Vergangenheit.

von Emely, 12 Jahre


 

Ich starrte in den Himmel.
Wolken.
„Jonas!", rief ich. Aber niemand antwortete.
Niemand.
Die Tränen liefen mir ohne Ende über mein Gesicht und ich fragte mich, wieso ich die Falsche gewesen war.
Ich erinnerte mich an seine Worte: „Emely! Lass mich in Ruhe! Aus uns wird nichts! Und es ist ein Wunder, dass es überhaupt jemals geklappt hat! Es tut mir Leid. Aber es geht nicht."
Er war mein bester Freund gewesen. Der allertollste Kumpel. Unersetzbar. Ich hatte nie eine weibliche beste Freundin gehabt. Ich meine- ich hatte ja Jonas. Aber meine doofe Liebe, die hatte alles zerstört. Ich war seit zwei ganzen Wochen in ihn verknallt gewesen, hatte ihn aber nie drauf angesprochen. Im Kino hatte ich seine Hand gehalten. Beim Eis-Essen hatte ich ihn angelächelt. Und ich hatte ihm gesagt, dass ich mich nach der großen Liebe sehnte. Aber Jonas - der hatte das alles zugelassen, ohne zu wissen, dass ER meine große Liebe war.
Ich schloss die Augen.
Jonas. Jonas. Jonas. Er war fort. Er wollte mich nicht. Wegen mir hatte er unsere Freundschaft weggeschmissen.
Ich öffnete die Augen und ging langsam durch den Regen. Das Gewitter ließ nicht nach. Normalerweise wäre ich bei solch einem Sturm niemals draußen. Normalerweise.
Normalerweise wäre ich aber auch nicht alleine.
Normalerweise.
Ich hätte mich selbst ohrfeigen können. Jonas war nie schüchtern gewesen. Er hatte mich beschützt. Aber nur, als wäre ich seine kleine Schwester. Nicht seine Geliebte. Und ich Trottel, ich hatte alles zerstört.
Ich starrte auf unser Haus, was immer Näher kam. Da nahm ich eine Gestalt hinter mir wahr.
„Jonas?", meine Stimme war brüchig.
„Emely, ich liebe dich nicht, aber es gibt tausende von anderen Jungs, die dich verdient hätten. Ich ... ich... ich verstehe dich einfach nicht, will aber nicht unsere Freundschaft aufs Spiel setzen. Schau mir in die Augen, und sag, was du darin siehst", Jonas hielt mich an der Schulter fest und ich drehte mich um.
Seine Augen.
„Ich... sehe...", fing ich an, aber brach sofort ab.
„Was siehst du?", Jonas Worte beruhigten mich.
„Ich weiß nicht", flüsterte ich.
„Doch. Du weißt", wisperte Jonas.
„Ich sehe... Ehrlichkeit. Keine Lügen. Trauer. Aber keine Liebe", schluchzte ich wahrheitsgemäß.
„Genau. Und soll ich dir sagen, was ich in deinen Augen sehe?"
Ich hob den Kopf.
„Ich sehe Trauer und die Hoffnung. Aber Emely. Wenn du in mich verliebt bist, dann können wir nicht befreundet sein. Egal, wie sehr du das willst. Es tut mir Leid!"
Jonas drehte sich um und ging.
Ich seufzte und schluchzte.
Aber er kam nicht zurück.
Nach einiger Zeit fragte ich mich, ob er wirklich da gewesen war. Aber irgendetwas sagte mir, dass er da war.
Ich drehte mich um und rannte das letzte Stück zu unserem Haus. Dann öffnete ich die Tür und hoffte, dass alles würde ein gutes Ende geben...

***

Hoffe, die Geschichte hat euch gefallen, würde mich über Kommis freuen :)
Emely

 

 

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