Woodwalkers Fanfiction III (Gefrognapt) Teil 6

von Liesa, 18 Jahre


 

Kapitel 10 – Avary

Wild. Das war das erste, was mir zu dieser Aktion einfiel. Verrückt war das zweite.
Ich war immerhin mit unserer Schulleiterin, einem zappeligen rothaarigen Mädchen, das sich mir als Rothörnchen Holly vorgestellt hatte, zwei Wölfen, Rick, der eine Spinne auf sich sitzen hatte und einem Puma auf einer Rettungsaktion für meine neue Katzenfreundin Feline im Wald und suchte, wie ich mittlerweile wusste, nach einem Frosch. Hatten wir nicht vorhin noch die Froschschenkel im Hexentrank abgewunken? Hoffentlich bewahrheiteten sie sich nicht doch noch! Ich musste schlucken und scannte besorgt die Gegend ab.

‚Da vorne ist eine Wurzel‘, meldete ich an Cliff. ‚Denkst du, das könnte sein Versteck sein?‘
Cliff murrte müde. ‚Wohl eher nicht. Ich glaube nicht, dass die Wurzel zufällig so liegt, dass ein Mensch es als Versteck nutzen könnte.‘
‚Na wenn du meinst‘, antwortete ich und flog weiter.

Mittlerweile war es schon ziemlich spät und viele unserer tagaktiven Klassenkameraden schienen ziemlich erschöpft zu sein.

Als wir losgingen, war ständig ein Geflüster und Geschnatter zu hören, jeder stellte irgendwelche Vermutungen an und es wurde geredet und getratscht.
Jetzt war nur noch das Rascheln des Laubes zu hören und die Geräusche der Natur. Meine Klassenkameraden waren still geworden.

Doch plötzlich hörte ich, wie der junge Wolf in unserer Truppe zu Cliff sagte: „Du, hier ist irgendwas. Hier ist ein Mensch gewesen, glaube ich. Und eine Katze. Igitt!“ Er schüttelte sich und wenn ich in meiner Menschengestalt gewesen wäre, hätte ich sicherlich lachen müssen, so niedlich sah das aus.
Vom anderen Ufer her hörte ich Tikaani rufen: ‚Seid vorsichtig! Nicht, dass er Pfeffer oder Soßenpulver auf die Spur geschüttet hat.‘
‚Pf‘, maulte Cliff, ‚ich glaube nicht, dass er so schlau ist.‘ Aber er hob trotzdem den Kopf und witterte vorsichtiger in der Luft umher, während der Kleine weiter die Spur am Boden verfolgte.
Sie führte direkt zu einer Höhle. Da war es, das Versteck.

„Okay“, wies mich Lissa Clearwater an. „Du suchst nach einer Brücke oder etwas Ähnlichem, damit die anderen besser rüberkommen können. Ich vermute, dass der Junge sich irgendwo etwas zum Überqueren des Flusses gebaut hat. Cliff, du sagst den anderen Bescheid, und zeigst ihnen die Stelle dann.“
Dann wandte sie sich an die anderen Schüler. „Okay, alle bitte verstecken oder unauffällig verhalten, tut so, als wärt ihr stinknormale Tiere. Juanita, du lässt dich bitte unauffällig von Rick am Höhleneingang absetzen und checkst drinnen die Lage. Aber pass auf, der Junge könnte dich totschlagen, wahrscheinlich mag er keine Spinnen. Also verstecke dich gut!“
Fast lautlos segelte ich durch die Luft und suchte per Echolot den Fluss ab. Schließlich wurde ich fündig.
Da waren ein paar Überreste von etwas, was wohl einmal eine Art Brücke war. Doch gerade löste sich auch das letzte Holzstück zwischen zwei weit voneinander entfernten Steinen und wurde von der Strömung davongetragen.
Mist, dachte ich.
Cliff war mir am Boden gefolgt.
‚Denkst du, die schaffen es da trotzdem rüber?‘, fragte ich ihn.
‚Ein paar bestimmt‘, erwiderte der. ‚Aber alle, die nicht besonders weit springen oder balancieren können, werden vermutlich nass.‘
„Ich schau mal, ob ich noch eine andere Stelle finde“, sagte ich. „Aber ich befürchte, es wird keine geben.“ Schon flog ich wieder los. Und ich hatte Recht gehabt. Diese Nicht-ganz-Brücke war die einzige, die es in näherer Entfernung gab.
Als ich zurückkam, warteten schon die anderen Woodwalker auf der anderen Seite.
„Nichts“, meldete ich. „Wir müssen irgendwie so rüber.“

***
Kapitel 11 – Pauline
***

‚Okay‘, sagte James Bridger. Er sah sich kurz in der Runde um. ‚Ich denke, wir haben niemanden hier, der es an dieser nicht allzu tiefen Stelle nicht schaffen könnte. Also los.‘
Die Tiere flogen, wateten oder schwammen auf die andere Seite und gemeinsam gingen wir zur Höhle, die die andere Truppe gefunden hatte.
Dort erstattete Juanita gerade Bericht, was sie gesehen hatte:
‚An einer Seite stand ein Katzentransporter mit einem Netz darüber und im Eingang davon saß eine orange getigerte Katze. Ist das unsere andere Vermisste?‘
Lissa nickte und Juanita fuhr fort:
‚Auf einem kleinen Tisch stand ein Glas mit etwas Wasser drin und da drauf war ein Sieb. Und da drin eingesperrt war Henry!‘ Ihre Stimme zitterte etwas. Anscheinen fand selbst sie als Spinne diese Höhle gruselig. Oder zumindest den Menschen, der sich darin befand. Und ich erinnerte mich daran, dass Henry der Name des Frosches war, der anscheinend gekidnappt wurde. Oder gefroschnappt, könnte man auch sagen.
‚Danke, Juanita!‘, sagte Lissa Clearwater. Dann schmiedeten wir einen Plan.

 

 
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