Horn und BriefumschlägeDas Horn der Metzger

Viel unterwegs waren damals die Metzger. Sie reisten durch die Gegend, um an den Bauernhöfen Vieh einzukaufen. Bevor sich ein Metzger auf den Weg machte, blies er laut in ein Tierhorn. Das weit hörbare Geräusch war ein Signal dafür, dass man dem Metzger Briefe mitgeben konnte. Er sammelte alle Briefe ein und lieferte sie auf seinen Fahrten aus. Unterwegs durfte er das Horn wie eine Hupe benutzen, um sich Platz zu schaffen. Und im Gegensatz zu anderen Reisenden musste ein Metzger mit seinem Horn keinen Wegezoll bezahlen, oder er durfte sich zumindest an Zollstationen an den Wartenden vorbeidrängeln.

gelber Postkasten mit schwarzem PosthornDas Horn, welches die Metzger damals benutzten, wurde nach und nach zum Markenzeichen für alle Leute, die Briefe beförderten. Später, ab 1649, durften nur noch offizielle Postkutschen der „Kaiserlichen Reichspost“ ein Posthorn benutzen. Die „Kaiserliche Reichspost“ wurde übrigens von der Adelsfamilie „Thurn und Taxis“ unterhalten.

Bis heute ist das Posthorn das Symbol für die Briefbeförderung geblieben. Sicher hast du es schon mal auf einem Postauto oder Briefkästen gesehen?

Heute ist die Zustellung der Post natürlich viel einfacher und geht schneller als früher. Im Vergleich zu einer E-Mail oder SMS ist die Zustellung aber immer noch langsam. Deshalb nennen viele die „normale“ Post mittlerweile „SnailMail“, also Schneckenpost.