Vertrauen fürs Leben

von Cara, 11 Jahre


 

Ein einziger Tag, eine einzige Stunde und ein einziger Moment, der mein ganzes Leben veränderte. Es passierte an einem schönen Frühlingstag: Ich und meine Freundin ritten mit unseren geliebten Pferden aus. Sam war in bester Laune und daher entschieden wir uns für ein bisschen Galopp. Er beschleunigte freudig das Tempo und ich fühlte mich so, als ob ich auf Wolken fliegen würde. Doch dieses Gefühl hielt nicht lange an. Ich sah einen Baum mit herunter hängenden Ästen, ich hörte auch noch meine Freundin schreien aber dann, ja dann war ich weg, weg aus dem Lichtblick der Welt.
Das ist jetzt fast vor einem Monat passiert und seitdem sehe ich schwarz, schwarze Nacht, schwarzen Tag einfach alles ist schwarz. Ich bin BLIND. BLIND. Als ich das erfahren habe, dachte ich, es wäre ein Traum und gleich würde der Wecker klingeln und alles ist vorbei, aber ich bin nicht in einem Buch, ich lebe in der Realität.
In der Realität habe ich erst spät erfasst, das es stimmt. Meine Eltern sind geschockt sehr sogar. Sie haben Angst, Angst dass ich mich nicht zu recht finde und diesen Gedanken hatte ich auch. Seitdem sind sie anstrengend. Ich mag es nicht, wenn sie mich voll plaudern und versuchen, mir alles zu erzählen, was sie über Blindheit wissen. Aber sie wissen nichts, sie wissen nicht wie man sich fühlt und das weiß nur Maja, meine beste Freundin, für immer und ewig. Sie ist die einzige Erträgliche am Krankenhaus-Bett, auch wenn sie den größten Schock hat, sie hat es ja gesehen. Die Welt ist ungerecht, sie ist unfair, sie ist nieder schmetternd, das und noch mehr denke ich jeden Morgen im Bett.
Der Arzt redet sehr oft mit mir und sagt immer ich darf bald nach Hause. Aber wann ist bald, denn ich muss doch Sam besuchen. WUMS jetzt wurde mir klar, dass es gestorben ist - mein größter Traum, mit Sam große Turniere zu reiten, nur wegen einem Tag, einer Stunde und einem Moment ist er geplatzt.
Da wusste ich noch nicht, dass man doch reiten kann und zwar richtig gut. Mit Musik. Denn mein Gehör ist noch nicht gestorben. Nach hartem Training habe ich es geschafft, wieder zu reiten, zu fliegen so wie früher, wo ich noch nicht blind war! Mein Leben ist anders seit dem Unfall, aber trotzdem schön. Ich habe gelernt, die Blindenschrift zu benutzten, ich besitzte einen Blindenhund, das Haus wurde extra umgebaut für mich und das wichtigste ist: Ich habe gelernt der Welt zu Vertrauen und nicht aufzugeben und darauf bin ich stolz!

 

 

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