Du bist anders ... (Teil 1)
von Minna, 14 Jahre
Leona konnte nicht einschlafen. Schon seit Stunden wälzte sie sich hin und her. Ihr wurde plötzlich kalt und gleich darauf kochend heiß. Sie stand auf und ging mit zitternden Knien die Treppe hinunter. Ihr Schlafzimmer lag im oberen Stockwerk des Hauses. Leona ging auf den Medizinschrank zu und öffnete ihn. Ihr wurde erneut heiß und ihre Knie zitterten als könnten sie die Last Leonas Körpers keine Sekunde länger tragen. Leona nahm das Fieberthermometer mit zittrigen Fingern aus dem Schrank und schob es in ihren Mund. Sie wartete bis es piepte und sah dann auf das Display. In digitalen Ziffern stand dort 37° C. Normaltemperatur. Wie konnte das sein?
Plötzlich ging im Zimmer ihrer Eltern das Licht an. Dann auf der Treppe und schließlich stand ihre Mutter Joanna hinter Leona. „Was ist los Maus?“, fragte ihre Mutter. „Nichts Jo.“, antwortete Leona. Sie nannte ihre Mutter immer Jo. Das passte wirklich besser zu ihr als Joanna: „Und warum stehst du dann mitten in der Nacht mit einem Fieberthermometer in der Hand im Flur herum?“. Sanft wand Jo Leona das Fieberthermometer aus der Hand. „ 37° C.“, stellte Jo fest. „Dann ist doch alles in Ordnung.“, sagte sie fragend und sah Leona nicht minder fragend an. Doch genau in diesem Moment bekam Jo die Antwort warum Leona gemessen hatte, ob sie Temperatur hatte. Leona wurde eiskalt. Ihre Knie und Kiefer klapperten im Gleichtakt mit den Kälteschüben die durch sie fuhren wie kalte Wellen. „Das gefällt mir ganz und gar nicht.“, meinte Jo und sah Leona erneut an, diesmal besorgt. „Warte.“, war Jos knappe Aufforderung als sie nach oben in ihr Schlafzimmer stürmte. „Chris Leona ist krank!“, diese Worte rissen Christian sofort aus seinem sonst sehr festen Schlaf. Seine Tochter war ihm neben Jo das wichtigste im Leben, und schon einmal hatte er jemanden wegen einer schlimmen Krankheit verloren. Er wollte nicht, dass das wieder geschah, niemandem und schon gar nicht seiner Tochter. Er rannte die Treppe hinunter und stand sofort vor der immer noch schwach zitternden Leona. „Wir müssen mit ihr ins Krankenhaus schnell!“, rief er. „Aber was ist mit dem Fieberthermometer, ist es kapu…“. „Wir haben jetzt keine Zeit für sowas!“, fuhr Christian seine Frau an. „Schon gut, schon gut, du wirst schon wissen was richtig ist.“, besänftigte Jo Chris. Sie holte Auto- und Haustürschlüssel und schloss die Tür ab. Leona schwitzte sich inzwischen fast die Seele aus dem Leib. „Was sollen wir nur tun?“, fragte Jo verzweifelt, die keine Ahnung hatte wie sie Leona helfen konnte. „Wir müssen so schnell wie es geht ins Krankenhaus mit ihr!“, wiederholte Chris und ließ den Motor an. Während ihre Eltern den schnellsten Weg zum Krankenhaus suchten, kam in Leona, die auf der Rückbank saß ein neues Gefühl auf. Es fühlte sich an als loderte in ihr ein Feuer. Ihr wurde schlecht. Chris sah ab und zu mit besorgtem Blick in den Rückspiegel, aber immer wenn sie ihm zulächelte, um ihm zu zeigen, dass es ihr gut ging, sah er weg.
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Das war Teil eins. Wer wissen möchte, unter welchen seltsamen Krankheit Leona leidet und warum Chris sich so merkwürdig benimmt, sollte Teil 2 lesen. Bitte kommentieren =)
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