Liebe und Freundschaft (3)

von Elena, 14 Jahre


 

Eine Zeit lang herrschte nur Stille, dann fing Kevin wieder an: „Bevor ich mir dein Problem anhöre, will ich dich noch etwas besser kennen lernen."
„Aber Kevin! Du kennst mich doch! Ich habe mich eigentlich nicht geändert...", sagte ich protestierend.
Doch Kevin hörte mir gar nicht wirklich zu: „Also... Ich habe eine Idee: Wir stellen uns abwechselnd Fragen und jeder muss sie wahrheitsgemäß beantworte, alles klar?". Kevin schaute mich erwartungsvoll an.
Ich nickte und meinte: „Fang du an."
„Schön, also Elena... Als du weg warst, hast du da manchmal an mich gedacht?"
Na toll. Was für eine geflopte Frage.
„Klar habe ich dich vermisst und jeden Tag an dich gedacht", antwortete ich wahrheitsgemäß. „Jetzt bin ich dran...", ich überlegte und dann fragte ich: „Was ist, nachdem ich weg war, mit meiner Clique passiert? Irgendwann brach der Briefkontakt nämlich auch ab."
„Mh... Ich habe mich kaum um sie gekümmert. Andauernd haben die über mich gelästert... Und na ja... Irgendwann konnte sie keiner aus der Klasse mehr leiden... Also dann... Irgendwie brach die Clique auseinander und ein Mädchen ging auf die Realschule, ein anderes wechselte die Klasse, eine blieb bei uns und die Letzte zog um... Mehr weiß ich nicht... Okay, meine Frage: Wie viele feste Freunde hattest du nachdem Umzug? Und hast du es ernst gemeint?"
Kevins Frage traf mich wie der Blitz. „Das waren zwei Fragen!", versuchte ich abzulenken.
„Dann beantworte eben nur die Erste."
Ich drehte mich weg und sagte: „Wo ist die Toilette, ich muss mal..."
Kevin stand auf, führte mich aus seinem Zimmer und ging in den Nebenraum.
„Hier!"
Er hielt mir die Tür auf und verschwand dann schnell wieder in seinem Zimmer. Puuuh!
Da saß ich nun auf dem Klodeckel und überlegte, wie ich dieser Frage entgehen konnte. Kevin machte es mir gar nicht leicht. Was, wenn ich einfach lügen würde? Nein. Kevin anlügen? Das würde ich einfach nicht bringen.
Nach ein paar Minuten hatte ich einen Entschluss gefasst. Ich ging wieder ins Zimmer hinein und stand einfach nur an der Tür.
„K-kevin?", fast erwartete ich, dass er die Frage vergessen hatte, aber er schaute mich nur erwartungsvoll an.
„Mist!“, rief mein inneres Gedächtnis. Plötzlich klingelte es.
„Verdammtes Mädchen!“, schrie Kevin auf einmal, sprang auf, drückte mich zur Seite und rannte in einem Wahnsinnstempo die Treppen herunter.
Ich starrte ihm hinterher. Was hatte das denn zu bedeuten!?

Hi! Wie fandet ihr den dritten Teil??
Kommis würden mich freuen :D
Elena x33

 

 

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