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heute sind wir Richtung Gütersloh gefahren und ich habe mich schon sehr auf Axels Eltern gefreut. Leckerchen, Streicheleinheiten ohne Ende – und dafür muss ich nur lieb gucken. Schon klasse!
Aber plötzlich halten Michael und Axel an, tragen mich aus dem Auto in einen kleinen Laden.
Schock! Überall roch es nach Hundeangstschweiß. Was passiert hier? Ich male mir die schlimmsten Dinge aus und ehe ich mich vor meinen eigenen Ausmalungen fürchten kann, kommen zwei kleine Hunde auf mich zu gestürmt und bebellen mich zur Begrüßung.
„Wir holen dann Bärbel in zwei Stunden ab!“, sagen Axel und Michael zu einer zunächst freundlich wirkenden Frau und streichen mir liebevoll zum Abschied über meine Locken.
Und dann bin ich allein: mit zwei Hunden und dieser Frau. Riecht diese Frau nach Hundeangstschweiß?! Woher kommt sonst dieser Duft?
Und dann sehe ich es: auf einem Tisch sind würdelos zwei Hunde festgekettet und fürchten sich vor dem was kommen wird. Neben den Hunden liegen Messer und Scheren.
Mir wird schlecht und ich rieche den Hundeangstschweiß ganz deutlich und nah – diesmal kommt er direkt von mir.
Die Frau beugt sich runter zu mir und sagt: „Na, du süße Bärbel!“. Aber ich merke, dass sie nur blufft, um mich mit dieser Ich-finde-dich-niedlich-Masche ruhig zu stellen.
Dann hebt sie mich hoch auf den Tisch. Ich bleibe wie angewurzelt sitzen. Was wird nun mit mir passieren?
„Na“, sagt die Frau, „wir probieren es mal so – ohne Festbinden!“
Na klasse, so wenig ernst wird man genommen. Ist sie so viel stärker, dass sie mich nicht einmal festbinden muss? Da wird man zu den Qualen, die ich bald erleiden muss, auch noch gedemütigt!
Dann greift die Frau eine riesige, silber blinkende Schere und...
...schneidet...
mein Fell.
Sie bürstet es, wäscht es, fönt es, frisiert mich und streichelt mich.
Wie im Fluge vergehen zwei Stunden und Michael und Axel kommen wieder: „Ach Bärbelchen, siehst du niedlich aus!“ begrüßen sie mich und nehmen mich auf den Arm.
Dann geben sie der Frau einen Geldschein und bekommen zwei Geldscheine zurück. Also haben Michael und Axel einen Geldschein mehr als vorher. Sie haben mich also an diese Frau „vermietet“, weil die Frau so gerne Hunde frisiert. So werden Michael und Axel reich, die Frau glücklich und ich habe auch nicht drunter gelitten. Alles in bester Ordnung.
Nur – warum manche Hunde solche Angst haben, Herrchen oder/und Frauchen diesen kleinen Gefallen zu tun, verstehe ich nicht! Wie toll, dass ich immer so mutig bin...
Gute Nacht,
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