbrot, als so ein Otterwandler reinkam und gesagt hat, dass du weg bist‘, erzählte ich.
‚Das muss Frankie gewesen sein. Er kennt sich aus, er war auch mal verschwunden‘

Daraufhin schwiegen wir kurz. Dann sagte der Froschwandler: ‚Puh, was ist das denn hier für eine Brühe?‘
‚Ein Zaubertrank?‘
‚Mir kommt es vor wie ein ungepflegter Waldteich. Hier schwimmt sogar eine tote Mücke!‘ Kurze Pause. ‚Ein wilder Frosch hätte die jetzt gefressen.‘
‚Höre ich da etwa Ekel?‘
‚Pf‘, machte Henry, ‚ich bin als Mensch aufgewachsen. Menschen fressen keine Mücken.‘
‚Was meinst du: Wollte Logan dich füttern oder gehört die Mücke zu seinem Plan?‘ Ich erzählte ihm, was ich schon über den Jungen wusste.
‚Tja, keine Ahnung. Aber wenn er eine Schwester hat, die eine Mücke ist… Würde er im Fall des Fütterns nicht eher eine Fliege fangen?‘
‚Vielleicht. Aber Mücken kann man leichter anlocken.‘
Wieder ratloses Schweigen. Logan hatte unterdessen in einer Ecke rumgewerkelt und schien nichts von unserer kleinen Unterhaltung mitbekommen zu haben.
Jetzt drehte er sich um und kam direkt auf mich zu.
Oh, oh!
„So, dann wollen wir uns mal um dich kümmern“, sagte er und machte mit einer Hand die obere Klappe auf. Die andere Hand hielt er hinter dem Rücken verborgen. Ich fragte mich gerade, was er wohl darin verbarg, da zuckte sie auch schon hervor und ich spürte einen kurzen, scharfen Schmerz im Rücken. Hatte dieser Mistkerl mich etwa geschnitten?!?
Vor Schreck war ich völlig erstarrt.
„So ist’s brav“, grinste Logan und ich fühlte, wie er irgendwas an meine Wunde hielt.
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie er wieder aufstand und zurück zum Glas ging. Und eine rote Flüssigkeit in das Sieb schüttete.
Das war wohl doch nicht etwa Blut von mir?
Iiiihhhh, quietschte Henry.
„So, hoffen wir mal, dass das Blut warm genug ist, damit der Trank fertig wird“, sagte Logan. „Keine Sorge, ist gleich fertig!“, versprach er. Na wenigstens etwas.

***
Kapitel 13 – Avary

***

„Okay“, sagte Lissa Clearwater. „Wir sind genug Leute, dass wir ihn überwältigen können. Aber wir müssen die Aufgaben zuteilen, damit es kein Chaos gibt. Also ein paar Schüler halten Logan im Schach, die anderen befreien Henry und Feline. Und den Trank sollten wir auch besser mitnehmen. Wer weiß, was er sich da für ein Gift zusammengebraut hat - und was er davon schon probiert hat!"

Gesagt, getan.

Juanita ging wieder in die Höhle, um die Lage zu checken. Schon wenige Sekunden später hörten wir ihre zarte Stimme in unseren Köpfen: ‚Okay, ihr könnt kommen! Die Luft ist rein! Oh, und ich glaube, er ist gerade kurz davor, den Trank zu trinken!‘

Sofort stürmten wir los.
Ich kam gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie Logan den Trank hastig herunterschlang. Da landete auch schon ein Puma auf ihm drauf. Das Glas zerschellte am Boden, tausende Splitter flogen durch die Luft.
Aber Logan lag am Boden, festgehalten von 70 Kilo Lebendgewicht.

Kurz darauf hörte ich einen freudigen Ausruf, der wohl von dem entführten Frosch stammte: 'Was bin ich froh, dass ihr hier seid!'
Und auch bei Feline herrschte Wiedersehensfreude.
Pauline warf sich ihr sofort entgegen. "Was bin ich froh, dass du noch lebst!"
Feline stubste sie vergnügt an. "Dann lass mich besser auch am leben. Gerettet und vor Freude zerquetscht - wär das keine Schlagzeile?"

 

 
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