Vergiss mich nicht!

von Cara, 11 Jahre


 

Warum musste ausgerechnet ich krank werden und nicht irgendein anderer Mensch? Warum?
Die Frage konnte ich mir nicht beantworten und meine Mutter auch nicht. Ich, Fiona, lag hier im Bochumer Krankenhaus und kämpfte um mein Leben. Es passierte alles im Afrika Urlaub, dort wurde ich von einer gefährlichen Mücke gebissen, jetzt habe ich Malaria und liege hier und mir geht es schlecht, sehr schlecht. Jeden Tag quälte ich mich mit dem Gedanken, dass ich es nicht schaffen werde und sterben muss, so wie andere Millionen Leute, aber dann kommt auch wieder die Kampfseite und da heißt es: "Du wirst das schaffen, du bist doch kein Loser". Aber so fühle ich mich: Wie ein Loser, denn keiner kommt zu mir ans Bett und hält meine Hand und wünscht mir alles Gute. Nur meine Eltern und meine beste Freundin Janine. Ich bin enttäuscht, hieß es nicht immer: "Freunde sind für einen da in guten aber auch in schlechten Zeiten"?!
Ja, so hieß es, aber ich sag euch: Es ist eine Lüge eine ganz große. Vielleicht stimmt es bei zwei Leuten, aber der Rest, das sind dann Wohl oder Übel auch keine richtigen Freunde. Das habe ich aber erst zu spät verstanden, leider.
Letztens ging es mir wieder richtig schlecht und mich plagten schlimme Fieberkrämpfe und da habe ich mir gewünscht, tot zu sein. Ich weiß nicht warum, aber mir ging es schlecht und warum bitte sollte ich auch noch leben? Ich wurde verlassen und ich könnte Platz machen für neue Leben, mich würde ja eh keiner vermissen! Dieser Gedanke tauchte mir jetzt immer öfter auf, auch wenn ich dagegen kämpfte. Eines Tages fragte ich meine Freundin: „Warum kommt keiner? Sie wissen es doch, oder? Ich fühle mich betrogen von ihnen!“
Sie antwortete gequält: „Sie kommen noch, sie kommen noch.“
Da ich wusste, dass das gelogen war flüsterte ich zu ihr: „Du lügst, sie haben Angst, dass ich sie anstecke oder? Sie werden ja wohl nicht kommen, weil sie mich nicht so krank sehen können?"
Da antwortete sie: „Ich weiß es nicht, aber vergesse sie, sie sind nicht deine Freunde auch nicht Leo!“
Oh mein Gott! Leo er gehört auch zu denen? Nein, das kann nicht wahr sein, er hat mich doch nicht vergessen, er doch nicht, er kann mich nicht vergessen. Seitdem ging es mir jeden Tag schlechter und ich quälte mich nur noch. Die Ärzte gaben mir starke Medikamente, die ich dann später wieder auskotzen musste, denn sie wussten nicht mehr, was sie tun wollten, darum wette ich.

Eines Tages, als es mir wieder sehr schlecht ging, hörte ich Stimmen vor meiner Tür: „Es tut mir leid, Frau Cils, aber wir können ihr nicht mehr helfen, wir haben alles versucht!“, murmelte ein Arzt.
„Es ist nicht vorbei!“ schrie eine Frau.
„Leider schon, wir können nichts mehr machen, deswegen soll sie nach Hause, um dort ihre Stunden zu verbringen die sie noch hat.“
„Nein, das kann nicht sein sie müssen noch was tun“, flüsterte meine Mutter weinend. Der Arzt sagte: „Nun kommen sie! Wollen sie ein Tee?"
Die Schritte entfernten sich und mein Schicksal hat sich entschieden, ich werde sterben! Es ist so schrecklich, wenn man weiß, dass es vorbei ist und das die Mutter einen sogar anlügt für die letzten Stunden oder Wochen. Wir fuhren nach Hause und meine Mutter hat mir nicht gesagt, warum. Nur, dass ich erstmal hier bleibe. Jezt lag ich schon seit zwei Tagen auf dem Sofa und dann habe ich meinen Computer geholt und bei meinem Posteingang nachgeguckt und dort war eine Nachricht und diese Nachricht war von Leo: „Liebe Fiona! Es tut mir leid, dass ich nicht gekommen bin, ich hatte Angst, dich so zu sehen, so krank und zerbrechlich, aber jetzt weiß ich, dass das ein Fehler war! Ich hoffe du kannst dies noch lesen, denn ich liebe dich und ich werde dich nicht vergessen! Dein Leo“
Nein, er lügt er ist ein Lügner. Die E-Mail ist eine Woche alt und er weiß sicher, dass ich dann noch im Krankenhaus lag. Er ist ein Täuscher, ein Mensch, der mich sicher vergessen hat, ganz sicher!
Es vergingen Stunden und Tage und mir ging es immer übler. An einem Mittwoch ging es mir so schlecht, wie noch nie und ich wusste, meine Zeit war vorüber. Janine kam, meine Eltern, aber sonst keiner. Ich quälte mich Stunde um Stunde und um 10.00 Uhr musste Janine gehen. Sie drückte mich fest und sagte: „Ich werde dich nie vergessen, du meine zweite Hälfte“, und sie ging mit Tränen im Gesicht. Um halb 12 sagten meine Eltern zu mir, ich wäre das Beste, was ihnen je passiert ist und das sie mich nie vergessen werden und auch sie versuchten im Gästezimmer zur Ruhe zu kommen. Mich hielt etwas auf und ich wusste, was. Es fehlte ein Mensch, ein Satz und dann wäre ich erst bereit. Um Punkt 12 Uhr hörte ich etwas und eine Gestalt kam, eine männliche und mein Herz fing an zu tanzen. Er war es, es war Leo. ER kam rein und nahm meine Hand und sagte: „Ich war blind, ich hätte dich nicht vergessen dürfen, du warst immer bei mir, das habe ich gefühlt und ich habe dich vermisst. Jetzt konnte ich es nicht mehr aufhalten.“
Dann kam er näher und sagte: „Ich werde dich nie mehr vergessen, du bleibst immer bei mir“, dann küsste er mich und ich schlief ein für immer und ich habe Platz gemacht für ein neues Leben, denn ich war glücklich und mein letzter Wunsch war in Erfüllung gegangen.

Ich hoffe mir ist die Geschichte gut gelungen ich würde mich auch sehr über eure Kommentare freuen, denn diese Geschichte liegt mir sehr am Herzen! :)

 

 

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