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Montag, 08. April 2019
Herausgegeben von Hermine Granger

Ein "ganz normales" Weihnachtsfest mit Verwandten

von Chemie :D

Ich stelle zuerst die (selbstverständlich fiktiven) Personen der Geschichte vor.

Die Gastgeber:
Das ältere Ehepaar "Seppi" und Margit, zusammen mit ihren erwachsenen Kindern: Bärbel und Christoph, beide in Begleitung ihres Ehepartners, Bärbel sogar mit dem neusten Familienzuwachs

Die Gäste
Die Geschwister des Ehepaares:
Eleonore - alleinstehend, und man sollte lieber nicht vergessen, wie viele "berühmte" Personen sie kennt und in welchen Kreisen sie sich bewegt.
Franzi - ein recht unkomplizierter Mann, der Vater von mehreren Kindern ist, die heute leider nicht vollzählig erschienen sind - und seine Ehefrau Theresia

Die anderen Verwandten:
Carla samt Ehemann Fernando (nein, sie sind nicht aus Spanien), und ihre Kinder Jack (10) und Vera (16) (die Namen stoßen in der Familie auf allgemeine Ablehnung)
Carlas Schwester Gabi, immer leicht genervt
Hans, bei dem keiner weiß, wie er mit dem Rest verwandt ist, aber er war früher Oberarzt und kennt fast das gesamte Personal in allen Krankenhäusern des Landes
Max, der Enkel von Eleonore, studiert brav irgendein Fach, dessen Bezeichnung er selbst nicht aussprechen kann, nebenbei verdient er Geld mit Programmieren

Soviel zu den Personen, damit ihr gegebenenfalls nachlesen könnt, wer, wer ist. Dann viel Spaß beim Lesen.

"Herreinspaziert!", trällert Margit und begrüßt herzlich die zahlreichen Gäste.
Dabei tut sie so, als wären diese erst angekommen. In Wahrheit warten sie schon lange im Regen, aber Margit und Seppi mussten sich erst noch umziehen, bevor sie die Gäste empfangen können.
Seppi betont sofort: "Es ist wirklich schade, dass nicht alle kommen konnten. Die Familie ist so wichtig und gerade an Weihnachten wäre es nicht zu viel verlangt, sich einen Nachmittag lang Zeit zu..."
Lautstark beginnen einige der Verwandten, sich Rechtzufertigen.
"Herein mit euch!", unterbricht Margit die angespannte Stimmung im Befehlston.
Langsam begeben sich alle ins Wohnzimmer.
"Es ist viel zu voll hier." klagt Seppi, als die Ersten sich in den Flur stellen, weil im Wohnzimmer kein Platz mehr ist. Jack, der gerade mit seinem Handy beschäftigt ist, fällt beinahe in den Weihnachtsbaum.
"Benimm dich!" mahnt ihn seine Mutter.
Jack packt sein Handy wieder ein und schaut auf den glatten Holzboden.
Er ruft: "Hier kann man bestimmt total Ninja-mäßig rutschen!"
Er nimmt Anlauf, dreht sich um die eigene Achse und schlägt Margit ein Tablett mit Gläsern aus der Hand, das sie gerade servieren wollte. Ein erschrockenes Murmeln geht durch die Menge. Carla und Fernando helfen Margit, die Scherben zu beseitigen, und versprechen, den Schaden zu ersetzen.
Inzwischen hat Seppi alle dazu aufgefordert, im Esszimmer Platz zu nehmen.
"Es gibt jetzt Kaffee, Tee und Christstollen!"
Der Reihe nach schlendern alle im Schneckentempo ins Wohnzimmer. Während sich alle hinsetzen, ruft Bärbel aufgebracht: "Es sind doch gar nicht genug Plätze hier!"
"Papperlapapp, holt euch eben noch zwei, drei Stühle aus der Küche!", entgegnet Margit.
Ein paar wollen aufstehen, um näher zusammenzurücken, als sie merken, dass das nichts nützt. Der Tisch ist schlicht und einfach viel zu klein.
Die Ersten beginnen, sich aufzuregen. Da hört man Seppis laute Stimme: "Der Nachmittagskaffee findet in Staffeln statt. Wer jetzt keinen Platz findet, wartet bitte im Wohnzimmer. Das Essen der Süßigkeiten auf dem kleinen Tisch ist gestattet."
"Was soll das?", regt sich Gabi auf. Sie wirft ihrer Schwester Carla einen Blick zu, der heißen soll: Das ist doch wieder typisch!
"Ja, das ist wie damals, als Mutti und Vati noch die Familienfeste gemacht haben.", schwärmt Eleonore.
Die ältere Generation lacht ausgelassen und beginnt das Weißt du noch, als-Spiel. Mittendrin beginnt das Baby auf Bärbels Arm zu weinen. Die Verwandtschaft verstummt und bricht in ein entzücktes Geschrei aus: "Wie süß!" "Was hat der Kleine?" "Den habe ich heute noch gar nicht bemerkt!" "Hat der etwa Hunger? Bärbel, so tu doch was!" "Seit wann hat Bärbel ein Kind?"

Nur Carla, Fernando und ihre Kinder sind brav ins Wohnzimmer gegangen. Margit folgt ihnen aus Höflichkeit und Versucht sie in ein Gespräch zu verwickeln. Aber vor allem Vera ist extrem genervt von der Standard Fragerei.

Margit: Na, habt ihr jetzt Ferien?
Jack: Klar. Es ist doch Weihnachtszeit.
Margit: Und wann beginnt die Schule, freut ihr euch schon?
Vera: Selbstverständlich freuen wir uns. Schließlich habe ich im Januar eine heiß ersehnte Matheklassenarbeit und kurz davor eine wichtige Physikprüfung. Der regelmäßige Nachmittagsunterricht wird bestimmt auch im neuen Jahr wahnsinnig aufregend.
Margit: Das freut mich für euch.
Pause
Margit: Was machst du nach der Schule, Vera?
Vera: Normalerweise esse ich zuerst mal und dann beginne ich die Hausaufgaben, manchmal lege ich mich vorher noch kurz hin...
Margit: Äh ich meine, was machst du nach deinem Abschluss?
Vera: Die Schulbücher wegwerfen!
Margit: Oh...Na Jack, wie war denn dein Zeugnis letztes Jahr?
Jack: Aus Papier.
Margit: Hattest du in der letzten Zeit irgendwelche Tests in der Schule?
Jack: Ja, Geschichte.
Margit: Was macht ihr gerade in Geschichte? Das Fach ist megawichtig!
Jack: Zeug über früher.
Margit: Was musstest du bei dem Test denn alles können?
Jack: Nur so Fakten.

Irgendwann gibt Margit auf und schlägt vor, sich bei den Keksen auf dem Tisch zu bedienen.
Bald gesellen sich auch Hans, Eleonore und Max zu ihnen, weil es ihnen im Esszimmer zu laut war. Ein mehr oder weniger interessantes Gespräch entsteht.
Irgendwann verkündet Seppi, dass sie jetzt zusammen Weihnachtslieder singen wollen. Eleonore ist gerade dabei, von einem Freund zu erzählen, der viele Leute aus dem schwedischen Königshaus kennt und Hans berichtet parallel dazu von einer Operation, die er vor Jahren, bevor er in Rente ging, in seinem Beruf als Chirurg durchgeführt hat. Carla und Vera werden bei den vielen Details leicht grün im Gesicht.
Die Beiden müssen ihre Erzählungen für Seppis Ankündigung unterbrechen, was die Anderen nicht nennenswert stört. Der Teil der Familie, der bis jetzt noch im Esszimmer Kaffee getrunken hat, geht jetzt ebenfalls ins Wohnzimmer. Ohne große Vorreden zündet Margit die Kerzen am Weihnachtsbaum an.
Im üblichen Befehlston ruft sie: "Stille Nacht, Heilige Nacht! Aber bitte nicht so tief wie letztes Jahr!"
Sie stellt sich vor den Halbkreis aus unmotivierten Sängern und hebt ihre Hände, um zu dirigieren. Sie holt Luft und trällert: "Uuund....Stiiii-iille Naaaacht..."
Der Rest der Familie singt leise mit, einige brummen eher. Nach der zweiten Strophe kennt keiner mehr den Text und Hans schlägt das nächste Lied vor: "Es ist ein Ros entsprungen" Da außer ihm keiner den Text und manche nicht einmal die Melodie kennen, lauscht die versammelte Familie einem Solo von Hans. Danach wird "Oh du fröhliche" gesungen und danach die erste Zeile von "Oh Tannenbaum"
Weiter kommen sie nicht, weil Vera schreit: "Die Kerze!" Im nächsten Moment laufen alle zur Tür, weil sie denken, es brennt. Doch in Wahrheit ist nur etwas Wachs hinuntergetropft. Trotzdem haben alle einen Schreck bekommen und Margit pustet lieber die Kerzen aus.
"Nun geht bitte in den Keller, es gibt dort ein gutes Abendessen", ruft Seppi.
"In den Keller???" Theresia schaut die beiden Gastgeber vorwurfsvoll an. "So eine dumme Idee!"
Ihr Mann Franzi beruhigt sie: "Nicht aufregen, Schnuffi, ich kenne den Keller. Man sitzt dort sehr gemütlich."
"Nenn mich nicht immer Schnuffi! Ich bin ein Mensch, kein Babyhase.", ruft Theresa wütend.
Die ganze Gruppe schiebt sich über die schmale Kellertreppe.
"Dort unten ist doch gar kein WLan-Empfang!", stöhnt Jack.
Max flüstert: "Doch, aber nur im Bügelzimmer!"
Jacks Augen leuchten auf vor Freude.
Im gemütlichen Kellerraum steht ein großer Tisch mit belegten Broten und kleinen Snacks bereit. Alle nehmen Platz und bestaunen die Leckereien. Leider dauert es noch lange, bis sie zu essen beginnen können. Denn Seppi trägt erst wichtige Hintergrundinformationen vor.
"Das Brot habe ich gestern Mittag gekauft. Das war auf dem Weg zu einer guten Freundin, die im Sommer geheiratet hat. Am besten zeige ich euch ein paar Fotos, auch wenn ihr sie nicht kennt.

So, das wäre erledigt. Nun kommen wir zum leckeren Thunfischaufstrich. Der ist nicht selbst gemacht, da keiner von uns die Zeit dafür gefunden hat. Wir haben ihn in dem kleinen Bioladen gekauft, der neu eröffnet wurde."
An dieser Stelle beginnen einige, sich leise zu unterhalten.
Nach zehn Minuten ist Seppi endlich am Ende der Geschichte angelangt. Inzwischen haben alle großen Hunger und die liebevoll aufgeschnittenen Äpfel sind braun geworden.
Beim Essen unterhalten sich die meisten sehr intensiv und es entstehen kritische Meinungsverschiedenheiten. Theresa möchte wütend wissen, was Eleonore so schlimm daran findet, dass ihr Sohn bald heiratet.
Eleonore meint: "Das ist doch zu früh! Außerdem hat er seine Zukünftige noch niemandem vorgestellt!"
Am anderen Tischende hält Hans Max vor, dass Programmierer kein richtiger Beruf wäre. Und ein paar Plätze weiter müssen sich Carla und Fernando anhören, wie unpassend Seppi den Namen Jack findet. Woanders wird darüber diskutiert, ob man Hunde einen ganzen Tag alleine lassen darf, ob das Schulsystem im letzten Jahrhundert besser war und wie gut die aktuelle Regierung ist.
Nach mehreren Stunden beschließen Carla und Fernando, mit ihren Kindern heimzufahren. Sie bitten sie, sich bei Seppi und Margit zu verabschieden und für dir Einladung zu bedanken. Vera sagt artig "Vielen Dank, es war schön, bis zum nächsten Mal.", aber Jack muss besonders cool sein.
"Yo, das war eine voll coole Party heute, wir sehen uns, Bro!", ruft er laut und versucht, wie ein Rapper auszusehen.
Einen Moment lang ist es still im Raum, man hört nur Max leise kichern. Dann lachen auch die anderen. Nur Eleonore beugt sich unauffällig zu Gabi: "Was bedeutet denn das Wort cool? Und ist Bro ein familieninterner Spitzname für den Seppi oder interpretiere ich das falsch?"
Gabi weiß nicht recht, was sie antworten soll. Außerdem findet sie es spannender, zuzusehen, wie Carla am liebsten im Boden versinken will, Vera vor Lachen fast keine Luft bekommt und Seppi die Stirn runzelt.
Er antwortet: "Dann machen wir doch nächsten Monat wieder eine coole Party, was meinst du?"
Carla und Fernando halten die Luft an. Jack grinst von einem Ohr zum Anderen und sagt: "Ja, aber bitte nächstes Mal im Kino, im Fastfood-Lokal oder sogar im Skatepark. Dort ist es doch viel cooler."
Die Älteren mustern Jack zweifelnd und überlegen wohl, ob er das ernstmeint. Die Jüngeren lachen nur noch lauter. Nur Carla wird knallrot im Gesicht und schiebt ihren Sohn schnell aus dem Zimmer.
"Schönen Abend noch!", ruft sie hastig.
"Skatepark? Was macht man dort?", fragt Franzi verwundert.
Hans erklärt ihm: "Ich weiß es nicht genau, aber ich hatte einen Patienten, der sich dort das Bein gebrochen hat."
"Dann veranstalten wir dort bestimmt kein Familientreffen!", stellt Theresa klar, "Und was meinte Jack noch? Fastfood-Lokale, oder so...Sind das nicht diese modernen, beliebten Restaurants? Franzi, vielleicht können wir dort unseren Hochzeitstag feiern!"
Ihr Mann nickt begeistert und schlägt vor, am Wochenende gleich dort zur probe zu essen.
"Da kommen wir mit!", beschließen Hans und Seppi, aber auch einige andere entscheiden sich, das Restaurant, das Jack anscheinend so toll findet, einmal auszuprobieren. Viele ahnen schon, dass das "gemeinsame Familienessen im Restaurant" sehr lustig wird...

Ich kann Dich nicht vergessen

von ...

Damals
Als wir noch zusammen lachten
Mit Freunden Witze rissen
Und Wasserschlachten

Diese Zeiten sind vorbei
Schleichender Prozess
Bis zum Streit
Den ich niemals vergess

Ich wünschte, ich hätte mehr gesagt
Nicht einfach nur geschwiegen
Vielleicht hätten wir dann jetzt gelacht
Und wären Freunde geblieben

Hätte ich mehr gesagt
Dann hättest Du mehr getan
Und wärst nicht der Idiot
Den ich nicht vergessen kann

Mein Kopf sagt mir
Ich soll Dich vergessen
Doch mein Herz schreit
Ich bin von Dir besessen

Seit Monaten reden wir nicht
Hab Dich fast vergessen
Doch dann sah ich Dein Gesicht
Es ließ mein Herz zerpresen

Denk nur noch an Dich
Rede mir ein,es ist nichts
Doch ich liebe Dich
Auch wenn Du mich bereits vergisst