Wer regiert das Internet und wem gehört es?

Formi mit KroneJedes Land der Welt wird von irgendjemandem regiert: Einem Kaiser oder König, einem Präsidenten oder Kanzler oder einem Machthaber oder Diktator. Wenn nicht eine Person das Sagen hat, dann gibt es doch immer ein Parlament oder eine Regierung, die über die Regeln des Zusammenlebens der Bewohner entscheidet.

Wie ist das mit dem Internet? Klar, das Internet ist kein Land, sondern ein „virtueller Raum“. Deshalb gibt es auch keinen offiziellen Internetkönig, und keine Online-Regierung.

Trotzdem ist ganz schön viel los im Internet, oder vielleicht gerade deswegen? Jeder kann und darf sich im Internet aufhalten und jeder kann sich dort sein eigenes Plätzchen schaffen. Auf deiner eigenen Internetseite, in deinem Blog oder in deiner Kidsvilla bist du der Herrscher.

Giovanni mit GesetzestextRegeln und Gesetze

Zu sagen, es gäbe deshalb keine Regeln oder Gesetze für das Internet wäre gelogen. Für Kidsville beispielsweise gilt die Kidsville Netikette. An die musst du dich halten, wenn du weiterhin in deiner Villa wohnen möchtest! Auch jedes Land hat seine eigenen Regeln, die auch für das Internet gelten. In Deutschland sind das z.B. das „Urheberrecht“, das „Persönlichkeitsrecht“ und vor allem das „Telemediengesetz“. Das verbietet zum Beispiel das Versenden von Spam E-Mails.

 

Wer kontrolliert den Bau und das Wachsen des Internets?

BaustelleEs gibt im Internet kein Bauamt und kein Rathaus wie in einer Stadt. Jeder darf seinen Platz abstecken und dort das Internet mitgestalten.

Damit es kein ganz großes Chaos gibt, werden die Adressen dieser vielen Plätze von einer Einrichtung verwaltet und vergeben. Denn jede Adresse (z.B. http://www.kidsville.de) darf es nur einmal geben! Deutsche Domains (.de) verwaltet das Deutsche Network Information Center (kurz: DeNIC). Bei dieser Einrichtung kann man nachfragen, ob ein Adressenname schon vergeben ist. Wenn er noch nicht vergeben ist, kann man sich den Namen registrieren lassen.

Wer kontrolliert die Technik und sorgt für die Sicherheit?

W3CNeben der Verwaltung für die Adressen gibt es auch noch eine Art „Ältestenrat“ des Internets: Das World Wide Web-Consortium (W3C). Dieses Konsortium gibt Empfehlungen ab, wie die Technik genutzt werden kann, damit sie möglichst problemlos von allen Programmierern eingesetzt werden kann und nicht alles im Chaos endet.  Feste Normen darf das W3C aber nicht vorgeben, da es nicht der offizielle "Vorsitzende" oder "Regierende" über das Internet ist. So etwas gibt es nicht.

Die W3C-Seite ist auf Englisch, die Mitglieder des Konsortiums werden hier aufgeführt. Findest du den Namen "Tim Berners-Lee" in der Liste? Das ist der Erfinder des World Wide Webs! Mehr über die Geschichte des Internets erfährst du in der Geschichtsstunde.

Wie sieht die Zukunft des Internets aus?

Im Gegensatz zu der Geschichte von Kontinenten und Königreichen entwickelt sich das Internet rasend schnell. Es ist noch gar nicht lange her, da gab es das Internet noch gar nicht, oder nur als sehr kleines Netzwerk zwischen einer Handvoll Computern, die in irgendwelchen Forschungslaboren der Universitäten standen. Was damals völlig undenkbar war ist heute Alltag: Man kann (fast) überall kabellos über ein Handy oder ein Notebook ins Internet gehen. Und man braucht auch kein Informatikgenie zu sein, um selbst eigene Inhalte zu veröffentlichen. Wohin der Trend in den nächsten Jahren geht, ist deshalb schwer vorauszusagen.