Woodwalkers - Ausgefuchst (Fanfiction) 2

von Liesa, 16 Jahre


 

Kapitel 2 – Pauline

Ich liebe dieses Internat! Gut, man muss zur Schlafenszeit im Unterricht sitzen und vor lauter Abenteuer kommt man auch nicht wirklich zum Schlafen, aber hey, wer braucht schon Schlaf? Ein zappeliger Hamster ganz bestimmt nicht.

Der nächste Morgen war aber eigentlich ganz entspannt. Wir hatten wieder die schusselige Miss Parker, diesmal allerdings in Kunst. Amina, das asiatische Elefantenmädchen, diskutierte mit der Lehrerin über ihr Bild. Ich fand es sehr schön und Amina schien das auch zu finden, aber Mrs Parker hat ja bekanntlich einen sehr eigenen Kunstgeschmack. Wie gut, dass Kunst nicht geprüft wird!
Rick ließ sich in dieser Stunde nicht blicken, aber das fiel nicht weiter auf, weil er noch nicht in der Klassenliste stand und Mrs Parker ihn irgendwie in einer anderen Klasse in Erinnerung hatte. Manchmal frage ich mich, was in ihrem Kopf vorgeht.

Dann war Schulschluss und endlich kamen Avary und ich ins Bett.

Kapitel 3 – Feline

Meine Freunde schliefen. Kein Wunder, denn die letzten Tage waren echt anstrengend gewesen. So viel Abenteuer, so viel Neues…
Ich saß als Mensch in meinem Zimmer, die kleine Caro auf meinem Schoß. Dabei fiel mir mal wieder auf, wie groß und schwer sie geworden war. Normale Katzen werden schneller erwachsen als wir Woodwalker. Bald würde sie mich also überholt haben.
Ich kraulte Carolines schwarz-weißes Fell und sie schnurrte wohlig. Auf meinem Schoß schien es ihr richtig gut zu gefallen – und irgendwann war auch sie eingeschlafen. Vorsichtig legte ich das Kätzchen auf das Bett und schlich mich aus dem Zimmer.

Ich war wenig alleine gewesen in den letzten Tagen. Das wurde mir erst jetzt wieder so richtig bewusst, wo alle meine Freunde im Bett waren und es um mich herum so richtig still war. Natürlich waren viele tagaktive Schüler da und redeten durcheinander, aber sie sahen mich nur kurz an. Manche Schüler aus meiner Klasse grüßten kurz, aber alle anderen beachteten mich kaum. Und einige kleine Gänge waren ganz verlassen.
Ich dachte an das Gefühl, wenn ich in meiner Tiergestalt durch die Gegend lief und verwandelte mich dadurch. Auf leisen Pfoten tappte ich durch das Schulgebäude. Dabei kam ich auch bei Sherrys Medizinzimmerchen vorbei. Ich hätte dem Raum aber kaum Beachtung geschenkt – wenn da nicht eine Bewegung in der dunklen Kammer gewesen wäre.

So trat ich neugierig näher und schlüpfte durch die halb geöffnete Tür. Dabei schloss ich meine Augen zur Hälfte, um eine mögliche Reflexion zu vermindern. Ich versteckte mich unter einem Regal und sah mich vorsichtig um. Da war doch jemand! Und er holte verschiedene Tuben und Packungen aus dem Regal, hielt sie vorsichtig ins Licht, das zur Tür hineinschien… und steckte sich die meisten davon in seine große Umhängetasche.
Leider konnte ich sein Gesicht nicht erkennen, genauso wenig wie was er aus dem Regal holte. Aber eines war sicher: Sherry Rivergirl war es nicht. Erstens hätte sie keinen Grund kein Licht anzumachen und dann immer zur Tür zu rennen um die Etiketten zu lesen – es sei denn, die Glühbirne war kaputt. Aber da sprachen wiederum andere Faktoren gegen - und außerdem passten der Gang und die Gestalt so gar nicht zu ihr.
Endlich schien derjenige fertig zu sein und schlich zur Tür. Und als er sich umdrehte, um die Tür zu schließen, konnte ich endlich sein Gesicht erkennen.

 

 
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