Formi bloggt

Formis Blog-Eintrag vom 11. November 2009:

Martinstag

Hallo Leute,

heute ist Martinstag! Ein Tag, der Sankt Martin (= den Heiligen Martin) ehrt. Heute, am 11. November vor etwa 1.600 Jahren, wurde der Heilige Martin beerdigt. Er verstarb am 8. November 397. 

Vor langer, langer Zeit, etwa 335, ereignete sich in der nordfranzösischen Stadt Amiens Folgendes: 

Wappen, das zeigt, wie Sankt Martin seinen Mantel teiltMartin war römischer Soldat zu Pferde. Er trug eine Rüstung mit Schwert und darüber einen langen warmen Umhang, ähnlich einem Mantel. Es war Winter und bitterkalt. Martin ritt mit seinem Pferd am Stadttor vorbei. Da entdeckte er einen bettelarmen frierenden Mann, der nicht mal etwas zum Anziehen hatte. Er war schutzlos der Kälte ausgeliefert. Da griff Martin sein Schwert und teilte seinen Umhang entzwei und gab dem Mann eine Mantelhälfte. Eine barmherzige Tat. Nachts sah Martin Jesus in seinem Traum, er trug den halben Mantel, den er am Tage dem Bettler gegeben hatte.

Später sollte Martin zum Bischoff ernannt werden. Da Martin aber ein sehr bescheidener Mann war, meinte er selbst, das Amt würde zu gut für ihn sein. Und als man ihn holen wollte, versteckte er sich in einem Stall voller Gänse. Die Gänse schnatterten aufgeregt und verrieten den Einwohnern der Stadt, wo der gute Martin sich aufhielt. Und so wurde er doch noch Bischoff. - Und zum Martinstag ist es bis heute üblich, dass ein Martinsgans-Essen stattfindet.
Na, wenn die Gänse das damals schon geahnt hätten...

Einen anderen Brauch kennt ihr sicher auch: Das Martinssingen!
Geht ihr heute auch mit der Laterne von Haus zu Haus und singt, um Süßigkeiten, Mandarinen und Bonbons zu bekommen? Ich hab euch mal das Martinslied aufgeschrieben:

Das Sankt Martin Lied

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt' ihn warm und gut.

Im Schnee da saß ein armer Mann,
hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an.
"O helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bitt're Frost mein Tod!"

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin zog die Zügel an,
sein Ross stand still beim armen Mann,
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt'
den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin gab den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil'
hinweg mit seinem Mantelteil.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin legt sich still zur Ruh,
da tritt im Traum der Herr hinzu,
der spricht: "Hab Dank, du Reitersmann
für das, was du an mir getan."

Einen schönen Martinstag!

Eure Formi

PS: Danke an M-Lox für die letzte Strophe.


 
(12 Sternenklicks)

4 Kommentare bisher