4. Problematische Inhalte im Internet

Erwachsene und Kinderhand an der Maus

Keine Frage: Abzocke, Pornografie- und Gewaltdarstellungen sind ein leider nicht unerheblicher Teil des Internets, den man seinem Kind möglichst vorenthalten will. Die effektivsten Mittel dazu sind Begleitung und Aufklärung. Lassen Sie Ihr Kind nicht alleine vor dem Computer und sprechen Sie mit ihm über die Erfahrungen, die sie zunächst gemeinsam, und später dann auch ihr Kind alleine im Internet macht. Ein Filterprogramm kann (ähnlich wie bei der Computerzeit) eine Unterstützung bieten, ersetzt jedoch keinesfalls Medienerziehung und die elterliche Aufsicht. Denn einen umfassenden und zugleich lückenlos wirksamen Filter gibt es nicht. Daher empfehlen wir auch keine bestimmte Software.

Hier ein kurzer Überblick über die Arbeitsweise und Wirksamkeit von Filtermethoden:

5. Filter

Die Blacklist
Der einfachste und in seiner reinen Form wahrscheinlich zugleich unwirksamste Filter ist die sogenannte „Blacklist“ (= schwarze Liste). Seiten, die auf dieser „schwarzen Liste“ stehen, werden nicht angezeigt. Das bedeutet beispielsweise, dass neue, der Liste unbekannte Seiten grundsätzlich als unbedenklich eingestuft werden, bis sie mit auf die schwarze Liste aufgenommen werden. Um Ihrem Kind nur ganz bestimmte Seiten vorzuenthalten, mag diese Methode funktionieren. Alle bedenklichen Inhalte des Internets wird man damit auf keinen Fall herausfiltern können.

Die Whitelist
Hand auf TastaturDas Gegenteil des Prinzips der „Blacklist“ ist die „Whitelist“ (= weiße Liste). Hier werden Angebote auf ihre Unbedenklichkeit geprüft und dann bei Unbedenklichkeit über die „weiße Liste“ den Kindern zugänglich gemacht. Damit ist die Whitelist wesentlich sicherer als die Blacklist. Denn nur unbedenkliche Angebote schaffen es auf die Liste. Allerdings können sich auch hier „schwarze Schafe“ einschleichen: Das Internet verändert sich ständig. Eine unbedenkliche Seite, die es auf die Whitelist geschafft hat, kann schon wenige Tage nach der Prüfung andere, unerwünschte Inhalte, Links oder Werbebanner zeigen. Daher ist es unumgänglich, eine Whitelist zu pflegen und regelmäßig zu überprüfen. Aber selbst wenn die Liste überprüft wird, kann durch die Vielzahl der Angebote auf einer umfangreichen Whitelist durchaus eine gewisse Zeit verstreichen, bis neue, unerwünschte Inhalte entdeckt werden. Da die redaktionelle Pflege einer Whitelist sehr aufwändig ist, kann es auch vorkommen, dass neue, kindgerechte Angebote erst mit Verzögerung in die Liste aufgenommen werden und bis dahin für die Kinder nicht zugänglich sind.

Die Raupe FinnDie wohl größte deutsche Whitelist wird von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) zur Verfügung gestellt. Unter www.fragfinn.de finden Kinder eine Suchmaschine, die nur Seiten anzeigt, die auf dieser Whitelist stehen. Zudem wird ein Programm zur Verfügung gestellt, worüber sich die Whitelist-Abfrage auch in die Browser des eigenen PCs einbinden lässt. Dies funktioniert derzeit allerdings nur mit Windows-Betriebssystemen.

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