Bärbels Blog-Eintrag vom 25. Mai 2008:

70 - Sunday, Bloody Sunday

Liebes Tagebuch
das ist englisch und heißt eigentlich richtig „Sonntag, blutiger Sonntag“ und bedeutet, dass ich heute immer noch läufig bin. Nun ja.

Englisch ist auch eine Menschensprache, aber eben anders wie das, was Axel und Michael sprechen.

Kann man vielleicht so vergleichen. Das was Axel und Michael sprechen ist eher hundisch und englisch ist dann eben eher wie vögelisch oder reptilisch.

Mit der Sprache ist das ja sowieso so eine Sache. Also, wenn ich Kater Moritz anbelle, versteht der nicht so ganz 100%ig, was ich meine. Er guckt mich verdutzt an und wedelt mit dem Schwanz. Anfangs habe ich immer gedacht, dass er dann mit mir spielen will, weil – logisch: Hundeschwanzwackel = spielen.

Aber wenn ich Spielversuche gemacht habe, hat das nie so geklappt. Also bedeutet ein Katzenschwanzwedel was anders – zum Beispiel: Katzenschwanzwackel = lass mich in Ruhe. Aber eigentlich soll ich Moritz auch in Ruhe lassen, wenn er nicht mit dem Schwanz wackelt. Oder nur ein bisschen. Oder wenn er schläft. Oder wach ist. Ich glaube, Moritz will sowieso eher in Ruhe gelassen werden.

Aber mit Zara klappt das. Ihr Schwanzwedeln heißt eher „lass mich jetzt in Ruhe“ als „nun spiel endlich mit mir“. Wenn Zara mit mir spielen oder schmusen will, kommt sie und gibt Köpfchen. Jetzt, liebes Tagebuch, musst du keinen Schrecken kriegen. Sie schraubt nicht ihren Kopf vom Körper und gibt mir dieses wichtige Körperteil. Man braucht ja den Kopf unbedingt, weil da ja immerhin das Maul ist, mit dem man Lieblingsknochen kauen kann. Und mal ehrlich: wer will denn schon seinen Kopf verlieren, nur um einem anderen Lebewesen zu zeigen, dass man es gerne hat? „Toll, jetzt weißt du, dass ich dich gerne hab’, aber ich kann leider nie mehr was fressen“ würde man denken müssen, denn unterhalten kann man sich kopflos ja auch nicht! Nein, Zara drückt und reibt ihren Kopf ganz fest an meinen. Obwohl es nur ein Kopfdrücker bzw. Kopfreiber ist, nennen die Menschen es, „Kopf geben“. Und weil Zaras Kopf so klein ist, eben „Köpfchen geben“. Menschen und ihre sonderbare Sprache!

Neben dem Lehrreichen über Schwanzgewackel und Nichtgewackel bin ich froh, dass Axel und Michael keine Eidechsen haben. Denn in ganz besonderen Situationen begnügen die sich gar nicht mit dem Wackeln, sondern schmeißen ihren kompletten Schwanz gleich ganz weg. Und was das heißt, möchte ich nicht übersetzt haben – weder ins Hundische, Deutsche noch ins Englische!

Gute Nacht und good night

Deine Bärbel


 

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