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heute habe ich gelernt, dass es für eine Geste mehrere Bedeutungen geben kann. Nehmen wir zum Beispiel das Kopfschütteln. Gestern hat Fijou ihren Kopf geschüttelt und ich bin fest der Meinung gewesen, dass es ein Zeichen war, dass sie tief beeindruckt gewesen ist, dass ein so kleiner Hund wie ich so große Gedanken haben kann.
Wenn man über die Straße geht und sich nach rechts und links umschaut, und das ganz oft und schnell hintereinander macht, sieht es aus wie „Kopf schütteln“. Wenn man sich die Haare gewaschen hat und jedem zeigen will, wie leicht und lustig die Haare wedeln können, muss man seinen Kopf schütteln. Aber auch wenn man denkt „Nein, das gibt es doch nicht!“ soll es Lebewesen geben, die dabei ihren Kopf schütteln.
So ein Lebewesen war zum Beispiel gestern Fijou. Sie war zwar beeindruckt, aber nicht von meinen großen Gedanken (so wie ich ja ursprünglich gedacht habe), sondern von meiner dummen Idee, die Maul-Wehtuer durch Luft und Licht unschädlich zu machen. Sie nahm mich nämlich heute zur Seite und erklärte mir, dass es gar keine Maul-Wehtuer gibt, sondern dass meine Zähne wachsen würden und dass das manchmal ganz schön weh tun würde. Sie erklärte mir aber auch, dass das nach einer Zeit aufhören würde und man die Zeit bis dahin irgendwie überbrücken muss. Das mit dem Überbrücken war eine gute Idee und ich habe den ganzen Tag Pläne geschmiedet. Und plötzlich ist es mir eingefallen, was ich machen kann, um meine wachsenden Zähne zu beruhigen. Ich warte, liebes Tagebuch, bis alles eingeschlafen ist, und werde dann im Flur die herrlichen Tapeten erst abreißen und dann zerfetzen. Vielleicht hilft das ja. Auf die beiden überraschten Gesichtsausdrücke von Michael und Axel bin ich jetzt schon gespannt. Sie werden sicherlich begeistert sein, dass ich zwei Klappen mit einer Fliege schlage: a) Überbrückung der Zahnschmerzen und b) schöner wohnen.
Bin ganz aufgeregt,
gute Nacht
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