Du das letzte Mal
von Isabella, 11 Jahre
Huhu,
ich habe hier schon seit langem Geschichten gelesen und wollte nun auch mal eine schreiben.
***
Ich blickte mit einem leeren Blick in den grauen Himmel, sah wie sich eine Häuserfassade schwach vor ihm abbildete. Doch all das interessierte mich nicht. Genauso wenig, wie der nasse Stein, der meine dünne Hose innerhalb weniger Sekunden völlig durchnässte. Es war zwar kalt, aber ich spürte es nicht. Viel mehr meine innere Kälte.
Immer wieder hallten seine Worte durch meinen Kopf.
"Ich hasse dich."
Ich hatte das Gefühl, als würde er neben mir stehen. Mein bester Freund hatte sie ausgesprochen. Oder ehemaliger? Ich wusste es nicht. So schlimm stritten wir uns normalerweise nie. Aber war dieser Tag normal? Schon allein der frühe Abend beunruhigte mich, die Kälte, die in einem sonst so warmen Monat vorzufinden war.
Am Morgen hatte ich nicht aufstehen wollen, tat es aber doch. Wegen ihm. Und jetzt bereute ich es. Was wäre, wenn ich es nicht getan hätte? Dann wäre ich nicht dort gesessen, sondern zu Hause und würde mir eine dieser langweiligen Talk-Shows reinziehen. Aber all dies war besser, als diese Worte, die er zu mir gesagt hatte.
Eine warme Träne rann mir die Wange hinunter, rollte über meine bebenden Lippen, tropfte mein Kinn hinunter.
War ich nicht auch im Unrecht? Wie konnte ich es wagen, ihm solche Wörter an den Kopf zu werfen? Wo er mir doch so wichtig war? Wo er immer meine Stütze war? Doch nun war auch sie zerbrochen. Was sollte ich nun tun?
Natürlich, zu ihm gehen und sich entschuldigen. Aber ich wollte nicht. Nein. Dazu war ich zu stolz, wofür ich mich wiederum hasste. Trotzdem konnte ich mich nicht überwinden.
Doch ich hob meinen Kopf, als ich ihn aus dem Haus kommen sah. Überraschung machte sich in mir breit; innerhalb kürzester Zeit stand ich auf den Füßen und formulierte in meinen Gedanken eine Entschuldigung.
Allerdings wurde ich urplötzlich aus den Gedanken gerissen, denn ein quietschendes Geräusch, worauf ein Schrei folgte, durchriss die abendliche Stille.
Und er lag auf dem Boden. Ich rannte so schnell ich konnte, doch sein Atem ging bereits schwerer. Und langsamer. Blut rann aus seinem Mund, durchtränkte sein weißes Hemd.
"Nick", meine Stimme überschlug sich fast, während ich verzweifelt an seinem leblosen Körper rüttelte, "Nick!"
"Kira", brachte er brüchig hervor, seine hellblauen Augen öffneten sich kurz, dann schlossen sie sich erneut. Seine Lider flatterten.
"O Nick", sprudelten die Worte aus mir hervor, "es tut mir alles so leid! Es war meine Schuld... und... und ich liebe dich."
Noch mehr Tränen rannten über meine Wangen als ich merkte, dass ich diese Worte zu einem Toten gesagt hatte.
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So... ich würde mich über Kommis und auch Kritik freuen.
LG
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