Wenn Engel hassen
von Evii, 14 Jahre
Sie glaubte nicht an Engel. Diese Wesen des Himmels gab es nicht, und all die Geschichten um sie waren erfunden. Hieß es nicht, dass Engel auf die Erde kamen und die Menschen holten, die sie zum fallen gebracht hatten? Unsinn... dann wäre sie schon längst weg.
Ihr Lachen erfüllte den Raum. Draußen wurde es langsam hell. Ein neuer Tag begann. Sehr gut.
Sie, Sara, eiskalt und brutal würde ihre Opfer auch heute wieder zum leiden bringen. Es war ein grausames Spiel, und sie würde jedes Mal gewinnen. Es geschah allen recht, jeden einzelnen.
Draußen kroch die Sonne hinter den Wolken hervor. Ein wunderbarer Tag. Sie liebte ihre Taten, es war alles einfach. Zustechen und Ende. Die Gesichter verrieten Angst und Schreie nach dem Leben. Sara musste nichts anderes tun, jeden Tag. Es war immer gleich.
Sie liebte es.
Es war viel los. Belebte Straßen, Gelächter und Freude. Niemand nahm Notiz von ihr. Sie war ein unscheinbares Mädchen in den Straßen. Keiner sah das Messer unter ihrer Jacke, niemand sah den Hass und die Gier nach Blut in ihren Augen. Es wurde geschubst und gedrängt. Andere Menschen waren einfach schrecklich. Jeden Tag diese Hektik, jeder dachte nur an sich.
Egoistisch und arrogant. Zwei Wörter, die das Leben hier beschrieben. Sie musste dem ein Ende setzen.
Dort. Ein Mädchen, genauso alt wie sie. 15. Sie war hübsch, zu hübsch. Ihre Augen hatte diese strahlen.
Das Strahlen eines Engels.
Ihre Haare glänzten im sanften Sonnenlicht.
Der Glanz eines Engels.
Auf ihren Lippen lag ein freudiges und vergnügtes Lächeln.
Das Lächeln eines Engels.
Sie war ein perfektes Opfer. Perfekt für alles. Es musste schnell gehen. Die Klinge des Messers war kalt. Scharf und kalt. Mit schnellen Schritten trat Sara zu dem Mädchen und ehe sie sich versah, hatte das Mädchen ein Messer im Rücken. Langsam, es kam Sara wie in Zeitlupe vor, fiel dieses wunderschöne Mädchen zu Boden. Dort lag sie, in einer Lache voller Blut. Ihr eigenes Blut. Ihre Augen starrten zu Sara. Sie zitterten vor Hass.
Die hasserfüllten Augen eines sterbenden Engels.
"Wieso?", fragte sie und packte die kalten Hände ihrer Mörderin. Langsam wurde ihr Atem flacher. Ihr Gesicht war blass und leblos. All die Schönheit schwand aus ihr. Das Blut ließ Sara lächeln, es war ein Sieg, dieses Mädchen so zu sehen.
"Man tötet keine Engel. Pass nur auf bis dich mein Hass trifft", zischte dieses Mädchen und dann knallte ihr Kopf auf den kalten Bordstein.
Ein toter Engel. Dort lag er ohne Schönheit. Es war mal wieder vollbracht. Ein Mensch weniger auf dieser kalten Welt.
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Man tötet keinen Engel. Das Leben dieser Geschöpfe hängt an einem seidenen Faden, du hast ihn durchtrennt. Man tötet keinen Engel aus Hass und weil es jemanden gefällt.
Man weiß, dass der Hass eines verstorbenen Engels ewig währt. Er wird dich treffen und töten. Du wirst nicht überleben.
Wenn tote Engel hassen, geben sie dir kein Erbarmen. Sie werden dich erbarmungslos quälen, wie du sie gequält und aus dem Leben gerissen hast.
Mach dich bereit für eine Leidensminute.
Sei bereit.
Wenn Engel hassen stirbt der, der ihnen diesen Hass gegeben hat.
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Sie liebte das Blut ihrer Opfer. An ihrem Messer klebte das Blut Unschuldiger.
Das Blut eines hasserfüllten toten Engels klebte ebenfalls darauf.
"Selber schuld", flüsterte Sara. Ihre Schritte waren leicht und gaben keinerlei Ton auf dem Asphalt. Der Himmel verfinsterte sich. Schwärze legte sich über alles. Donner rollte über das Land und ein Wind fegte über die Straßen.
Sie war allein. Immer schneller wurde ihren Schritte. Letztendlich rannte sie, wieso wusste sie nicht. Sie wollte nur noch nach Hause. Ihre Hände zitterten.
Donner rollte noch einmal. Irgendwas stürzte aus dem nachtschwarzen Himmel.
Der Hass eines Engels.
Irgendwas stürzte auf sie zu. Irgendwas knallte neben ihr auf den Boden. Sara sank in die Knie. Vor ihr tauchten zwei Füße auf, schwarze Schuhe. Irgendwas kitzelte sie an der Nase. Federn. Nachtschwarze Federn.
"Hallo Sara."
Eine Stimme voller Ärger drang zu ihr. Sie hob den Blick und sah in zwei hasserfüllte Augen.
Ein Engel.
"Ich habe dir gesagt, bring keinen Engel um. Du hast den Hass in mir geweckt. Er wird ewig währen. Wenn Engel hassen, trifft ihr Hass auf den Menschen, der ihnen den Hass gegeben hat."
Langsam beugte sich das Engelsmädchen zu ihr hinunter.
Kalte Hände packten ihr Messer. Irgendwann spürte sie einen qualvollen Schmerz, sie sah ihr Blut auf dem Bordstein und stürzte ganz hinunter auf den Asphalt. Das Engelsmädchen starrte sie an, dann drehte sie sich um und verschwand.
"Wenn Engel hassen, stirbt der Mensch, der ihnen den Hass gegeben hat."
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So :D Habt Erbarmen, aber ich persönlich finde die Geschichte eigentlich recht gelungen :)
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