Formi bloggt

Formis Blog-Eintrag vom 23. Februar 2011:

Copy und Paste

Was in Kidsville schon lange Thema ist, beschäftigt jetzt auch die Nachrichten im ganzen Land:
Ist abschreiben okay?

Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll viele Teile seiner Doktorarbeit bei anderen Autoren abgeschrieben haben und verzichtet deswegen nun auf seinen Doktortitel. Auch in Kidsville gibt es immer wieder ganz ähnliche Vorwürfe: „Das hast Du von der Fernsehserie … abgeguckt“ oder „die Geschichte gibt es hier schon 100 Mal“.

In den Kommentaren wird dann immer viel diskutiert, ob das okay ist oder nicht. Erst gestern gab es im Gästebuch die Frage: „Hey Formi, nehmen wir an ich kopier den Text von einem Song und ändere die Reihenfolge einiger Zeilen, ist das dann okay?

Eine schwierige Frage! Ich habe mich deswegen jetzt mal schlau gemacht und jemanden gefragt, der sich damit auskennen muss: Dr. Fokke Peters, Rechtsanwalt und Experte für Urheberrechtsfragen. Er hat gesagt: „Allein der Urheber ist zur Vervielfältigung berechtigt“.

Der Urheber ist derjenige, der sich eine Geschichte ausgedacht, einen Song geschrieben oder ein Foto geknipst hat. Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur dann, wenn der Urheber damit einverstanden ist und jemandem die Erlaubnis gibt, sein Werk zu vervielfältigen. Popstars zum Beispiel verkaufen diese Erlaubnis für viel Geld an Plattenfirmen, die dann die CDs des Stars verkaufen und die Songtexte abdrucken dürfen.

Bug verschüttet SaftUnd wie ist das nun, wenn man das Werk eines Urhebers ändert, zum Beispiel die Zeilen eines Songtextes vertauscht oder eine Geschichte mit eigenen Worten nacherzählt?

Herr Peters sagt: „Bei Textwerken, Musik und anderen Werkarten ist die Anfertigung von geänderten Fassungen eines geschützten Werkes zulässig. Dabei bleibt es aber Recht des Urhebers, über eine Veröffentlichung oder Verwertung dieser Fassungen zu entscheiden“.
Das heißt: Auch bei einer sehr ähnlichen Geschichte oder einem abgeänderten Songtext braucht man die Erlaubnis des Urhebers, wenn man es irgendwo veröffentlichen will.

Was darf man denn dann überhaupt? Man darf zum Beispiel für private Zwecke Kopien anfertigen, wenn man diese nicht veröffentlicht. Also darf man Songtexte zum Beispiel abschreiben und einer Freundin in einem Brief schicken oder auch eine CD auf den MP3-Player kopieren (sofern die CD nicht kopiergeschützt ist). Außerdem darf man einzelne Textstellen zitieren, wenn man das Zitat dann kenntlich macht - also sagt, von wem es ist. So, wie ich oben geschrieben habe: Fokke Peters sagt: „...“.

Formi schmunzeltGenau das hat übrigens Herr zu Guttenberg nicht gemacht. Er hat viele Textstellen kopiert, ohne zu sagen, woher und von wem sie stammen. Damit sah es so aus, als hätte er alles selbst geschrieben und das ist verboten.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wer von Euch hat nicht schon mal abgeschrieben? Die Hausaufgaben bei der Freundin abgeschrieben oder für die eigene Zeitung einen Artikel aus dem Internet kopiert? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!

Eure Formi


 
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