Bärbels Blog-Eintrag vom 22. September 2008:

117 - Wassnlos, Axel?

Liebes Tagebuch

Wäre ich doch einmal den Fragen nachgegangen – dann hätte ich vielleicht das Schlimmste verhindern können!
Gestern bin ich also in mein Körbchen gegangen und mach meine Äuglein zu. Plötzlich höre ich riesengroße Schritte auf mich zukommen.
Ich wache auf. Mit schlaftrunkenem Blick sehe ich Axel im Schlafanzug wutschnaubend auf mein Körbchen zukommen. Dann schreit er laut und böse: „Raus, aus dem Haus, Bärbelchen. Ich muss dein Körbchen eintreten!“
Erst einmal muss ich sagen, dass es sich ziemlich blöde anhört, wenn jemand laut und böse „Bärbelchen“ schreit.

Aber ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Schnell aus meinem Körbchen raus. Dann wollte ich Axel zurufen „Was ist denn los, Axel?“ aber aufgrund der Zeitknappheit kam nur ein „Wassnlos, Axel?“ aus mir raus. Und Axel wiederholte immer nur: „Raus, aus dem Haus, Bärbelchen. Ich muss dein Körbchen eintreten! Raus, aus dem Haus, Bärbelchen. Ich muss dein Körbchen eintreten! Raus, aus dem Haus, Bärbelchen. Ich muss dein Körbchen eintreten!“
Nun hatte ich es wirklich verstanden.

Und dann trat er ein. Immer wieder. In das Körbchen. Einmal, zweimal, dreimal – bis nur noch ein Häufchen Körbchen übrig war.
Und dann drehte er sich um und ging Richtung Schlafzimmer und sagte nur: „Gute Nacht, Bärbelchen!“

„Toll“, rief ich hinterher, „und wo soll ich schlafen?!“

Und Axel zuckte nur mit den Achseln.
Inmitten meiner Körbchen-Trümmer beschäftigte mich eigentlich nur eine zentrale Frage: „Warum hat sich Axel für das Körbchen eintreten nicht chic gemacht?“

Gute Nacht

Deine Bärbel


 

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