Formi bloggt

Formis Blog-Eintrag vom 5. Oktober 2011:

Gedichte und Balladen

Hallo!

Hier habe ich mal wieder einen Gastbeitrag für euch, dieses Mal von Mimimaus, 12 Jahre zum Thema Gedichte, Balladen und wie man sie am besten auswendig lernen kann:

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Hallo ihr Lieben!

Jetzt, wo die Schule in allen Bundesländern wieder begonnen hat, steht in einigen 7. Klassen das Thema "Balladen" auf dem Lehrplan. Dieser Eintrag befasst sich jetzt nicht hauptsächlich mit dieser Art von Gedichten, keine Sorge! ;-)
Nur ein ganz kurzer Informations-Text darüber, der Rest richtet sich eher der Aufgabe, die Lehrer bei diesem Thema nur zu gerne stellen:
"Lernt bitte das Gedicht auf Seite 54 auswendig. Ihr habt zwei tage Zeit, in der nächsten Deutschstunde höre ich einige von euch ab!"
Toll, und was nun?

Zu den Gedichten bekannter Dichter in der Bibliothek

Je nachdem, wie lang das Gedicht oder die Ballade ist, kommt es natürlich auch darauf an, wie man es am besten auswendig lernt. Es gibt sehr kurze Gedichte, wie zum Beispiel die "Elfchen", kleine Gedichte, die nur aus 11 Wörtern bestehen.
Dann gibt es die langen Gedichte, die Überzahl in den Deutschbüchern. Meistens handelt es sich hier um Gedichte mit etwa 4-5 Strophen, die jeweils 4-7 Zeilen haben.
Und zum Schluss kommen die Balladen, die "Könige" unter den Gedichten. Sie sind meistens sehr lang, in der alten deutschen Sprache geschrieben und daher schwer zu verstehen. Oft werden Wörter verwendet, die wir aus der heutigen Zeit gar nicht mehr kennen. Längere Gedichte als Balladen gibt es nicht, und schwerere auch nicht.
Mal zum Vergleich zu einem "normalen" Gedicht:
Ich lerne gerade die Ballade "Die Bürgschaft" von Friedrich von Schiller auswendig. Sie stammt aus dem Jahre 1798 und besteht aus insgesamt 20(!) Strophen, während die meisten Gedichte gerade mal 4-5 haben. Dann hat die Bürgschaft 140 Zeilen, standardmäßige Gedichte haben nur 4-7. Hier könnt ihr die Bürgschaft lesen. Das ist eine richtige Ballade... Und obwohl sie so lang ist, hat Schiller gerade mal 3 Tage gebraucht, um sie komplett aufzuschreiben.

Nun aber wieder zum Text über Balladen und Gedichte:
"Ballade" stammt aus der okzitanischen Sprache und steht für eine bestimmte Gattung eines Tanzliedes. Ab dem späten 18. Jahrhundert galt die Ballade in der deutschen Literatur als ein mehr strophiges Gedicht.
Nicht nur die Länge unterscheidet die Ballade von den anderen Gedichten, es ist auch ihr Inhalt:
Bei "normalen" Gedichten geht es meistens um Gedanken, die hintereinander einen Sinn ergeben.
Balladen dagegen erzählen eine ganze Geschichte. Man kann mit ihnen aber auch einen einzelnen Gegenstand auf verschiedene Weisen darstellen.
Die Balladen spielen meistens im Mittelalter und haben etwas märchenhaftes an sich. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Ballade gerne zu Liedern vertont und auf Festen vorgeführt. Meistens
wird der Sänger dabei von einem Klavier begleitet. Eine Ballade, die sehr schön vertont ist, ist der "Erlkönig" von Goethe.
Zu den bekanntesten Balladen zählen unter anderem Goethes "Zauberlehrling" und sein "Totentanz", "Die Bürgschaft" und "Der Handschuh" von Schiller, "Der Knabe im Moor" von Annette von Droste-Hülshoff, "Die Füße im Feuer" von Conrad Ferdinand Meyer und "Die Brücke am Tay" von Theodor Fontane - eine Ballade, die am Anfang nicht einfach zu verstehen ist...

Nun kommen wir zum auswendig lernen. Jeder lernt am besten auf seine Weise, deshalb die verschiedenen Möglichkeiten einfach mal ausprobieren!

1. Kurze Gedichte (z.B. Elfchen, Haikus)
Notiere dir die kurzen Gedichte auf bunte Zettel, die sofort ins Auge fallen. Schreibe sie am besten mit dickem schwarzen Stift auf, das wirkt besser!
Dann klebst du sie an Orte, wo du sehr oft am Tag bist, wie zum Beispiel an den Badezimmer-Spiegel.
Und immer, wenn du die Zettel siehst, mehrmals vor dich hin lesen und murmeln.
Lege dir kleine Zettel mit einem oder zwei Wörtern, die in dem Gedicht vorkommen, in dein Schulheft. Wenn du sie siehst, das Gedicht leise aufsagen.

2. "Normale" Gedichte/Balladen
Bei jeder Strophe, die du dir merkst, denkst du an einen Gegenstand in deiner Umgebung. Immer wenn du daran vorbei gehst, sage die entsprechende Strophe auf!
Lerne Stück für Stück: Halte dir die Ohren zu und lies eine Strophe dreimal leise vor dich hin. Dann liest du jede Zeile dieser Strophe zweimal hintereinander. Und dann aufsagen!

Die klassische Methode:
Lerne Zeile 1, dann Zeile 2... Wenn du eine Strophe durch hast, sagst du sie komplett auf. (Regel: 5x mit Blatt, 5x ohne Blatt!) Dann gehst du weiter zu Strophe 2. Sage diese Strophe auch einmal auf, dann 1 und 2 zusammen. Und dann immer so weiter...

Vertone das Gedicht!
Singe es, wie es dir gefällt. Rappe oder mache einen ruhigen Song draus. Je nachdem, was zur Stimmung passt, und was dir gefällt.

Du bist das Gedicht!
Versetzte dich in die Personen hinein, und mache ein kleines Theaterstück draus! Mit verschiedenen Stimmen, Betonungen... Besonders bei langen Balladen sehr hilfreich!

Nimm es auf!
Lese das Gedicht langsam vom Blatt ab und nimm das mit dem Computer oder CD-Player auf. Dann lässt du das ganze die komplette Zeit vor dem Einschlafen und meinetwegen auch noch nachts laufen. Dein Gehirn speichert das dann nämlich im Unterbewusstsein!

Und noch ein Tipp generell!
Lerne nie zu viel auf einmal, und gehe, bevor du schlafen gehst, alles noch einmal durch. Und dann legst du dir das Buch unter dein Kopfkissen!


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Ich hoffe, ihr könnt mit einigen von den Tipps etwas anfangen, und sie helfen euch weiter. Wenn ihr Fragen habt oder eine der oben genannten Balladen schon einmal durch genommen habt, dann schreibt mir es doch bitte in den Kommis!

Viele Grüße,
Eure Mimimaus! 


 
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