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was habe ich nun gestern erlebt? Bach oder reißenden Fluss? Reingehopst oder Schwimmakrobatik? Kleiner dummer Hund oder begnadeter Körper? Schwimmhund oder Seehund? Ich wollte es unbedingt wissen.
Als Michael und Axel komplett abgelenkt waren, habe ich mich aus der Wohnung geschlichen, Richtung Stadtpark. Der Weg war gar nicht so lang, wie ich vermutet hatte und gefunden habe ich ihn auch sofort. Ich bin gleich zu der Stelle, wo ich ins Wasser reingesprungen bin. In der Tat nur ein kleines ruhiges Bächlein. Hatte Michael wohl recht. Trotzdem hatte ich Lust noch einmal ein kleines Bad zu nehmen. Ich sprang rein. Das war sehr, sehr angenehm. Neben mir schwamm ein großer Fisch, der mir zurief: "Komm!" Hatte ich mich verhört? Fische können doch gar nicht reden. Also tauchte ich ihm nach, um zu sehen, was mich da so getäuscht hatte. Und plötzlich bemerkte ich, dass der Bach viel tiefer war, als er von außen schien. Prächtige bunte Fische schwammen ganz unten auf dem Grund. Und ich tauchte tiefer und tiefer. Eine so schöne, fast unentdeckte Welt hier mitten im Stadtpark. Plötzlich änderte sich das Wasser. Es wurde kälter und rauer. Es schmeckte salzig. Und es bewegte sich. Mit riesigen Wellen. Nein, ich hatte keine Angst. Ich fühlte mich wohl. Aber ich hörte von der Ferne ein hilfeflehendes Winseln. Mit schnellen Schwimmzügen näherte ich mich diesem Geräusch und erkannte einen verletzten Seehund, der aufgrund seiner Schmerzen nicht gegen die Riesenwellen ankam.
"Ich rette dich!" rief ich schnell und es begegnete mir ein dankbarer Blick. Mit einem beherzten Griff nahm ich den verletzten Seehund unter meine Flossen und schwamm über die Wellen hinaus aufs ruhige, stille Meer. "Danke, Kamerad." sagte der Seehund, als er wieder zu sich kam. "Du hast mir das Leben gerettet! Wir Seehunde müssen doch zusammenhalten! Mir geht es schon wieder besser, aber sieh doch meine Wunde, sie blutet noch!" Ich lachte meinen neuen Freund an, denn ich hatte eine tolle Idee. Ich rief einfach nur "Fijou!" und plötzlich erschien Fijou. Sie sah zwar nicht sehr erfreut aus, weil sie schwimmen musste und sie ja Wasser nicht so mag, aber wenn ihre Hilfe benötigt wird, ist sie zur Stelle. Sie leckte einmal über die Wunde und wie durch Zauberzunge verschloss sie sich.
"Danke!" sagte der Seehund. "Ihr seid wirklich zwei ganz super tolle Schwimmhunde. Ich muss weiter! Auf Wiedersehen!" Er schwamm ins offene Meer und winkte uns mit seiner Flosse zu. Fijou und ich winkten mit unserer rechten Pfote zurück!
Und dann wachte ich auf! Alles, was ich dir heute erzählt habe, liebes Tagebuch, war nur ein Traum. Und er hat mir die Wahrheit über meine Schwimmfähigkeit gesagt: die Wahrheit liegt bestimmt irgendwo dazwischen, weiß ich, irgendwo zwischen Bach und reißendem Fluss, reingehopst und Schwimmakrobatik, kleiner dummer Hund und begnadeter Körper, Schwimmhund und Seehund...
Gute Nacht![]()
Bärbels Blog-Eintrag vom 19. April 2008:
57 - Entweder oder?
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Herzlichen Dank, jetzt endlich habe ich das ganz gerafft ;-)
novoline















