Giovannas Kidsville-Zeitung 6

Montag, 25. Juli 2016
Herausgegeben von Giovanna

Inhalt

3 Geschichten erwarten euch!
Viel Spaß!!!

Luna, und Familie, Nr.1

von Lucy

,,Luunnaaa!" Mir brüllt jemand ins Ohr. Sofort wird mir klar: Ich habe verschlafen. Der Verdacht bestätigt sich sogleich. ,,Du hast verschlafen, Schatz. Komm, mach dich fertig und dann nimmst du einfach den nächsten Bus." , sagt Mum. Es ist schon zwanzig vor acht und ich schlurfe aus meinem Zimmer und hinunter die Treppe. In der Hand halte ich einen kurzen Rock und ein türkises Top. Als ich in der Küche stehe und mir die Augen zufallen, stopfe ich mir schnell eine Hand voll Haferflocken in den Mund. Dann trinke ich ein Glas Orangensaft und gähne. Und dann werde ich wach. Und mir wird klar, das ich mich beeilen muss, wenn ich nur eine Stunde zu spät kommen will. Der nächste Bus kommt in genau 10 Minuten, um 8.00 Uhr. In unserem Kaff kommen die blöden Busse leider nur jede volle Stunde. Also renne ich ins Bad im ersten Stock und streife mir das Top über, zeitgleich schrubbe ich mir ein wenig mit der Zahnbürste über die Zähne und mache mir einen Chaos - Dutt. Der macht seinem Namen auch alle Ehre! Aber Egal, ich schlüpfe in meinen Rock und fünf Minuten später stehe ich in meinen roten Sneakers an der Tür. Ich mache sie auf - und dann höre ich ein entsetzlich lautes Schreien.

Luna, und Familie, Nr. 2

von Lucy

Hey ihr Lieben,
Hier ist der zweite Teil von Luna.
Bitte lasst ordentlich Kommis da. :D
Lucy

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Das Schreien ist so schrecklich laut,
das es nur einem gehören kann: Raphael, meinem Bruder. Ich renne die Treppe hoch, so viel Zeit muss noch sein! Und ich habe Recht. Mein siebenjähriger Bruder steht in seinem Zimmer, knallrot im Gesicht ist er, und hat die Fäuste geballt. Er hört auf zu schreien, dann wird er grün, dann lila, dann hält er die Luft an.
,, Was ist mit Raph? ", frage ich meine Mum und sie hält mir ein hellrosanes Hemd hin. ,, Dein Bruder möchte nichts pinkes anziehen, er meint, Jungs würden keine Mädchenfarben anziehen. " Jetzt klingt Mum genervt. ,, Schwachsinn! " Ich komme ein bisschen näher an die beiden heran.
,, Lass ihn doch! " Plötzlich grinse ich. Raph schreit immer und hält dann die Luft an, wenn ihm etwas gar nicht passt. Eigentlich wurde Mum dann weich. ,, Na gut, Raphael, du ziehst jetzt einfach das grüne Boxershort an und isst dann was und Luna, du gehst, oder rennst, jetzt besser im Gepardentempo zum Bus. Los! " -
,, Ja! Bis Dann. ", rief ich und drücke Mum und dann Raphael einen flüchtigen Kuss auf die Wangen.

Mist, da vorne, da stand er, da stand der Bus. Ich rannte. Es waren nur noch 50 Meter und... Vor meiner Nase fuhr der Bus weg. Schei...benkleister, dachte ich nur und lies mich auf den Bürgersteig fallen. Dann vergrub ich mein Gesicht in den Händen. Leider hatte unsere , Bushaltestelle ' nicht einmal eine Bank.
Im Laufschritt trapte ich nach Hause. Ich klingelte und sofort ging die Tür auf.
,, Mum? " - ,, Ich fahr euch schnell und dann muss ich zu Arbeit. Kommt! "

Das Hotel der Träume - oder doch nicht?

von Deborah

"Schau mal, dort ist ein Kino!" Saskia zeigte aufgeregt auf das grell leuchtende Gebäude, an dem das Cabrio, in dem sie saß, gerade vorbeifuhr. "Wahnsinn. Die haben schon den zweiten Teil von meinem Lieblingsfilm. Und daneben ist ein Shoppingcenter. Da müssen wir auch mal hin. Bitte, bitte." Saskias große Schwester Giulia drehte sich grinsend vom Fahrersitz zu ihrer kleinen Schwester um. "Tja, da staunst du wohl nicht schlecht, oder?" Saskia und ihre Familie fuhren bisher jedes Jahr in den Sommerferien nach Italien und saßen den ganzen Tag am Strand. Zu ihrer Familie gehörten Giulia und natürlich die Katze Mischi sowohl der Hund Mike. Die beiden Tiere stritten sich öfters, jedoch wussten beide Mädchen ganz genau, dass sie sie dennoch lieb hatten. Die Eltern der Schwestern mussten diese Ferien auf eine Geschäftsreise, deshalb hatte Giulia vorgeschlagen, dass sie, Saskia und die Tiere alleine in den Urlaub fuhren. Zuerst waren die Eltern nicht gerade begeistert gewesen, doch dann stimmten sie zu. Und so fuhren die beiden jetzt ganz alleine in die Großstadt.
"So, hier sind wir", sagte Giulia und riss ihre kleine Schwester aus den Gedanken. Beim Anblick des Hotels staunte diese nicht schlecht. Eine weiße Wand reichte mehrere Stockwerke hoch, Saskia schätzte sie auf etwa zehn Meter, und dazwischen lagen große Fenster, deren Rahmen mit Goldornamenten verziert waren. Über der Tür hingen fünf goldene Sterne und es standen zwei Portiers vor der großen Tür, zu der die Treppe führte, auf der ein roter Teppich ausgelegt war. Ehe Saskia etwas sagen konnte, lief ihre Schwester mit dem Koffer und Mischi zu der Tür. Saskia stolperte hinterher und die beiden Portiers öffneten die Tür. Hinter ihr verbarg sich ein riesiger Saal. Der große Kronleuchter, der an der Decke leicht schaukelte und der Springbrunnen fielen Saskia gleich auf. Sonst saßen Männer in schwarzen Anzügen und Frauen in schönen Kleidern auf roten Sofas und spielten Karten. Saskia wurde es etwas mulmig bei den vielen reichen Leuten. Auch Mike schien es nicht anders zu gehen, er klammerte sich an ihr Bein.
Doch das hatte das Mädchen erstmal schnell vergessen, als die beiden Geschwister mit ihren Tieren in den gläsernen Aufzug einstiegen. Sie wohnten im vierten Stock. Ein junger Mann, der das Gepäck der beiden getragen hatte, drückte beiden jeweils eine Karte in die Hand. Giulia hatte erklärt, dass man damit die Tür aufschließen konnte. Tatsächlich funktionierte das auch und Saskia rannte in den riesigen Raum. "Oha! Das ist ja riiiiiesig!", rief sie und hüpfte auf dem Doppelbett, das am Ende des Raumes stand. Giulia grinste und packte ihre Sachen aus. Dann öffnete sie den Schrank, in dem ein Tresor stand. Sie tippte auf Tasten mit Zahlen, erst auf die 3, dann auf die 5, dann auf die 7 und zuletzt auf die 9. "Was machst du da?", fragte Saskia neugierig und sprang vom Bett runter. "Ich lege unsere Pässe und die Kreditkarte in den Tresor, damit niemand sie stiehlt", erklärte ihre große Schwester. "Aber jetzt schauen wir erstmal ein wenig Fernsehen." Sie zeigte grinsend auf den überdimensional großen Fernseher, der ebenfalls im Raum stand.
Am nächsten Tag gingen die Schwester und ihre Tiere wie versprochen die Stadt erkunden. Zuerst gingen sie zu dem Shoppingcenter, das Saskia bei der Hinfahrt entdeckt hatte. Schon gleich entdeckte Saskia ein blaues Kleid mit Spitze, das auch noch in ihrer Größe war. "Wow. Das ist schön", kommentierte ihre Schwester. "Können wir es kaufen?", fragte Saskia. Giulia kam näher und zog das Preisschild heraus. Man konnte erkennen, dass sie von den 420 Euro, die das Kleid kostete, nicht sonderlich begeistert war. Sie schüttelte darauf den Kopf. Leider musste Saskia die Erkenntnis machen, dass Giulia bei allen Sachen, die sie vorschlug, den Kopf schüttelte. Saskia konnte das nicht wirklich verstehen. Ihr Vater hatte immer gesagt, dass man im Urlaub nicht geizig sein sollte. Außerdem gefiel Giulia das blaue Kleid ja auch. Enttäuscht verließ Saskia nach zwei Stunden das Kaufhaus. Auch am Kino ging ihre Pechsträhne weiter. Der Eintritt war auch hier nicht gerade günstig, vor allem, da das Kino sogar ein 4D-Kino war.
Als die beiden am Abend wieder im Hotel angekommen waren, hatten sie keine einzige Sache gekauft. "Was soll das?", rief Saskia wütend. "Ich dachte, wir kaufen etwas. So wie die anderen reichen Leute hier." - "Nun ja. Wir sind halt nicht so reich. Außerdem war das Hotel schon teuer und wir können nicht alles Geld für so etwas rauswerfen", argumentierte Giulia. Deren Schwester drehte sich wütend um. "Ich gehe jetzt in die Lobby, ein bisschen rumlaufen. Kommst du mit?", fragte Giulia. Saskia reagierte nicht. "Dann nicht", sagte Giulia und verschwand mit Mischi aus dem Zimmer. "Mann, ich will was kaufen", erzählte Saskia dem Hund Mike, welcher noch treu bei ihr geblieben war. Dieser stand auf und tippte mit seiner Schnauze auf den Schrank. "Was ist da?", fragte sie, stand auf und machte die Tür auf. Dort stand der Tresor, und sie wusste noch, dass die Zahlenkombination 3-5-7-9 war. "Du bist ein Genie", rief Saskia und umarmte Mike. Dann holte sie die Kreditkarte aus dem Safe, steckte sie in ihre Hosentasche und schloss sorgfältig wieder die Tür. "So. Und jetzt vergnügen wir uns", flüsterte sie Mike ins Ohr und dieser bellte freudig.
Die beiden schlichen sich durch die Hintertür aus dem Haus und gingen in das Shoppingcenter, das nicht weit entfernt war. Das blaue Kleid hing dort noch und Saskia zog es sofort an und bezahlte es. Sie fand auch noch eine hübsche Handtasche dazu und passende Ballerinas. "Die Sachen nehmen wir noch mit, oder?", erzählte Saskia grinsend dem Hund. Danach gingen sie und Mike ins 4D-Kino. Der Besitzer war sogar einverstanden, dass der Hund mitdurfte, und die beiden ließen sich mitreißen. Saskia wurde schon ein bisschen erschreckt, wenn sich ihr Sitz ruckartig nach hinten bewegte oder jemand aus dem Bildschirm sprang, aber das fand sie doch ganz witzig. Als sie aus dem Kino austraten, verspürte das Mädchen einen Hunger. "Komm, wir laufen zum Restaurant", schlug sie vor, doch Mike kam ihr zuvor und rannte zu einem Taxi. "Stimmt, das ist eine bessere Idee", sah sie ein und ließ sich auf die Rückbank fallen. "Wohin soll es gehen, junge Dame?", fragte der Taxifahrer. Mike bellte laut auf. "Und Hund", fügte er hinzu. "Zum besten Restaurant der Stadt", kam es wie aus der Pistole geschossen. Das lag jedoch am anderen Ende der Stadt, aber das machte Saskia nichts aus. Sie hatte die Kreditkarte. Auch das Restaurant hatte 5 Sterne und Portiers, die die Tür öffneten, als Saskia und Mike sich näherten. "Eigentlich sind Hunde hier nicht erlaubt", meinte einer von ihnen. "Könnt ihr nicht eine Ausnahme machen?", bettelte Saskia. Sie gab ihnen einen 20 Euro-Schein, der noch im Portemonnaie ihrer Schwester gelegen hatte. "Na gut", meinte der Portier, nahm das Geld und zwinkerte. Sie und der Hund bestellten ein Schnitzel, welches wirklich gut schmeckte, aber auch groß war. Aber Mike verputzte den Rest. Saskia hob die Hand und eine Kellnerin eilte. "Willst du bezahlen?", fragte sie und Saskia reichte die Kreditkarte, die die Kellnerin in ein Gerät steckte. Dann blickte sie wieder zu dem Mädchen. "Du weißt schon, dass das Schnitzel 35 Euro kostet und auf deiner Kreditkarte nur noch 27 sind?", fragte sie. Saskia wurde rot. Und es wurde ihr auf einmal unglaublich schlecht. Sie hatte doch tatsächlich alles Geld ausgegeben. Und es ging viel schneller, als sie jemals gedacht hatte. "Kann - kann ich das Geld noch zurückzahlen?", fragte sie kleinlaut. "Na gut", gab die Kellnerin nach. "Du kannst deine Adresse von zuhause angeben. Dort schicken wir dann die Rechnung über das fehlende Geld hin." Saskia war erstmal erleichtert. Aber als sie mit Mike aus dem Hotel austrat, hatte sie ein schlechtes Gewissen wegen der Karte und dem Geld. Sie nahm ein Taxi zum Hotel und ließ sich die Rechnung ebenfalls schicken.
Mike und sie traten etwas geknickt in das Hotel ein. Giulia und Mischi liefen ihnen entgegen. "Saskia! Die Kreditkarte ist weg...", wollte sie gerade erklären, als sie das blaue Kleid an ihrer kleinen Schwester sah. "Du hast doch nicht etwa... wie viel ist noch drauf?", fragte Giulia verärgert. Saskia hatte ihre Schwester noch nie so verärgert gesehen. "Gar nichts", flüsterte sie kleinlaut und klammerte sich an Mike. "Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank? Du kannst doch nicht einfach unser ganzes Geld zum Fenster rauswerfen? Wie sollen wir nach Hause kommen? Ich habe kaum noch Benzin?" Wütend drehte Giulia sich auf dem Absatz um, ließ die Autoschlüssel fallen und verschwand, und ließ Saskia wie einen begossenen Pudel dastehen. Mischi folgte ihr, nur Mike klammerte sich an Saskia. Diese sammelte die Schlüssel vorsichtig ein. Plötzlich kam ein Typ im Anzug und einer Zigarette auf die beiden zu. Das Mädchen musste bei dem Qualm husten. "So, so, du hast kein Geld mehr?", fragte er, für Saskia klang es irgendwie mitleidig. Sie nickte schüchtern. "Ich könnte dir helfen. Du kannst Geld von mir gewinnen. Du musst dafür nur mit mir Karten spielen." Für Saskia klang es einfach. Sie hatte schon ein paar Mal Karten gespielt, das war echt nicht schwer. "Okay", meinte sie und der Mann zog sie und Mike mit an ein Sofa. Dort saßen noch zwei andere reiche Männer. Sie legten jeweils 300 Euro auf den Tisch. "Ach, du hast ja kein Geld", bemerkte der Typ, der sie geholt hatte, schließlich. "Dann musst du pfänden. Gib doch deine Handtasche", schlug er vor und das Mädchen legte sie Tasche auf den Tisch. Sie konnte jetzt die 900 Euro gewinnen. Die Karten wurden verteilt und Saskia strengte sich echt beim Spielen an. Doch ihre Karten waren leider nicht gut und so gewann der Mann mit der Zigarette. Er sammelte das Geld und Saskias Tasche ein. Diese schaute geknickt zu Boden, und er schaute sie gespielt mitleidig an. "Komm, ich gebe dir noch eine Chance. Ich spiele nochmal mit dir allein und lege alles hier auf den Tisch. Er legte die 900 Euro hin, und die Tasche. "Aber was soll ich jetzt pfänden?", fragte Saskia verwirrt. "Nun ja, wie wäre es mit... dem Auto?" Sie erkannte ein Blitzen in seinen Augen. Das hieß nichts Gutes, aber jetzt ging es um alles. Saskia schluckte. "Einverstanden", sagte sie mit kräftiger Stimme und legte den Autoschlüssel auf den Tisch. Saskias bemerkte aber schon nach den ersten Karten, die sie bekam, dass es zum Verzweifeln war. Schweiß stieg in ihr auf und der Mann zog sie hochkant ab. Er kassierte die Schlüssel ein und begann hämisch zu lachen. "Schon mal was von gezinkten Karten gehört?", japste er und Saskia wurde es richtig übel. Abgezogen - von einem Betrüger.
Sie schnappte sich Mike und rannte so schnell es ging aus dem Hotel. Sie wollte nur noch eins: Weg von hier. Es wurde dunkel und sie fand sich unter einer Brücke wieder. Dort lag eine alte Frau. "Kind", krächzte sie, als Saskia und Mike näherkamen. "Was machst du noch hier draußen?" Sie ließ sich heulend fallen. "Ich - ich habe alles Geld von unserer Familie ausgegeben. Jetzt sind wir pleite, dank mir." Die Alte streichelte ihre Schulter. "Nun, Jesus hatte früher viele Gleichnisse erzählt. Eins davon handelte von einem jungen Mann, der sein ganzes Erbe, das sein Vater ihm ausgezahlt hatte, verspielt hatte. Und trotzdem hatte sein Vater ihn zurückgenommen." - "Meinst du?", schluchzte Saskia. "Ich glaube nicht, dass sie mir verzeihen werden." - "Doch. Das werden sie", versprach die Frau und hielt Saskias Kopf. "Aber, ich habe doch so viel Schlechtes getan." - "Wenn sie dich wirklich lieben, werden sie dich zurücknehmen. Es tut dir ja wirklich leid." Das Mädchen heulte nur noch mehr und sie, die Frau und Mike schliefen schließlich unter der Brücke ein.
Von lauten Polizeisirenen wurde Saskia schließlich geweckt. Ein Auto hielt neben der Brücke und zwei Polizisten, sowie Giulia und Mischi stiegen aus. "Gott sei Dank. Du bist noch da!" Giulia umarmte Saskia stürmisch. "Ich habe doch dein ganzes Geld verspielt", meinte diese traurig. "Ja, aber das Wichtigste ist doch, dass du und Mike da sind", erklärte Giulia lächelnd und nahm Mike und ihre Schwester mit ins Polizeiauto. "Wir haben unser Auto übrigens wieder." Als Saskia in den Streifenwagen einstieg, zwinkerte die alte Frau ihr zu.