news for kids (anhang)

Freitag, 23. September 2016
Herausgegeben von Kletterkid

Alles nur wegen dir -1

von Lisa

Manchmal war das Leben doch echt gemein. Manchmal wollte man sich einfach nur noch in Luft auflösen, sodass man dieses ganze Chaos nicht mehr ertragen musste. Manchmal wollte man einfach alles rückgängig machen, doch so sehr man es auch nicht versuchte, es haute einfach nicht hin.
Diese Worte sagte Vanessa oft. Meistens dann, wenn ihre Typen wieder irgendwas falsch gemacht hatten und sie wie eine Zicke nachhause gekommen ist. Mama und Papa waren dann die letzten Personen, mit denen sie reden wollte, doch mir traute sie sich oft an. Wahrscheinlich, weil ich ihre Seelenverwandte, besser gesagt, ihre Zwillingsschwester war. Ja, Vanessa und ich waren eineiige Zwillingsschwestern.
Um ehrlich zu sein wusste ich schon gar nicht mehr, um welchen Typen es sich diesmal handelte, als Vanessa mir wieder die Schulter vollweinte.
Während sie sich nämlich in ihrer Freizeit mit Jungs traf, setzte ich mich zuhause auf mein Bett, las Bücher oder schrieb an meinen Geschichten weiter. Also, auch wenn wir von äußern hin fast gleich aussahen, waren wir innerlich komplett anders. Sie war offen, verspielt und sagte jedem die Wahrheit. Ich war schüchtern, zurückhaltend und wich fremden Menschen eher aus.
Doch trotzdem: Meine Schwester und mich konnte man einfach nicht trennen. Wir waren ein Herz und eine Seele. Uns konnte keiner auseinander bringen. Glaubte ich zumindest.
"Freddy muss immer alles besser wissen. Er ist voll der Oberstreber.", motzte sie rum, als sie sich ein Taschentuch aus ihrer obersten Nachtschrankschublade nahm und rein rotzte. Ich sah absichtlich weg und nickte nur leise. Was sollte ich auch sagen?
"Er kotzt mich richtig an."
Warum bist du dann mit ihm zusammen?, wollte ich sie fragen, doch ich traue mich nicht. Und im selben Augenblick klingelte auch die Klingel. Gerade als ich aufstehen wollte, hielt mich Vanessa zurück und sah mich mit ihren verheulten Augen an.
""Und was, wenn das Freddy ist?", schluchzte sie und ich zuckte gleichgültig mit den Schultern.
"Dann vertragt ihr euch halt wieder."
Ich konnte Stress überhaupt nicht leiden, Versöhnung umso mehr. Warum sollte man sich auch den ganzen Tag lang streiten, wenn man eine schöne Zeit zusammen verbringen kann? Und wenn man schon einen Freund hat...
Vanessa war schon immer die, die in Sachen Jungs weiter war als ich. Bis jetzt hatte ich nur einen Freund gehabt und das war im Kindergarten.
Vor der Tür stand allerdings nicht Freddy.
Als ich langsam die Treppe runterlief und erst jetzt bemerkte, dass Vanessa mir nicht gefolgt war, hörte ich meine Mutter mit einem Jungen reden. Ich ging näher auf die Tür zu und sah ein älteres Ehepaar, davor ein Junge in meinem Alter, der mich auch sofort entdeckte.
Er hatte dunkelblonde Haare, blau - graue Augen, die mich direkt anstarrten, ein graues T - Shirt und eine Jeans.
"Alissa, das sind unsere neuen Nachbarn. Fred, Martina und Finn."
Finn. Finn hieß er also. Schöner Name. Und nicht nur das war an ihm schön.

Alles nur wegen dir -2

von Lisa

Und so saßen wir später an unserem großen Esstisch, redeten über alles mögliche, doch ich machte mir immer wieder Sorgen um meine kleinere Schwester. Ja, tatsächlich, auch wenn man es nicht glaubt, Vanessa war um eine Stunde jünger als ich. Obwohl sie schon viel mehr Erfahrungen, insbesondere mit Jungs, hatte, meine Mutter meinte immer, dass man merkt, dass ich die ältere bin. Anscheinend würde ich ihr reifer wirken, weil ich nicht so viele Typen hatte. Was daran reifer war, verstand ich auch nicht.
Als ich Vanessa fragte, ob sie nicht mit uns nach unten kommen wollte, Kuchen essen, und die neuen Nachbarn kennenlernen, lachte sie nur auf und verneinte schließlich. Was sie daran so schlimm fand, konnte ich mir echt nicht erklären.
Während unsere Eltern über ihre Lebensgeschichten redeten, saßen Finn und ich die ganze Zeit unbeteiligt daneben und schwiegen. Immer wieder sahen wir uns zufällig an und grinsten, doch uns beiden war langweilig.
Irgendwann entschuldigte ich mich dann aufs Klo, da mich das Gespräch echt nur ankotzte. Warum mussten Erwachsene immer über so sinnloses Zeug reden? Okay, vielleicht waren auch nur unsere Eltern so.
Als ich vom Klo kam, stand plötzlich Finn vor mir und strahlte, als ich in seine blau - grauen Augen starrte.
"Hey!", sagte er nur und blieb da stehen, wo er war, während ich mich aufrecht vor ihn hinstellte.
"Musst du auch aufs Klo?", fragte ich verwirrt, weil er einfach so cool dastand, obwohl er ja auch endach aufs Klo gehen könnte, wenn er müsse.
"Nein. Aber die Erwachsenen reden so komisches Zeug, da dachte ich, dass wir was miteinander machen könnten?"
Sein Blick war eihe Mischung aus Hoffnung und Gelassenheit, während ich leise schluckte. Ich habe noch nie alleine was mit einem Jungen gemacht, wenn ich ehrlich bin. Die Jungs standen immer nur mehr auf Vanessa, weil diese sich auch ziemlich aufreizend kleidet, während ich einen Pullover, eine Jeans und Sneakers am liebsten anziehe.
Ich stimmte dann letztendlich zu, weil ich irgendwie echt was mit ihm machen wollte. Also gingen wir raus in den Garten und setzten uns auf unsere Schaukel, auf der Vanessa und ich früher immer geschaukelt sind, bis ich eines Tages von der Schaukel fiel, mir ein Arm brach und einige Schrammen mit nachhause nahm. Danach wollte ich nie wieder auf diese Dinger, doch jetzt habe ich meine Angst endlich überwunden.
"Gehst du auch auf die Schule hier um die Ecke?", fragte er mich nach einer Weile, in der wir stillschweigend auf unseren Schaukeln umher geschaukelt sind, die Vögel fröhlich gezwitschert haben und die Sonne herrlich gelacht hatte.
Lächelnd nickte ich, sagte aber nichts. Reden war bei fremden nicht meine Art, ich konnte nur richtig aufdrehen, wenn ich mit Leuten zusammen war, die mich gut kannten und die ich gut kannte.
Finn verstand wohl, dass ich nicht sehr gesprächig war und dann redete er einfach drauf los. Er erzählte von seiner alten Heimat, seinen Freunden, seinen Eltern, er erzähkte von seiner Schwester, die ehr beneidet, weil sie schon eine eigene Wohnung hatte, und anschließend teilte er mir noch seinen Musikgeschmack mit, der ausgesprochen gut war. Er mochte Pop und Rap, wobei ich nur Pop mochte und keinen Rap, dafür aber Liebeslieder, was ich ihm aber nicht erzählte, weil es mir peinlich war. Okay, vielleicht mochte jedes Mädchen Liebeslieder, aber das konnte man doch nicht einem Jungen sagen, oder?
"Was sind deine Hobbys so?", wollte er wissen und ich konnte spüren, wie er hoffte, dass ich ihm antwortete. Das ließ mich leicht lächeln, ehe ich ihm dann wirkkich antwortete.
"Ich lese viel, treffe mich aber auch mit meinen Freunden und spiele Klavier."
Er war wohl ganz zufrieden mit meiner Antwort, schließlich habe ich mehr gesagt als vorhin und das war dich schon mal eine gute Leistung.
Finn und ich redeten noch eine Weile, dann holten wir uns ein Eis von einer naheliegenden Eisdiele und anschließend gingen wir wieder zu mir nachhause, wo Finns Eltern und er sich dann von uns verabschiedeten.

Alles nur wegen dir -3

von Lisa

"Seit wann verstehst du dich mit Jungs?", fragte meine Schwester sofort, als ich in unser gemeinsames Zimmer ging und sie vor mir im Bademantel erblickte.
Meine Schwester war nicht nur extrem neugierig, sie war auch echt eifersüchtig, wenn jemand anderes was mit einem gut aussehenden Jungen hat. Und ich kann es nicht verneinen: Finn sieht gut aus. Er sieht echt gut aus.
Genervt schüttelte ich nur meinen Kopf und ließ mich auf mein Bett fallen, während Vanessa ihre Stirn runzelte und sich zu mir umdrehte.
"Ist er so schlimm? Du kannst ihn auch gerne mir überlassen.", murmelte sie unschuldig und auch wenn ich sie nicht anschaute, konnte ich mir ihr grinsen nur zu gut vorstellen. Dieses hinterlästige Biest.
Wow. Okay, so hatte ich noch nie zuvor über meine Schwester geredet. Bei uns war es immer klar: Sie bekam alle Jungs und ich bekam gute Noten. Und bis jetzt hatte mir das auch nichts ausgemacht. Doch als sie mir soeben anbot, Finn zu "übernehmen", passte mir das irgendwie mal so gar nicht. Warum auch immer.
Und da ich auch auf diese Frage von ihr nicht antwortete, war sie nur noch verwirrter und setzte sich an die Bettkante.
"Was ist denn? Hat er dich sitzen gelassen?"
Mitleidend strich sie mir über die Stirn, doch ich sah sie nur böse an. Auf so was konnte ich doch echt kotzen! Das musste ich mir nicht bieten lassen.
Und so stand ich auf, verließ mit einem Schnauben das Zimmer und ließ meine verwunderte Schwester alleine zurück.
Warum war sie nur so? Warum war ich nur so? Warum regte es mich so auf, dass sie sich auch für den Jungen interessierte? Normalerweise hatte ich auch kein Problem damit gehabt.

Ich war überglücklich, als ich am nächsten Tag in mein Email Postfach geschaut hatte und dort die entscheidende Nachricht kam. Mein allergrößter Wunsch ging in Erfüllung: Ich durfte ein Praktikum im Krankenhaus absolvieren.
Als erstes zeigte ich es meinem Vater. Dieser freute sich wie ein Wahnsinniger, sodass er mit mir dann durchs ganze Haus hüpfte.
Meine Mutter rief ich im Geschäft an und teilte es ihr dort mit. Auch sie freute sich unglaublich und erzählte es sofort ihren Kollegen, die mir auch alle beglückwünschten.
Nachdem ich - mit einem grinsen im Gesicht - den Hörer wieder weggelegt hatte, kam meine verschlafene Schwester in den Raum und holte sich Milch aus dem Kühlschrank, um sie dann in ein Glas zu gießen. Heute war Samstag, was hieß, dass sie wieder den ganzen Tag faulenzen würde, während ich unser Zimmer putzen musste. Mama und Papa durfte ich nicht sagen, dass sie sich nicht daran beteiligt.
Seit gestern hatten wir nicht mehr viel geredet. Als ich wieder ins Zimmer zurückgekehrt bin, hat sie gerade mit ihrer besten Freundin Mia telefoniert und über Freddy abgelästert. Der arme tat mir echt leid.
Und mich hat sie dann nicht mehr beachtet, was mir auch guttat. Ich hätte wohl kein Wort mehr herausbekommen - wobei das oft passierte.
Als sie von ihrem Glas getrunken hatte, erblickte sie mich und ihre Miene wurde ernster.
"Was grinste denn so? Hat Finn dir geschrieben?", erkundigte sie sich spöttisch und ich legte mein genervtes Gesicht auf. Warum musste sich mich die ganze Zeit nerven?
"Nein, aber stell dir vor, deine Schwester hat das Praktikum im Krankenhaus bekommen."
Ich versuchte ein Lächeln, da ich echt keinen Stress mehr haben wollte, doch es misslang mir.
"Schön für dich.", murmelte sie nur und drehte sich wieder um, um hoch in ihr Zimmer zu gehen.
Und da dachte ich, dass wir immer zueinander halten und uns keiner trennen kann. Wie blind ich war. Ich hätte doch wissen müssen, dass Vanessa sich darum scheren wird, wenn ich mal etwas mit einem Jungen mache. Und um ehrlich zu sein, ich fand was ziemlich gemein von ihr. Nicht nur mir gegenüber, sondern genauso Freddy gegenüber, mit dem sie ja eigentlich noch zusammen war.
Seufzend legte ich das Telefon aus meiner Hand, zog meine Jacke und meine Schuhe an und machte mich auf den Weg zu Melanie, meiner besten Freundin.

Alles nur wegen dir -4

von Lisa

"Sie hat dich angezickt?", fragte Melanie mich aufgebracht, als ich bei ihr angekommen war und ihr alles erzählt hatte. Verständlich, wie sie war, hatte sie die ganze Zeit mit dem Kopf genickt und während ich fast in Tränen ausgebrochen war, hat sie mir tröstend eine Hand auf die Schulter gelegt.
Seufzend nickte ich und wusste sofort, wie Melanie innerlich kochte. Sie und meine Schwester konnten sich noch nie besonders leiden und jedesmal, wenn sie sich unter die Augen traten, stritten sie sich heftig. Während ich daneben stand und versuchte, sie zu trösten.
Und sogar wenn ich Melanie schon von Vanessa erzählte, kochte sie innerlich.
Aber meine beste Freundin war nicht eine, die in den anderen was schlechtes sah. Sie versuchte immer, für jeden eine Lösung zu finden. Und deshalb mochte ich sie auch so sehr.
"Also gut, noch mal von vorne. Du magst diesen Jungen also sehr?", fragte sie und ich zuckte mit den Schultern.
"Wir haben uns nur ein bisschen unterhalten. Er ist ganz nett."
Sie nickte und ich kam mir wie in einer Presseverhandlung vor, da sie mich richtig vornehm und so ansah.
"Und deine Schwester hat einen Problem damit?" Ihr Gesicht legte sich in Falten, während ich erneut nickte.
"Was mache ich jetzt? Vanessa und ich haben uns immer gut verstanden." Traurig schaute ich auf den Boden.
Wenn wir uns gestitten hatten, dann war es immer wegen Jungs. Ich fand es gemein, wie sie Jan behandelte, sie zickte rum. Mir gefiel es nicht, dass sie Freddy nur ausnutzte, sie interessierte es nicht. Und jetzt treffe ich mich ein mal mit einem Jungen und sie macht daraus gleich wieder ein Drama.
"Deine Schwester ist neidisch, oder?", fragte Melanie mich und ich nickte.
"Glaube ich auch. Sie denkt halt immer nur, dass ich die ruhige Alissa bin, die sich nur für Schule, Bücher und Klavier spielen interessiert. Das ist unfair, gemein. Ich bin genauso ein heranreifendes Mädchen wie sie und ich habe auch ein Recht, mich mit Jungen zu treffen.", schoss es aus mir heraus und ich hatte gar nicht gemerkt, wie mir Tränen ins Auge geschossen waren. Melanie legte tröstend eine Hand auf meine Schulter.
"Krass, dass dich ein Junge so beeindruckt.", schmunzelte sie und ich runzelte die Stirn.
"Nein, das ist nur, weil ich mich mit Vanessa gestritten habe. Das hat doch nichts mit Finn zutun.", wank ich schnell ab und sie grinste ich skeptisch an.
"Schon klar."

Nachdem sie mir geraten hatte, dass ich nicht auf meine Schwester hören müsse und mich trotzten mit dem Jungen treffen könne, erzählte ich ihr noch überglücklich, dass ich mein Praktikum im Krankenhaus sicher hatte. Sie freute sich riesig für mich, musste aber zugeben, dass ihr Praktikum bei der Polizei noch nicht angenommen wurde. Da legte ich meine Hand auf ihre Schulter und beteuerte ihr, dass sie das ganz sicher annehmen würden. Dann würden sie ja echt was verpassen! Melanie wusste schon seit längerem, dass sie eines Tages mal Polizistin werden wollte und ich fand das erstaunlich, schon weil ich mir den Beruf bei mir überhaupt nicht vorstellen konnte. Bei ihr passte es auf jeden Fall super: Sie war sehr schnell und koordiniert, sie konnte sich gut konzentrieren und sie hatte viel Ausdauer. Außerdem konnte sie länger an einem Strick ziehen. Perfekt also für diesen Beruf gemacht.
Zusammen redeten wir noch den ganzen Tag und als ich Abends zuhause ankam, war ich froh, dass ich mit ihr geredet hatte. Sie konnte mich eben immer wieder aufbauen und das war gut so.
Vanessa war auch guter Laune. Als ob heute morgen gar nichts gewesen wäre, umarmte sie mich sofort überschwänglich, als ich zur Tür reinkam. Sie erzählte mir, dass Freddy sie zum Schulball eingeladen hatte und sich dabei total romantisch auf die Knie gestellt hatte. Und ich dachte, dass man das nur bei Hochzeitsanträgen so machte.
Der Schulball. Beinahe hatte ich ihn verdrängt und doch war er da. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, dass ich dieses Jahr nicht hinging, aber so wie ich meine Schwester kannte, würde sie mich sowieso zwingen.
"Du gehst da hin! Und wenn ich dich hintragen muss.", meinte sie drohend, als sie meinen Blick gesehen hatte.
"Na, dann wünsche ich dir schon mal viel Spaß beim tragen. Ich denke, danach ist nicht nur dein Kleid sondern auch deine Motivation vergraben." Liebenswürdig sah ich sie an und sie verdrehte nur die Augen.
"Ich werde schon dafür sorgen, dass du da aufkreuzt, klar?", sagte sie danach etwas angepisst.
"Und mit wem? Ich habe keinen Bock, da alleine hinzugehen." Sie drehte sich von ihrem Kleiderschrank zu mir um und überlegte.
"Sebastian?", schlug sie vor und ich sah sie mit entgeisterten Blick an. Sebastian war zwar groß, gut gebaut und sah auch ganz gut aus, aber er war total komisch. Er war der totale Mamasuckel, die halbe Welt drehte sich nur um seine Mutter. Außerdem spielte er in einem Golfklub und hatte immer richtig enge Hosen an.
Vanessa hette gemerkt, dass ich mit dem garantiert nicht zum Ball gehen wollte und überlegte weiter, während sie ein T-Shirt vorsichtig in ihr Schrank legte.
"Wie wäre es mit Carlos?", grinste sie zu mir nach hinten und ich seufzte.
In Carlos war ich in det Grundschule total verliebt, doch er hat mein Herz gebrochen, als er sich mit Rebekka traf. Rebekka war inzwischen auf irgendeiner anderen Schule und Carlos hatte kein Interesse mehr an ihr. Ich verstand mich zwar ganz gut mit ihm, aber meine Gefühle für ihn waren schon lange vorbei.
"Das ist Vergangenheit.", murmelte ich und meine Schwester nickte.
"Oder Jan? Du fandest es doch so schade, als ich mich letztes Jahr von ihm getrennt habe.", kam es als nächstes von ihr. Ich seufzte.
Nur weil ich mich mit Jan gut verstanden hatte und er mir eben leid tat, als meine Schwester plötzlich Schluss machte, nur weil ihr seine Frisur nicht gefiel, hieß das ja noch lange nicht, dass ich gleich mit ihm zum Schulball gehen würde.
Also schüttelte ich schon wieder meinen Kopf und Vanessa ließ sich verzweifelt auf ihr Bett plumpsen.
"Du bist halt ein hoffnungsloser Fall. Aber keine Sorge, mir fällt schon was ein.", lächelte sie und ich verdrehte gewöhnt meine Augen.
Ja, das war tatsächlich meine kleinste Sorge. Egal mit wem, Vanessa bestand drauf, dass ich zum Schulball kam. Und wenn nicht, bedeutete das dass sie nur wieder mit mir reden würde. Das wollte ich unter keinen Umständen.