Bärbels Blog-Eintrag vom 15. Oktober 2008:

126 - Knülle

Liebes Tagebuch

noch mal wegen Montag und dem Eintrag von gestern. Und du, liebes Tagebuch, bist schließlich mein Tagebuch und vor dir will ich keine Geheimnisse haben.

Ich öffne das blaue Kapitel in meinem Leben und lese dir darin vor, wie aus einem offenen Buch:

Ich entschwamme die Situation:
Ich mache die Kiste wieder auf und denke mit dir darüber nach:
Einmal ist einmal und ich lerne daraus:

Ich war betrunken.
Besoffen.
Voll. Voll wie 'ne Haubitze.
Knülle. Angeschickert. Habe einen über den Durst getrunken.

Jetzt, liebes Tagebuch, fragst du dich sicherlich, woher ich den Alkohol habe.

Also:
Ich bin in einen Laden gegangen und habe gesagt: „Guten Tag! Ich hätte gerne mal so ’ne richtige Hunde-Dröhnung. Eine, die mich sofort fertig macht und außer Gefecht setzt. So, dass ich alles doppelt sehe, aber nur die Hälfte höre. Wo die Hinterbeine schwer wie Blei werden, aber die Vorderbeine so leicht, dass sie – ohne das ich es will – in der Luft herumzappeln. Das soll machen, dass mir ganz schlecht ist und ich keinen Bissen runterkriegen kann, aber dabei einen Mordshunger habe.“

Und der Alkohol-Verkäufer im Laden lächelte allwissend und meinte: „Wo sich auch alles dreht und bunt wird mit der Zeit?“
„Genau!“, antwortete ich mit einem Schwanzwedeln.
Zielstrebig reichte er mir eine Flasche „Knochengeist“ und wünschte mir einen lustigen Abend.

Guten Abend
Deine Bärbel


 

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