Rettungsboot
  • Freundschaft
  • Eltern und Familie
  • Liebe und Liebeskummer
  • Schule
  • Ich bin...

Ich bin das schwarze Schaf in der Familie!

Hi Leute,

ich bin Louis und bin 13 Jahre alt. Und ich bin schon immer das schwarze Schaf in meiner Familie. Meine Eltern nehmen mich einfach nicht ernst und ziehen alles, was ich sage, ins Lächerliche. Sie behandeln mich wie einen 5- jährigen und lassen mich oft auch gar nicht zu Wort kommen. Ich fühl mich oft unsichtbar, wenn ich am Tisch mit anderen Leuten sitze und ich etwas sagen will. Keine Sau hört mir zu. Immer, wenn ich was sagen will, fährt mir jemand mitten in den Satz hinein. Nicht nur 1 Mal hab ich nach dem 6. Versuch, etwas zu sagen, einfach aufgegeben. Als wäre ich nur Luft. Und das geht schon so, seit ich denken kann. Das war schon immer so. Ich bin auch einfach zu brav und lieb, um was zu sagen. Ich kann einfach bei anderen Leuten nicht mit der Faust auf den Tisch hauen (früher konnte ich es auch zu Hause nicht). Das trägt sicher auch dazu bei, dass ich für andere weniger ernst zu nehmend erscheine.

Mein Bruder ist nur 1 Jahr älter als ich, aber der wird ernst genommen. Ich werde immer als unvernünftig und so dargestellt. Egal, was ich mache. Wenn ich mir etwas von meinem Taschengeld gekauft habe, und es ist etwas, was mir gefällt, aber ihnen nicht, dann ist es gleich unnötig und Schrott. Dann geht`s los: "Du schmeißt das Geld zum Fenster raus. Das braucht doch keiner, was du dir da geholt hast. Du kannst nicht mit Geld umgehen!" usw. Das ganze dumme Gelaber meiner werten Eltern. Mein Bruder holt sich ne Menge Mist, und da sagen sie nur, wie schön das ist. Ich kann euch gar nicht erzählen, was ich in den Momenten am liebsten tun würde. (...) Aber natürlich geht das nicht. Ich kann ja nicht meine Eltern schlagen.
(...) Das hat sich alles angestaut mit den Jahren, in denen ich still war und es einfach mit mir machen lassen habe. Das will raus. Ist doch ganz logisch.

Wenn sie mir keinen Respekt zeigen, dann werden sie den von mir auch nicht mehr bekommen. So viel steht fest. Ich habe lange genug treudoof genickt und alles mit mir machen lassen. Aber das ist vorbei. Die Therapie hat mich stark gemacht in der Hinsicht und ich kann jetzt auch mal auf den Tisch hauen. Auch wenn das bis jetzt, anscheinend erfolglos war.

Und dann war ich natürlich wieder das unartige Kind, das jetzt Hausarrest bekam. Wunderbar. Er provoziert mich ---- ich reagiere entsprechend logisch ---- ich bekomme die Strafe von dem Jenigen, der eigentlich angefangen hat und meine Reaktion erst möglich gemacht hat (ausgelöst hat. So läuft das immer. Und dann wundert man sich noch, dass ich innerlich aggressiv gegen meine Eltern werde?!

Und ich habe das auch schon oft angesprochen, bei meinen Eltern. "Ihr nehmt mich nicht ernst. Aber ich verlange das von euch. Nehmt mich endlich ernst und hört auf, mich so unfair zu behandeln .... ! usw. Aber, da sie mich ja nicht ernst nehmen, haben Sie auch das nie ernst genommen. Es kam immer nur : "Wir nehmen dich doch ernst. Das meinst du immer nur....!" Also anscheinend denken sie wirklich, dass ich mir das nur einbilde. Tue ich aber nicht.

Dank diesem Umstand habe ich Depressionen entwickelt und war deshalb mit 11 das erste Mal beim Psychiater. Seit dem nehme ich Medikamente. Und sie sehen immer noch keine Schuld bei sich. Sie denken nicht im Ansatz über ihre eigenen Fehler nach, weil sie glauben, dass sie keine Fehler machen. die Fehler mach ja nur ich. Seit dem ist es sogar noch schlimmer mit dem Verhalten meiner Eltern. Weil ich einfach vieles nicht so gut und schnell und oft kann, wie mein Bruder (durch meine Depression), bin ich ja noch weniger ernst zu nehmen, für sie. Meine Psychologin sieht da ein großes Problem und fände wichtig, dass ich hier raus komme und in eine WG komme oder so. weil ich hier, unter den Umständen, niemals gesund werden kann. Das wird alles immer schlimmer. Jetzt bin ich natürlich auch noch das "Sorgenkind" der Familie. Wow. Sorgenkind UND schwarzes Schaf. Der Wahnsinn. Doppelbesetzung (in dem ganzen Theater hier) :D .... :(

Ich bin das schwarze Schaf und das Sorgenkind der Familie! Und wahrscheinlich wird das auch immer so bleiben! Wenn sich nicht etwas grundlegend ändert in meiner Familie.

Gibt`s unter euch noch welche, die auch das schwarze Schaf sind?

Vielleicht gibt es ja hier ja Leute, die mich verstehen können.

Grüße, Louis

+++

Hallo Louis, hier ist das Kidsville-Team, wir mussten ein paar Sätze aus deinem Beitrag streichen, weil auch jüngere Kinder auf Kidsville sind. Hast du deinen Therapeuten noch als Ansprechpartner? Es ist bestimmt gut und wichtig für dich, wenn du ihm von deinen Gefühlen gegenüber deinen Eltern erzählst. Schreibst du uns dazu noch kurz? Wir würden uns freuen! LG vom Team
von Louis (13 Jahre), geschrieben am 8. Dezember 2015.
Antwort geben
  • hallo louis das was du beschrieben hast,tut mir sehr leid du solltest dir jemanden suchen und oder mit deinen eltern das gespräch aufsuchen in der schule gibt es so genannt "vertrauenslehrer" alles was du den erzählst bleibt unter euch und wenn du das willst werden auch deine eltern dazu gehört leider ging es mir genauso und weis wie du dich fühlst aber wenn du nichts sagst kann dir auch nicht geholfen werden.deppressionen führen meist zu (...) selbst verletzendem Verhalten und düsteren gedanken ..etc deswegen ist es wichtig das du dir eine person deines vertrauens nimmst und mit ihr/ihm redest der jenige kann bestimmt auch mal mit deinen eltern reden oder du sagst deinem bruder das du es leid bist "das schwarze schaf" zu sein es gibt genug hilfen für dich!!!...leider habe ich auch nie was gesagt und es haben sich depressionen gebildet weil sich keiner für mich interessierte,die depressionen wurden so schlimm das ich anfing mich (...) selbst zu verletzen..fange NIEMALS mit sowas an ...ich wünsche dir alles gute ;-*
    von lorena, geschrieben am 14. Dezember 2015.
    Antwort geben
  • Hallo!

    Es gibt doch sicher auch Leute in deiner Familie, die dich ernst nehmen, oder? Du könntest zum Beispiel mit einer/m Oma/Opa/Tante/Onkel etc. sprechen. Irgendjemand nimmt dich sicher ernst, versteht dich, kann vielleicht auch mit deinen Eltern reden und wird von denen ernster genommen. Du kannst auch versuchen, mit deinem Bruder über die Situation zu reden oder auch nur mit Schulfreunden oder so. Die können vielleicht nicht gleich deine Eltern umstimmen, aber dir auf jeden Fall helfen und bessere Tipps geben als ich, weil sie dich kennen.
    Red' mit irgendjemanden darüber, den du gut kennst. Das hilft sicher!

    Viel Glück
    V
    von V (14 Jahre), geschrieben am 16. Dezember 2015.
    Antwort geben
    • Hallo,

      dankeschön. Ja, ich werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen! Ich werde es zumindest versuchen.

      Grüße, Louis
      von Louis (13 Jahre), geschrieben am 28. Dezember 2015.
      Antwort geben
  • Hallo,

    das hört sich wirklich nicht schön an. Du schreibst, dass du schon eine Therapie gemacht hast oder noch machst. Es gibt spezielle Therapien für Familien, die alle zusammen machen. Das wäre in deinem Fall sicher kein Fehler. Deine Eltern müssen lernen, dich ernstzunehmen und gerecht zu behandeln. Wenn sie sich nicht ändern, hilft dir auch die beste Therapie nichts, weil sie nicht alles mit dir machen können.

    Such dir auf jeden Fall Unterstützung, du könntest z. B. Verwandten von seinem Problem erzählen. Hast du Personen, denen du vertrauen und über alles reden kannst?

    Du hast gefragt, ob das noch jemand kennt... Ich habe das so ähnlich erlebt, aber nicht so schlimm. Meine Geschwister sind alle jünger als ich und meine Mutter hackt ständig auf mir rum, dass ich dies oder jenes machen soll, was sie nie müssen. Meine Brüder können den halben Nachmittag vor dem Fernseher sitzen und müssen nichts im Haushalt machen, aber sobald ich den Fernseher anmache, werde ich angemeckert.

    LG,
    Chemie
    von Chemie :D (12 Jahre), geschrieben am 17. Dezember 2015.
    Antwort geben
    • Hallo,

      dankeschön. Ja ... Familientherapie haben wir auch schon versucht .... aber meine Eltern halten das für Schwachsinn und wollen nicht mitmachen.

      Ja ich habe Freunde. Aber mit denen rede ich schon. Das hilft nur leider nicht wirklich.
      Weil sich dadurch nichts wirklich an meiner Situation ändert.

      Das tut mir Leid, dass du es auch so ähnlich erleben musst. Pass auf und lasse es nicht so weit kommen, wie es bei mir und bei Lorena, die hier auch geantwortet hat, gekommen ist.

      Gib auf dich Acht.

      Grüße, Louis
      von Louis (13 Jahre), geschrieben am 28. Dezember 2015.
      Antwort geben
  • Hallo ... ,

    entschuldigung, dass ich so lange nicht geschrieben habe, aber mir ging es sehr schlecht und ich musste in die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Leider. Gerade um die Weihnachtszeit herum. Das ist die einzige Zeit im Jahr, die ich einigermaßen genießen kann ... und dieses Jahr war auch das kaputt.

    Bin auch immer noch wach, weil ich eine neue Medikamentendosis bekomme und ich habe jetzt auch noch Schlafstörungen.

    In der Klinik haben die Ärzte, Betreuer und Therapeuten zusammen mit mir und meinen Eltern ausgemacht, dass ich Probewohnen mache in einer sozialpädagogisch betreuten WG. Dann muss ich halt diesen Schritt gehen. Wohl oder Übel.

    Wie kam es dazu, dass ich in die Klinik musste?!

    Also ich habe mich immer mehr in mein Zimmer zurück gezogen und habe nur noch geschlafen und habe auch meine Rolläden nicht mehr wirklich hoch gemacht. Wenn ich nicht geschlafen habe, dann habe ich ein Spiel gespielt, am Computer, in das ich irgendwie abgetaucht bin. Also ich bin sozusagen aus der Realität geflohen, in das Spiel oder in den Schlaf. Das war nicht das erste Mal. Diese Phasen hatte ich schon mehrmals. Deshalb wusste man auch Bescheid, dass es wieder so weit ist. Ich wusste das auch irgendwie .... unterbewusst. Aber bewusst konnte ich das gar nicht zulassen ... dass ich es realisiere, was wieder mit mir abgeht. Wie ich wieder mit einem Affenzahn den Berg hinunter ins Tal brettere. Da verschließe ich eher die Augen vor, in solchen Zeiten ... wenn ich mittendrin stecke und mittendrin gefangen bin. Das ist ein Schutzmechanismus von meinem Hirn und von meiner Seele. Denk ich.

    Ja, meine Therapeutin habe ich noch und mit der rede ich auch über diese Gefühle.

    Das ist das Schlimmste. Es ist immer so, dass ich gerade so mich wieder mühsam hochgeschleppt habe und gerade mich am hochziehen bin, um auf die Spitze des Berges zu kommen. Und dann passiert was, und wenn es nur ne Kleinigkeit ist, und dann rutsche ich wieder ab und bin wieder unten und muss wieder von neuem nach oben kommen.

    Die Motivation lässt irgendwann natürlich nach. Selbst der beste Bergsteiger verliert irgendwann die Motivation.

    :/ ... naja ... danke für die Antwort, Team. Und es ist ok, dass ein paar Stellen gelöscht wurden. Ich weiß ja auch schon gar nicht mehr, welche Stellen das waren bzw. kann ich nicht erkennen, was genau fehlt.

    Mein Gehirn speichert solche Dinge nicht mehr so gut ... merke ich.

    Grüße, Louis
    von Louis (13 Jahre), geschrieben am 28. Dezember 2015.
    Antwort geben
    • Lieber Louis, schön, dass du dich wieder gemeldet hast. Du musst dich auch nicht entschuldigen, dass es länger gedauert hat. Danke für die Erklärungen und Berichte. Auch wenn du zu Weihnachten gerade eine schlechte Phase erwischt hast: Du klingst sehr mutig und stark und du wirst es weiter schaffen ein guter "Bergsteiger" zu sein! Gib nicht auf und nimm die Hilfe der anderen, der Therapeuten, deiner Eltern oder auch der Wohngruppe an. Du schaffst das!
      Liebe Grüße vom Team
      von Kidsville-Team, geschrieben am 1. Januar 2016.
      Antwort geben
  • Das ist auch so bei mir ist es sogar schlimmer selbst mein kleinen Bruder nehmen sie ernst und ich bin 10jahre älter sie nehmen ein Baby ernst und ein 10jähriges Mädchen nicht okay und ich darf nicht mal ne zwei kriegen ich muss alles eins haben und wenn ich sage das ich Arzt werden will lachen sie bloß die lachen mich bei allem aus
    von Alinchen (10 Jahre), geschrieben am 3. Januar 2016.
    Antwort geben
    • Hey Alinchen,

      das tut mir sehr leid für dich, vor Allem, weil ich weiß, wie es ist. Du hast aber noch die Chance, vieles zu drehen. Du kannst zu Lehrern gehen, du kannst bei einer "Nummer gegen Kummer" anrufen, dir Rat holen usw. ich habe das in deinem Alter nicht getan, aber damit hätte ich vielleicht viel Leid verhindern können. Indem ich mir frühzeitig Hilfe gesucht hätte. ... Mach nicht den gleichen Fehler wie ich.

      Vertraue dich jemandem an, dem du auch wirklich vertraust. Und zwar jetzt. Warten bringt nichts Gutes.

      Grüße, Louis
      von Louis (13 Jahre), geschrieben am 4. Januar 2016.
      Antwort geben
      • Danke es geht wieder meinen Eltern wollten mich nur teste ob ich eifersüchtig auf meinen Bruder Bin :D
        von Alinchen (10 Jahre), geschrieben am 5. Januar 2016.
        Antwort geben