Verloren.
von Emely, 12 Jahre
Die Tränen kannten kein zurück mehr. Meine Augen brannten. Ich kannte den Schmerz zu gut. Es war immer das Gleiche. Um mich herum waren immer noch bunte Lichter. Sie tanzten. Aber niemand tanzte mit mir. Die Stimmen und das Gelächter wurden lauter. Ich schloss für einen Moment die Augen und stellte mir mein Leben vor ihrem Tod vor. Schön. Fröhlich. Wer konnte schon von sich behaupten, dass er glücklich war? Ich hatte es gekonnt. Aber nur wegen dem einen Menschen: "Mama", flüsterte ich leise. Und ich starrte an die hell erleuchtete Decke.
Gerade lief das Lied "Tonight" von Alex Band. Es war DAS Lied. Nicht irgendein trauriges Lied. Es war UNSER Lied. Gewesen. Ich starrte auf meinen schwarzen Rock hinunter. Meiner Mutter hatte es nie etwas ausgemacht, dass ich nie in Röcken gelaufen war. Dass ich mich nie geschminkt hatte. Sie hatte mich geliebt, so wie ich war. Früher sagte sie immer: "Ach, Emely, du bist auch ohne den ganzen Mist eine geborene Prinzessin. Die Schönheit in Person. Ich liebe dich, Emely." Und dabei hatten wir "Tonight" gehört. Nur Mama und ich. Ich fühlte mich verloren, klein und ungeschützt. Meine große Klappe hatte ein Ende. Und niemandem schien es aufzufallen.
Die letzte Träne tropfte auf die Erde. Dann stand ich auf, und sah auf die Tanzfläche. Der letzte Ton des Liedes hallte ein, und als es für einen kurzen Moment still war, verließen die meisten Tanzpaare die Bühne. Jonas winkte mir mit großen, traurigen Augen zu. Er hatte mich nicht verstanden. Ich brauchte meine Ruhe. Vor ihm. Vor Dad. Vor allem. Nachdem Jonas mich noch einmal flehend angeschaut hatte und von mir keine Reaktion kam, drehte er sich um und ging.
Ging, genau wie Mum. "Gott! Bitte! Höre mich an! Nimm mir nicht noch Jonas weg!", ich fiel auf die Knie. Aber Jonas kam nicht mehr. "Jonas...", meine Stimme war zu schwach für einen Schrei. Vor meinen Augen wurde es schwarz, und das letzte was ich spürte, war die kühle Erde an meiner Stirn.
Ich wollte nicht mehr aufwachen. Tat es aber doch. Ich schaute in die Augen. Jonas. Er hatte Tränen in den Augen, und hatte meinen Kopf in seinen Schoß gelegt. "Emely", seine Worte waren wunderschön. "Hörst du mich?", ich nickte schwach, und lächelte schief. "Jo-jonas. Verlass mich nicht", meine Stimme war brüchig.
"Ich verlasse dich doch nicht. Nie! Und deine Mutter auch nicht. Sie wird dich nie vergessen. Nie. Emely. Ich war immer dein bester Freund. Aber ich liebe dich. Ich liebe dich wirklich", Jonas Worte erfüllten mich mit Wärme. Und während ich die Augen wieder schloss, um Mama und Gott zu danken, küsste Jonas mich.
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Hallo :)
Vielleicht etwas komisch, würde mich aber über Meinungen/Kommis freuen :)
Grüße,
Emely.
P.S. Ich weiß, dass ist ungefähr das Gegenteil von der anderen Geschichte :)
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