Bärbels Blog-Eintrag vom 31. Mai 2008:

72 - Nachtbar

 

Liebes Tagebuch

heute bereiten Michael und Axel schon seit morgens irgendetwas zu essen vor. Sie freuen sich, denn heute am frühen Abend kommt Besuch. Die Nachtbar kommt Axel und Michael besuchen.

Großes Geheimnis!

Spannung!

Eine Nachtbar! Weißt du, liebes Tagebuch, wer oder was eine Nachtbar ist?! Eine Nachtbar ist so was wie eine Tierhandlung. Nur dass es eben keine Tiernahrung und Leckerchen für Tiere gibt, sondern bunte Getränke und Leckerchen für Menschen. Die Menschen gehen dahin und suchen sich selber ihre Leckerchen aus. Und dieses Fachgeschäft macht erst dann auf, wenn es dunkel ist und man nicht mehr so gut gucken kann. Deshalb ziehen viele Menschen, wenn sie abends weg gehen, auch Anziehsachen an, die sie tagsüber – wenn man alles gut sehen kann – niemals tragen würden. Also nix Praktisch-Schönes, in dem man rummanschen kann, sondern Hosen und Kleider, die Falten machen, wenn man sitzt.

Und wenn man wieder aufsteht, bleiben die Falten und man ärgert sich darüber. Flecken machen auf die Kleidung ist absolut tabu. Und wenn man dann doch einen Fleck gemacht hat, bleibt nur zu hoffen, dass er durch die Sitzfalte überfaltet wird. Oder man isst und trinkt nur schwarze Sachen, dann fällt der Fleck nicht auf. Denn ganz viele der Anziehsachen sind schwarz. Schwarz wie die Nacht, damit man sie im Dunkeln noch schlechter sehen kann. Viele Männer verkleiden sich abends als Hund! Sie ziehen sich ein Halsband an, hängen einen Strick dran und schneiden den Strick aber nach etwa 30 cm ab, weil sie wohl Angst haben, dass man ihnen sonst auf den Schlips treten könnte.

Nun solche Menschen gehen in eine Nachtbar.

Und die kommen zu Axel und Michael?

Ich bin sehr gespannt und kann es kaum aushalten!

Nach unendlich langer Zeit passiert es dann: das erste Türklingeln.

Bald werde ich es wissen.

Axel macht die Tür auf...

und...

SPANNUNG

...Molly kommt rein. Mit Frauchen und Herrchen und Julian. Klar, freu ich mich über den Besuch. Aber es löst doch nicht das Geheimnis! „Kommt schnell rein, denn gleich kommt die Nachtbar!“ denk ich mir, um ja auch nichts zu verpassen.

Es klingelt noch einmal und Christa steht vor der Tür. Christa wohnt neben Axel und Michael. Eigentlich hat Christa Angst vor Hunden, aber mich und Fijou mag sie super gerne. Wir mögen Christa auch gerne! Christa hat eine Katzendame bei sich wohnen, die Kessy heißt. Kessy ist aber immer in Christas Wohnung, weil sie schon eine ältere Katzendame ist und keine Lust hat, nach draußen zu gehen. Christa streichelt mich kurz und kommt dann auch rein. Ich glaube, Christa ist ein bisschen stolz auf sich, dass sie keine Angst vor mir und Fijou hat!

Dann klingelt es noch einmal, aber auch jetzt stehen wieder Personen vor der Tür, die hier im selben Haus wohnen.

Und plötzlich macht es klingeling-ping-peng-zisch-boing-boing – nicht an der Tür, sondern in meinem Kopf und ich muss über mich lachen: keine Nachtbar kommt zu Besuch, sondern die neuen Nachbarn von Axel und Michael. Was so ein kleines „t“ doch ausmacht!

Ich freu mich über Molly und wir spielen zusammen.

Gue Nach*

Deine Bärbel


*Hier fehlen jetzt zwei Ts. Aber „Gue Nach“ gibt ja ohne T’s keinen Sinn. Vielleicht fällt mir ein besseres Beispiel ein. Bis mir was einfällt, muss ich halt abwarten und trinken**.

**Zwischen „und“ und „trinken“ fehlt jetzt ein wichtiges „T“, oder?


 

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