Bärbels Blog-Eintrag vom 18. Mai 2008:

67 - Auf Wiedersehen, Zuhause! Herzlich Willkommen, Zuhause!

Liebes Tagebuch
meine Sorge war ganz umsonst! Wir sind gestern noch alle ins Auto gestiegen und Axel und Michael haben noch einmal zurück geschaut und dem Haus leise zugerufen: "Auf Wiedersehen".
Anfangs fand ich das ein bisschen kitschig, denn ein Haus kann ja schlecht hören und noch schlechter antworten. Allerdings hätte ich gerne das Gesicht von Axel und Michael gesehen, wenn das Haus plötzlich laut zurück gebrummelt hätte: "Jau, ihr beiden. Tschüßikowski!"
Dann sind wir in die Gegend gefahren, wo wir in letzter Zeit so oft spazieren gegangen sind... im tollen Wald und am Ententeich!
Und da sind Axel und Michael mit uns ausgestiegen, haben einen Schlüssel geholt und sind mit uns in eine fremde Wohnung gegangen!

Fremd?
Da standen unsere ganzen Kisten und die ganzen Möbel drin. Auch das Bett und der Hundekorb. Das war eine Überraschung! Nur die Brötchen haben gefehlt!
Ehrlich gesagt, war es aber sehr durcheinander. In einem Zimmer standen zum Beispiel viele Kisten und im anderen ganz viele Möbel. Die standen auch völlig durcheinander rum. Ich finde, das müssen und Axel und Michael noch einmal überdenken. Aber ansonsten ist alles okay.

Und dann ist es mir auf einmal klar geworden. Axel und Michael haben sich vorhin nicht vom Haus verabschiedet, sondern vom früheren Zuhause, wo wir alle gewohnt und gelebt haben. Wir werden da wohl nie wieder hinfahren. Dann darf man "Auf Wiedersehen" sagen, und das ist auch nicht kitschig. Denn ein Zuhause ist ja viel mehr als einfach nur ein Haus aus Steinen.
Und weil das so ist und toll und nicht kitschig, habe ich gesagt: "Herzlich Willkommen, Zuhause!" und kräftig mit dem Schwanz gewedelt, damit unser neues Zuhause weiß, dass wir uns ganz doll freuen, es kennen zu lernen.

Axel und Michael haben gelacht, mich gestreichelt und Michael hat zu Axel gesagt: "Siehst du, ich glaube, Bärbel gefällt es schon!"
Manchmal, liebes Tagebuch, sind Menschen doch nicht so begriffsstutzig, wie ich oft glaube.

Gute Nacht
Deine Bärbel


 

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