Leben, um zu gewinnen [Live to win]

von Evii, 14 Jahre


 

[Ich empfehle die Geschichte den "älteren" Lesern]

Nein, es war die einzige Möglichkeit. Es gab längst keinen Ausweg mehr. Langsam ging sie den Gang hinunter. Sie hatte Angst und doch kam es ihr irgendwie wie eine Erlösung vor. Es würde alles klappen. Gestern war sie noch einmal alles durchgegangen. Der Plan war einfach narrensicher. Alle Teile hatten sich zusammengefügt. Es war wie ein Puzzle, ein großes schreckliches Puzzle.
Sie, Miriam, hatte alles geplant. Heute würde sie Rache nehmen. An Allen, die sie immer verspotteten. Sie war für ihre ganze Klasse immer das Opfer gewesen. Das Mädchen, mit dem man alles machen konnte. Niemand achtete auf ihre Gefühle und niemand hatte auch nur einmal gefragt, wie es ihr ging. Vielleicht ein paar, ein paar Wenige. Aber nun würde alles gut werden. Sie würde nun Rache nehmen, Vergeltung bekommen. Ja, Miriam tat das einzig Richtige.
Sie lebte, um zu gewinnen. Ja, sie würde diesen Kampf gewinnen. Diesen stetigen Psychokampf. Viele dachten, sie hätten aufgegeben, oh nein!
Endlich. Der Gang bis zu ihrem Klassenzimmer war ihr unendlich vorgekommen. Sie holte tief Luft und im nächsten Moment riss sie die Türe auf.
"Miriam, du kommst viel zu spät. Ich hoffe du hast eine Entschuldigung", hörte sie sofort die Stimme ihrer Klassenlehrerin Frau Mayr.
"Auf den Boden!", schrie sie los und richtete ihre Pistole auf die entsetzten Gesichter ihrer Klassenkameraden. Es geschah, was sie sagte.
Unbeschreiblich, dieses Gefühl war einfach nur geil, jetzt musste man ihr gehorchen. Alle mussten das tun, was sie sagte. Sie hatte das Kommando.
"Miriam, was..."
Die Stimme ihrer Lehrerin brach ab. Lächelnd betrat Miriam das Klassenzimmer und lief auf und ab.
"Toll oder? Was habt ihr denn gedacht, was jetzt kommt? Habt ihr etwa gedacht, ich lasse das alles über mich ergehen? Pah, ich habe nie vergessen, was ihr mir angetan habt. Nein, nie!" Ihre Stimme zitterte, aber sie fühlte sich stark. Sie hatte die Stärke und sie würde das alles gewinnen. Sie tat das hier, um zu gewinnen.
Die 22 Gesichter waren voller Angst. Einige fragten sich sicher, ob sie hier lebend raus kamen. Mal sehen.
"Handys her", schrie Miriam. Sofort legten die Schüler ihre Handys ab. Die neusten Modelle. Natürlich, nur der mit dem neusten Gerät war cool. Immer, wirklich immer war das hier ein stetiger Konkurrenzkampf. Hübscher, cooler, beliebter oder einfach klüger. Sei das alles, aber sei nicht da drunter. Und Miriam lag immer darunter, immer.
"Gib mir dein Handy", zischte sie zu einem Mädchen in der hintersten Bank. Milena, hübsch, beliebt und einfach nur cool.
"I-Ich habe k-keines. Ich m-meine keines d-dabei." Stotterte die Blondhaarige vor sich hin. Tränen standen in ihren Augen. Miriam liebte diesen Anblick.
"Wage es ja nicht, mich anzulügen. Wage es nicht und wenn du es tust, bist du sofort tot!" Augenblicklich nahm Miriam sich ein Messer zur Hand und hielt es vor Milenas Gesicht.
"A-Aber wen es s-stimmt...ich habe e-es daheim", hörte sie die Worte der ängstlichen Schülerin. Sie konnte es nicht glauben. Nein, nein das stimmte nicht. Sie wusste es. Sofort nahm sie das Messer und drückte es an den Hals von Milena.
"Oh du hast es vergessen. Hm... das verstehe ich. Und du verstehst es, wenn ich dir gleich die Kehle durchschneide, wenn dein verdammtes Handy nicht in 3 Sekunden auf diesem Tisch liegt."
Mit zitternden Händen kramte die Blondine in ihren Taschen herum. Blond... blondiert. Blondierte hasste Miriam über alles. Diese billige Farbe. Hass stieg in ihr auf. Nein sie musste warten...
Sie würde gewinnen. Sie lebte, um zu gewinnen.
"H-Hier." Langsam legte Milena ihr topmodernes Handy auf den Tisch.
"Na, also..." Miriam lächelte genervt und trat wieder nach vorne. Die Gesichter aller waren schreckensbleich.
"Miriam, das kannst du doch nicht tun. Denk doch mal nach, man kann dir helfen und..." Wieder brach Frau Mayr ab. Ein Schuss durchzuckte die Klasse. Die Lehrerin fiel zu Boden, nein das war nur ein Streifschuss. Ganz sicher.
"So jetzt sind wir unter uns", lachte Miriam.
"Wisst ihr was? Ihr seit so erbärmlich. Jahrelang lacht ihr über mich und jetzt heulen die meisten von euch. Jetzt reißt keiner blöder Sprüche, aber ich werde nie vergessen, wie ihr mich gequält habt. Gemobbt, oder wie sagt ihr? Gedisst!"
"Miriam ich habe dich nie gedisst", kam es von einem braunhaarigen Jungen. Mark, der Coole. Oh, wie sie ihn hasste. Wie er auf seinem Kaugummi kaute und auf seinem Stuhl saß, als wäre das hier ein Schulreferat.
"Ach... und ich habe dich nicht erschossen", schrie Miriam und drückte ab.
Schreie, irgendwo kamen Sirenen. Sie sah Blut, viel Blut. Blut beruhigte sie, es war ihr Ziel. Oder nicht?
Sie wollte gewinnen. Jetzt oder nie.
"Ruhe!", brüllte sie in die Runde, als sie merkte, wie alle durcheinander schrien und weinten.
"Wenn ihr nicht aufhört, seit ihr tot", brüllte Miriam aus voller Kraft und schoss ein paar Mal in die Decke."
Ruhe. Stille. Angst.
In diesem Moment ertönte von draußen irgendwoher eine Stimme. Sie kannte diese Stimme.
Luna... Ihre einzige Freundin... Luna, die vor Jahren wegzog... Luna, die sie immer verstanden hatte.
"Bitte, Miriam, hör auf. Was tust du nur? Es gibt andere Lösungen, aber nicht das. Wir wollen, dass es dir gut geht und bestimmt finden wir eine Lösung. Aber jetzt komm raus und stell dich. Alles wird gut!"
Alles wird gut. Sie hasste diese drei Wörter.
Sie holte tief Luft und dann schoss sie. Schoss nach draußen und hoffte inständig, sie hatte Luna erwischt. Wollte, dass sie ruhig wurde und weg blieb.
Irgendwoher hörte sie Polizeistimmen.
JETZT.
Sie sah sich um und schoss wahllos in der Gegend herum. Schreie, Blut, Weinen.
Ja... schlussendlich brach sie zusammen.
Sie hatte gewonnen.
Sie hatte gelebt, um zu gewinnen.
Es hatte sich gelohnt.

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So... um ehrlich zu sein, bin ich euch nicht sauer, wenn euch die Geschichte nicht gefallen hat.
Mir gefällt sie irgendwie auch nicht. Ich weiß nicht warum. Und ich weiß, dass sie schlimm ist...
>.<

 

 

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