1. Die Zeit vor dem Computer

Kind mit Drachen an der LeineBereits im Grundschulalter nutzen viele Kinder mehrmals in der Woche den Computer und sind "online" (vgl. z.B. die KIM-Studie). Hinzu kommen Fernseher, Spiel- oder Videokonsole. Dabei wird die Zeit schnell vergessen und schon hängen die Kinder viel zu lange vor dem Bildschirm – oder würden es zumindest gern. Aber was ist „viel zu lange“ und wie kann man die Computerzeit sinnvoll beschränken?
Selbst für Kinder im Vorschulalter gibt es spannende und empfehlenswerte Spiele, bei denen man nicht einmal lesen können muss.
Die Initiative „Schau hin!“ zum Beispiel empfiehlt für 3- bis 4-jährige Kinder eine Spielzeit am Computer von maximal 20 Minuten. Wichtig ist dabei, dass die Kleinen die faszinierend bunte Computerwelt in Ihrem Beisein, mit Ihrer Begleitung entdecken.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr Freiräume können vereinbart werden. Für die Altersgruppe der 5- bis 7-Jährigen können es 30 bis 40 Minuten sein, für 8- bis 9-Jährige etwa 40 bis 50 Minuten. Für Kinder zwischen 10 und 13 Jahren sind etwa 60 Minuten, für ältere Kinder maximal 90 Minuten am Tag zu empfehlen. Auch dies sind grobe Richtwerte. Beachten Sie dabei die Entwicklung und das Nutzungsverhalten Ihres Kindes. Es ist keine Katastrophe, wenn aus den 90 Minuten mal zwei Stunden werden, insbesondere, wenn man mit Freunden oder Geschwistern vor dem Computer sitzt. Umgekehrt ist es selbstverständlich auch keine Katastrophe, wenn Ihr Kind kein Interesse am Bildschirm hat!

Mädchen am ComputerVereinbaren Sie zusammen mit Ihrem Kind sinnvolle Vorgaben, an die sich beide Seiten halten müssen. Gerade bei älteren Kindern empfehlen wir ein Wochenbudget, das den Kindern die Möglichkeit gibt, sich Zeit am Computer selbst einzuteilen und „anzusparen“, um beispielsweise am Wochenende auch mal länger spielen zu können. Besprechen sie gemeinsam, wie hoch das Wochen-Zeit-Budget sein soll und legen Sie zum Beispiel eine Übersicht an, auf der die Minuten markiert werden können, oder verteilen Sie 10-Minuten-Chips, die in ein Glas geworfen werden. So bleibt es für alle übersichtlich. Problematisch hingegen wird es, wenn ein Kind tagtäglich stundenlang vor dem Computer oder Fernseher sitzt. In diesem Fall suchen Sie gemeinsam nach anderen interessanten Beschäftigungsmöglichkeiten und zeigen Ihrem Kind alternative Freizeitgestaltungen auf.

WeckerWer große Probleme damit hat, die vereinbarte Computerzeit durchzusetzen, kann unterstützend technische Hilfsmittel bemühen. Inzwischen verfügen die aktuellen Betriebssysteme und viele Sicherheits-Komplettpakete („Internet Security“- Programme) über Funktionen, mit denen sich die Computerzeit einstellen und damit individuell begrenzen lässt.
Wie man diese anwendet, damit die im Umgang mit dem Computer erfahrenen Kinder sie nicht eigenständig außer Kraft setzen, erklären wir im Folgenden. Dabei sollte man sich stets darüber im Klaren sein, dass technische Lösungen wirklich nur Hilfen sein können. Sie ersetzen kein erzieherisches Handeln und sind kein Allheilmittel. Die eierlegende Wollmilchsau konnten Techniker leider noch nicht erschaffen... ;-)