Bärbels Blog-Eintrag vom 27. April 2008:

59 - Die Sache mit den Eltern und wie ich Gino kennen gelernt habe

Liebes Tagebuch
heute haben wir wieder Axels Eltern besucht. Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, wie Axel mal ein Welpe war. Aber muss er ja wohl mal gewesen sein. Bei Menschen ist das ja sowieso alles anders: ich habe zwar auch Eltern, aber die habe ich seit dem Umzug zu Axel und Michael gar nicht mehr gesehen. Und um ganz ehrlich zu sein: ich habe meine Hundeltern auch nie vermisst. Mein Zuhause ist da, wo mein Herz ist und das ist eben bei Axel und Michael. Anfangs hatte ich ein klein bisschen ein schlechtes Gewissen – wegen dem Nicht-Vermissen und so. Aber ich habe von ganz sicherer Seite gehört, dass die Hundeeltern ihre Welpen auch nicht mehr vermissen, wenn ihre Kleinen ein neues Zuhause gefunden haben und sie wissen, dass es ihnen gut geht. Das ist einfacher in der Hundewelt.
Axel und seine Eltern vermissen sich also häufiger und besuchen sich deshalb. Und damit Axel den Michael und Fijou und mich nicht vermissen muss, kommen wir einfach mit zu Axels Eltern. So vermisst keiner keinen. Na ja, Zara und Moritz warten schon auf uns Zuhause und freuen sich, wenn wir wieder da sind. Ein bisschen Vermissen ist ja auch schön!
Außerdem ist es bei Axels Eltern auch immer klasse. Viel Streicheln, tolle Leckerchen und sowieso.
Am Nachmittag sind Axel und Michael mit Fijou und mir eine Pipi-Runde gegangen.
Und wie wir so 5 Minuten gegangen sind, rennt Fijou einfach los, direkt an einen bestimmten Garten hin und begrüßt einen wildfremden Hund.
"Guck mal", sagt Axel zu Michael "da ist Gino!"
Und dann sehe ich an Fijous Schwanzwedeln, dass Gino gar kein wildfremder Hund ist, sondern dass sie sich kennen und gut leiden mögen. Ich sofort hin! Gino ist ein bisschen größer als ich. Er ist ganz aufgeregt und dreht sich immer. Ab und zu fällt er auf die Seite. Steht aber fröhlich wieder auf und begrüßt mich.
Gino ist nett, aber irgendwie ist er anders. Ich bin etwas verunsichert!
Fijou und Gino merken das und Gino erklärt mir, dass er behindert ist. Er hat Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht und fällt deshalb oft hin. Das strengt zwar etwas an, tut aber nicht so doll weh. Gino sagt, er habe gelernt damit zu leben. Herrchen und Frauchen haben ihn damals aus dem Tierheim geholt und sich sehr um ihn gekümmert. Und trotz dem vielen Hinfallen und der vielen Mühe, die sie mit ihm haben, haben sie ihn unendlich lieb und würden ihn nie wieder hergeben. Und er würde auch nie woanders hinwollen. Und da haben wir es wieder: Zuhause ist da, wo das Herz ist.
Und dann haben wir ein wenig gespielt, zwar etwas vorsichtiger als sonst, aber es hat viel Spaß gemacht. Leider mussten wir schon bald wieder weg.
Gino ist nett. Und das ohne "aber".

Gute Nacht,
Deine Bärbel


 
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