Auch Pferde fühlen (6)

von Merlie4, 12 Jahre


 

Am nächsten Morgen in der Schule erzählte ich Schewi unseren Plan gleich in der ersten Stunde.
Zwar bekamen Schewi und ich dadurch den zweiten Eintrag in diesem Monat (wegen Schwätzen), aber wenigstens hatte Schewi mir versprochen uns zu helfen. Die Schulstunden zogen sich hin wie Kaugummi und die letzte Stunde bei unserem Physiklehrer Herrn Kausmann erst recht. Eigentlich macht mir Physik schon Spaß, aber Herr Kausmann hatte die Gabe, die spannendsten Themen einschläfernd langweillig zu erzählen. Als auch diese Stunde endlich um war, fuhren Janna, Schewi und ich direkt zum Pferdehof.
Als wir ankamen, bekamen wir einen gewaltigen Schock: Die Scheunentür stand offen und das Pferd war verschwunden. Schewi, Janna und ich schauten uns mit großen Augen an. Janna sprach aus was alle dachten: "Und was, wenn der Schlachter schon da war?"
"Ach was," sagte ich optimistisch. "Komm, wir gehen mal um die Scheune rum."
Hinter der Scheune bekamen wir einen noch größeren Schrecken: Da stand ein großer Transporter und der Rotkopf und ein anderer Mann versuchten die Stute auf den Laster zu bringen. Die aber hatte ihre letzten Kräfte mobilisiert und stemmte die Hufe in den Boden.
Wir rannten so schnell wir nur konnten herbei.
Schewi rief:"Wir kaufen ihnen das Pferd ab und wir bieten Ihnen mehr als der Schlachter!"
Janna und ich starrten meine Freundin entgeistert an.
"Schewi, lass den Quatsch! Wo, um alles in der Welt, willst du das ganze Geld herkriegen? Und wo sollen wir das Pferd hinstellen? In unseren Vorgarten vielleicht?"
Das alles zischte ich Schewi zu.
"Ich hab doch noch Kommunionsgeld, schon vergessen? Und ihr habt mir doch von eurem Hof da erzählt. Da ist doch bestimmt noch genug Platz. Also lasst mich nur machen!"

FORTSETZUNG FOLGT

 

 

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