Stadtgeflüster (Teil 22)

von Jessi Bullock Kizzz, 14 Jahre


 

So, hier ist Teil 22 :)
Meine Geschichte ist schon bald zu Ende und deswegen bitte ich euch für einen großen Endspurt beim Kommi schreiben und Fragen fragen.
Bitte genau so viele Kommis, wie bei "Mit 'Lovestory' fing alles an?!" Da ging' s doch auch, oder?
Also. viele Kommis bitte.
*****
Der Tag des Konzertes war gekommen. Man merkte es an der Spannung unter den Schülern. Beim Frühstück gab es kein anderes Thema und auch Mel, Marie und Demp diskutierten eifrig mit.
So kam ich noch einmal auf den Bandnamen zu sprechen.
„Wir können uns nicht 'Desley Mirror“ nennen. Denn 'Desley Mirror' sind Phil, Chuck, Leon und Haley. Haley ist nicht da, also fehlt ein Teil“, meinte ich.
„Wie wäre es denn mit 'Desley Mirror feat. Lana?“, fragte Leon.
Aber Chuck hatte eine bessere Idee: „Wir können doch 'Desley Mirr' nehmen. Wenn Haley fehlt, fehlt ein Teil des Namens und anstatt 'feat. Lana' können wir etwas nehmen, was nicht so offensichtlich ist.“
Er nahm einen Stift und schrieb etwas auf seine Serviette.
„Desley Mirr feat. Lady Ell“, las ich.
„Hey, das ist super, Chuck.“, rief Phil erfreut und klatschte ihn ab.
So war auch das Problem mit dem Bandnamen gelöst.

Nach dem Frühstück gab es eine Generalprobe auf der Bühne. Es gab nur eine Band, die gegen uns spielte und das waren Cindy, Lena, Alina und Kim, die sich „Candy Girls“ nannten. Wobei ich mir fast sicher bin, dass das „Candy“ etwas mit Cindy zu tun hatte. Welchen Song sie performten wusste ich nicht und auch Dave, der das ganze organisierte, hatte keine Ahnung. Es sollte eine Überraschung sein. „Candy Girls“ erschien zur Generalprobe mir ihren iPods und Mp3- Playern. Auf Cindys Kommando drückten sie auf „Play“ und performten den Song ohne nur einen Laut von sich zu geben. Cindy hatte den größten Part und die anderen waren eher im Hintergrund. Aber sie hatten alle eine geplante Choreo drauf und es sah echt cool aus, wenn man davon absah, dass sie zu dem Tanz den Mund bewegten. Ich war mir sicher, dass ich den Song anhand der Wörter kannte, aber ich konnte ihn nicht zuordnen, was ein fataler Fehler von mir war.
Unsere Probe lief grässlich, aber das muss ja auch so sein bei der Generalprobe. Erst verpasste ich meinen Einsatz und dann musste Chuck die ganze Zeit dumm kichern, wenn ich an fing zu tanzen. Zum Spaß haute ich ihm das Mikrophon leicht gegen den Kopf, was einen schrecklich lauten Ton von sich gab. Dann ging Phils Verstärker kaputt, sodass man ihn kaum hörte.
Dave bot uns an alles nochmal zu probieren, aber das wollten wir nicht, wie gesagt, die Generalprobe muss ja schlecht sein.

Um 18. 30 Uhr schleppten Mel, Marie und Demp mich in unser Zimmer, verriegelten die Tür und setzten mich auf mein Bett. Dann fingen sie an in ihren und meinem Koffer zu wühlen, mir Sachen hinzuschmeißen, sie kritisch anzusehen um sie schließlich wieder wegzunehmen.
„Leute, was soll das?“, fragte ich irritiert.
Ohne etwas zu sagen zogen sie mich aus dem Bett und stellten sich vor einen mannshohen Spiegel, verglichen Sachen miteinander und diskutierten lautstark, ohne mich weiter Notiz von mir zu nehmen.
„Hallohooo?!“ Langsam wurde ich echt genervt. Ich bin ja keine Modelier-Puppe oder so.
Nach geschlagenen 15 Minuten hatten sie es dann soweit und ich musste mich in eine schwarze Glanz- Leggings von Mel, einem silbernen Pailetten-Top von Demp und silberne 10 cm Peep Toes von Marie zwängen. Ich sah aus wie eine leuchtende Discokugel, fand ich.
Doch ich war noch nicht fertig.
Marie stellte einen Stuhl in die Mitte des Raumes und schubste mich drauf, dann begann sie meine Haare zu bändigen, was wirklich keine leichte Arbeit ist. Mel lackierte mir die Finger- und Fußnägel in einem leuchtenden Rot und Demp schminkte mein Gesicht. Ich saß nur da und summte die Melodie irgendwelcher Songs.
Um 20 vor acht waren sie endlich fertig. Marie hatte meine Haare mit einem Haargummi sehr weit oben und seitlich zusammengebunden. Meine Augen wurden von einem leichten Silber umrahmt, dafür leuchtete mein Mund in dem selben Rot wie meine Nägel.
Auf Maries 10 Zentimeter Absätzen machte ich ein paar Schritte auf den Spiegel zu, um mich noch einmal genau zu begutachten. Ich sah total super aus. Wie eine professionelle Sängerin. Lächelnd drehte ich mich zu meinen persönlichen Stilistinnen um. „Ihr seid einfach die besten“, rief ich und stürzte mich lachend in ihre Arme.
Pünktlich um 10 vor acht stand ich hinter der Bühne. Die Jungs schauten mich von allen Seiten an und schienen nicht zu glauben, dass man in diesen Glitzerteilen so gut aussehen konnte.
„Boha, Phil, deine Schwester hat ja ganze Arbeit geleistet, Mann“, staunte Chuck.
„Irgendetwas muss sie ja richtig gut können, außer rumzicken“, grummelte Leon leise und spielte auf Mels Auftritt im Proberaum gestern an.
„Du siehst einfach fantastisch aus“, lobte auch Phil.
Da ging auf einmal das Licht auf der Bühne an und Dave trat hinter dem Vorhang hervor.
Er begrüßte die Leute und sagte die erste Gruppe an.
„Die Candy Girls wollen euch mit einem Überraschungssong beeindrucken. Also los geht' s, und nicht vergessen, ihr votet für den Gewinner. Einen riesigen Applaus für die CANDY GIRLS.“
Lena, Alina und Kim kamen auf die Bühne, sie hatten alle ein weißes Top und eine dunkle Jeans an. Cindy war nicht zu sehen, oder doch. Vorne auf der Bühne lag ein weißes Tuch und darunter war Cindy scheinbar. Ich konnte ihren pinken Minirock und die gleichfarbige Bluse durch das Tuch schienen sehen. Also die ersten Töne des Stückes anfingen, traute ich meinen Ohren nicht.
Es waren die ersten Noten von „I will survive“. Von unserem Song.
„Scheiße,“ fluchte Chuck.
Er hatte es auch erkannt. Ich starrte in die Gesichter der drei Jungs. In jedem spiegelte sich Erstaunen und zugleich Verzweifeln wieder.
„Das... das können die doch nicht machen. Das ist unser Song“, stammelte Leon.
Dave kam zu uns.
„Das war wirklich gemein von denen, aber die Regeln lauten jede Band muss einen anderen Song performen. Tut mir Leid, Leute. Ihr habt noch zirka 3 Minuten um euch etwas anders zu überlegen“, schulterzuckend wand er sich zum gehen.
Phil schaute ihm hasserfüllt nach und auch ich war total geschockt darüber. Aber Leon dachte schon nach.
„Lana, was kannst du denn noch so alles auswendig singen?“, fragte er.
Scheinbar war er der Meinung, dass wir das noch hinbekommen könnten.
„Ich... ich weiß nicht. Das hat ja eh keinen Sinn mehr.“, sagte ich traurig.
Ich hatte mich so auf das Konzert gefreut und jetzt das.
„Was ist mit diesem Rock It Zeug, was Mel und du am See gesungen habt? Das konntest du doch, außerdem ist das easy zu spielen“, meinte Chuck.
Auch in Phils Gesicht entflammte sich wieder die Hoffnung. Na ja, ein Versuch war es wert.
Leise summte ich den Jungs die Melodie vor und die spielten sie leise nach.
Da die Instrumente noch nicht angeschlossen waren, konnte man es im Zuschauerraum und auf der Bühne nicht hören. Nach dem Auftritt der „Candy Girls“ tobte die Stimmung. Sie waren richtig gut gewesen. Dave sagte uns an und wir gingen auf die Bühne.
Von hier oben sah man nichts. Das Licht der Scheinwerfer blendete so, dass es mir im ersten Moment Tränen in die Augen stiegen ließ. Doch ich blinzelte sie weg und versuchte mich so an das Licht zu gewöhnen. Nach ein paar Sekunden konnte ich einige Gesichter ausmachen. In den ersten Reihen standen Marie, Mel und Demp. Etwas weiter hinter ihnen am Rand sah ich Ben.
Langsam drehte ich mich zu den Jungs um, um Chuck das Startzeichen zu geben.
Er schlug den Takt vor und Leon fing an das Vorspiel auf dem Keyboard zu spielen.
Da kam auch schon mein Einsatz. Aller Lampenfieber verschwand, als ich die ersten Töne sang.

All die Zeit war meine Welt so grau,
wie ein langer Regentag.
All die Zeit fehlte ein Teil von mir,
ich wusste nur nicht, was es war.
All die Zeit war ich wie verlor' n.
In einer endlos dunklen Nacht.
Ich sah zu den Sternen hoch,
suchte, was mich glücklich macht.

Doch, dann warst du da
und jetzt ist alles neu,
nichts ist wie es mal war.

Es war, als würden eintausend Schmetterlinge um mich herum fliegen. So leicht bewegte ich mich zur Musik. Das Publikum war ganz ruhig. Als ich zum Refrain kam, war ich sicher im Text und der Musik. Ich suchte nach Bekannten Gesichtern in der Menschenmenge unter mir und ließ meine Augen zwischen den Reihen hin- und herwandern.

Wie die Welt leuchtet,
wenn ich dich seh.
Wie alles leuchtet,
die Welt bleibt stehn.

Ich leuchte
seit du da bist.
Es leuchtet
was um mich ist.
Wie hab ich
das nur vermisst.
Komm, nimm meine Hand,
wir singen zusammn
und sehn,
wie die Welt leuchtet.

Das Zwischenspiel fing an. Leons Solo. Zeit für mich nach Ben Ausschau zu halten. Ich entdeckte ihn direkt an der Bühne neben dem Seiteneingang zusammen mit Cindy. Als sie meinen Blick sah, lächelte sie genüsslich und küsste Ben. Er zog sie an sich und sie verschwanden in der Masse. Sofort wurde ich stocksteif, unfähig mich zu bewegen. Um mich herum war nichts mehr, keine Musik, keine Menschen, kein Licht. Nur Cindy und Ben, die sich küssend in den Armen lagen.
Ich bemerkte gar nicht, dass ich schon lange wieder hätte anfangen sollen zu singen. Doch plötzlich stand Phil neben mir. Er hatte ein Mikrophon in der Hand und zog mich zurück in die Mitte der Bühne. Seine warme Hand zog mich wieder ins Bewusstsein zurück.

„All die Zeit war alles um mich cool.
Wie an einem Wintertag.
Manchmal war mir richtig kalt,
ich wusste nicht woran es lag.
All die Zeit kreiste ich auf meiner Bahn,
wie ein Stern im weiten All.
Ich ahnte nichts von deiner Welt,
die für mich im Dunkeln war.“

...sang er. Ben sang, und er sang gut. Gerade rechtzeitig fiel mir der Text meines nächsten Parts wieder ein. Wir sangen gemeinsam:

„Wie die Welt leuchtet,
wenn ich dich seh.
Wie alles leuchtet,
die Welt bleibt stehn.
Ich leuchte seit du da bist,
es leuchtet was um mich ist.
Wie hab ich das nur vermisst.
Komm nimm meine Hand,
wir singen zusammn und sehn.

Ai ai ah
ai ai ahhahaha
ai ai ah
ai ai ahahahhh.
Wie alles leuchtet, wenn ich dich sehe.
Wie alles leuchtet, die Welt bleibt stehn'.
Ich leuchte seit du da bist.
Es leuchtet was um mich ist.
Wie hab' ich das nur vermisst.
Komm nimm meine Hand, wir singen zusammen und sehn'
Wie die Welt leuchtet.“

Mit dem Ausklang unserer Stimmen zog Phil etwas aus seiner Hosentasche. Es war mein Schal. Mein blauer Schal, mit dem Herzen, den ich so teuer gekauft hatte und anscheinend im Wald verloren hatte.
„Er war kaputt, aber ich habe versucht, ihn so gut es geht zu reparieren“, flüsterte er mir zu.
Der Schal war in der Mitte tief eingerissen, aber jemand hatte ihn wieder zusammen genäht. Von dem ganzen Geschrei des Publikums bekam ich kaum etwas mit. Phil hängte mir den Schal um den Hals, was die Leute noch lauter kreischen ließ.
„Küssen, küssen“, riefen sie.
Lächelnd zog Phil mich an sich und gab mir den atemberaubendsten, wunderbarsten und längsten Kuss meines Lebens. Da wurde mir etwas schlagartig klar.
Ich hatte meinen Traumprinzen gefunden. Es war der Junge, der meine Herzchen kaputt im Wald gefunden und sie erst zusammen genäht hat, bevor er sie mir zurück gab.
Tante Vic hatte also doch wieder recht.

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So, hoffe es hat euch gefallen :)
Der Song heißt 'Wie die Welt leuchtet' und ist aus dem Film Rock It!.
Nur für die, die das interessiert^^
Also, viele Kommis und so^^
Kizzz
Jessi

 

 

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