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Mein Vater und Umzug in Heim/WG?!

Hallo, also ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ich habe mich noch nie besonders gut mit meinem Vater verstanden bzw. habe ich schon immer irgendwie unter ihm bzw. seinem Verhalten mir gegenüber gelitten. Mit Beginn der Pubertät, letztes Jahr, habe ich endlich angefangen, mich gegen ihn zur Wehr zu setzen. Was ihm natürlich gar nicht passt. Wir streiten uns nur noch, weil wir wegen allem aneinander geraten. Während ich früher alles über mich ergehen lassen habe, wehre ich mich heute. Deshalb trifft seine Betonwand auf meine Betonwand, während da bei mir früher keine Wand war.

Sicherlich kam dieses Wehren auch von meiner Therapie. Ich bin seit meinem 10. Lebensjahr in Psychotherapie und habe einiges schon herausgefunden über mich. Und, dass das, was mein Vater praktiziert, emotionaler bzw. seelischer Missbrauch ist. Das ist mir mittlerweile auch schon klar. Habe ich ihm auch schon ins Gesicht gesagt. Kam bei ihm aber natürlich wieder nicht an.

Weil ich glaube, dass ihm die Folgen seines Handelns nicht so bewusst sind. Dass er sehr viel zu meiner psychischen Erkrankung beigetragen hat. Weil er auch der Ansicht ist, keine Fehler zu machen, kann ja in seinen Augen nichts falsch gelaufen sein.

Ich war auch schon in einer Kinder - und Jugendpsychiatrie und habe da ein paar Vorträge von meiner Psychiaterin dort besucht (sie war sowohl Kinder - und Jugendpsychiaterin, als auch Psychiaterin für Erwachsene). Einfach, weil ich das interessant fand. Es ist so, dass die Klinik, in der ich war, mit der Erwachsenenpsychiatrie auf einem Gelände bzw. in einem Gebäudekomplex ist. Deshalb konnte ich zu den Fach - Vorträgen rüber in die Erwachsenenpsychiatrie gehen. Es wurde keine Altersgrenze angegeben, weshalb das auch kein Problem war. Musste mich nur bei den Betreuern abmelden, um die Station verlassen zu dürfen. Bescheid geben, wo ich bin, und gut war. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits auf der offenen Station (nach anfänglicher geschlossener) und hatte auch lange Ausgang.

Ein Vortrag war über die narzisstische Persönlichkeitsstörung, und ich habe meinen Vater und sein Verhalten in fast jedem der aufgeführten Punkte wiedererkannt. Deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass er selber gestört ist (zumal ich seine Mutter bzw. meine Oma kenne … und mich dementsprechend auch nicht wundere, über den Sohn, den sie nun mal hervorgebracht hat) und sich deshalb auch nie ändern wird.

Momentan stehe ich vor der Entscheidung, in eine WG für psychisch kranke Kinder und Jugendliche zu ziehen oder nicht. Auf der einen Seite habe ich Angst, auf der anderen Seite würde ich so meinem Vater entfliehen können. Vielleicht würde der Abstand uns auch guttun, um wieder normal miteinander umgehen zu können. Meine Schwester versteht sich viel besser mit ihm, seit sie in eine eigene Wohnung gezogen ist. Sie ist 20 Jahre alt.

Und Kindeswohlgefährdung in Bezug auf Jugendamt ist an sich definitiv gegeben. Aber damit würde ich vielleicht meine ganze Familie zerstören, wenn ich irgendwelche Ämter einschalte oder so. Deshalb wäre es besser, das Angebot mit der Wohngruppe anzunehmen … denke ich. Aber ich bin eben noch so unschlüssig. Vor allem, wie ich das meinen Eltern erklären soll, warum ich weg will oder muss.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?! Oder was denkt ihr über meine Situation?!

Gruß, Paulina
von Paulina (13 Jahre), geschrieben am 30. Juni 2018.
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  • Ich denke, dass das Wohnheim definitiv die richtige Entscheidung ist. Ich meine, du kannst es ja auch erstmal ein paar Monate ausprobieren, und wenn du dich dann gar nicht wohlfühlst, kannst du immernoch wo anders hin. Bist da ja nicht für den Rest deines Lebens eingesperrt. Ich finde es gut, dass du dir nicht mehr alles gefallen lässt, auch wenn es natürlich schwierig ist und zu mehr Streit kommt. Also nur Mut! Vielleicht kann das Heim dir helfen, selbstbewusster und selbstständiger zu werden und dadurch auch besser mit der Krankheit deines Vaters umzugehen. Ich würde es jedenfalls ausprobieren. Klar ist es immer schwer, von zu Hause weg zu gehen. Aber die Mitarbeiter dort haben Erfahrungen damit und können dir Tipps geben, wie es leichter geht. Und früher oder später musst du einfach weg. Viel Glück!
    von Liesa (17 Jahre), geschrieben am 3. Juli 2018.
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  • Ich denke du solltest in diese wg gehen. Das muss ja nicht für immer sein aber wenigstens solange bis du und dein Vater euch wieder versteht.
    von Alea (11 Jahre), geschrieben am 4. Juli 2018.
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    • Hi also ich würde das Angebot auch annehmen. Falls deine Eltern dich nach dem Grund fragen du hast Ihnen den Grund doch bereits genannt =v l t sieht dein Vater dann ja auch ein dass etwas falsch gemacht hat.
      ... Und auch wenn es dir hilft ... hast du nicht auch manchmal in diesem Moment gedacht dass es dann nicht besser wäre bei deinem Vater zu bleiben?


      von Jemand von der k t s (16 Jahre), geschrieben am 24. August 2018.
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