The diary of a Vampire (Teil 2)

von Dilara, 11 Jahre


 

Danke für die netten Kommentare. Ja, die Überschrift klingt ziemlich ähnlich wie "The Vampire Diaries" und ist ’ne Serie. So jetzt geht’s weiter: (:

Er wälzte sich unruhig im Bett. Es war schon sehr spät. Aber er konnte einfach nicht einschlafen. Es waren mit Sicherheit schon Stunden vergangen. Aber er wollte nicht noch einmal auf die Uhr schauen. Er war müde, aber ihm fielen einfach nicht die Augen zu.
Sein Fenster hatte er offen gelassen. Es war ein schwüler Sommertag gewesen. Jetzt war es immer noch schwül. Was er morgen machen sollte, fragte er sich. Er könnte Freunde besuchen oder für die Schule lernen.
Aber er würde nicht aufwachen, aber das wusste er ja noch nicht.
Dann hörte er plötzlich einen Raben kreischen.
Direkt vor seinem Fenster. Er stand auf, um nachzusehen. Nicht, dass das Vieh in sein Zimmer fliegen würde. Es war kein Rabe zusehen, aber er beschloss noch ein wenig die frische Luft einzuatmen.
Es waren seine letzten Atemzüge, wie erbärmlich.
Er hörte Schritte von draußen. Er konnte allerdings nichts sehen. Es war viel zu dunkel.
Jemand lief.
Schnell.
Und immer schneller.
Eine Frauenstimme schrie.
Die Schritte wurden schneller.
Die Frauenstimme verstummte.
Er hörte Geräusche, die zu einem Tier gehören müssten. Etwas Ähnliches wie ein Fauchen. Er fühlte sich beobachtet. Er schloss sein Fenster. Er lief zu seinem Bett, deckte sich zu.
Neben ihm war etwas.
Das wusste er.
Er schluckte.
Sein Herz klopfte.
Er schrie.
Er wurde ebenfalls erfasst.
Erfasst vom Tod.
Wie erbärmlich.

Die Zeit bis zur Pause wurde immer länger. Aly war in Gedanken ständig bei Noah. Sie fragte sich, ob er wohl auch an sie dachte. Auch die merkwürdige Chloe ging ihr nicht aus dem Kopf. Wie sich plötzlich ihre Augenfarbe geändert hatte und wie sie reagiert hatte, als Aly sie darauf angesprochen hat. Irgendwas hatte Chloe zu verbergen. Nur wusste Aly nicht was.
In der letzten Stunde vor der Pause malte sich Aly aus, wie sie wieder auf Noah zugehen und ansprechen würde. Vielleicht würde sie sich zu ihm setzten. Oder er zu ihr. Vielleicht tauchte Chloe wieder plötzlich neben ihm auf. Oder lies sie in Ruhe. Welche Augenfarbe sie jetzt wohl hatte, dachte Aly.
Aber weitere Gedanken über ihre Augenfarbe machte sich Aly nicht. Heutzutage gab es sogar Menschen mit einem blauen und einem grünen Auge. Vielleicht wird alles gut, dachte Aly. Vielleicht werden ich und Noah ein Paar und ich freunde mich mit Chloe an.
Oh nein!
Hatte sie sich etwa... in Noah verliebt? fragte sich Aly.
Das konnte doch nicht sein.
Sie kannte ihn kaum. Sie wusste nicht mal, wie er mit vollem Namen hieß. Sie konnte unmöglich verliebt sein.
Aber weiter kam sie nicht, denn es klingelte. Zur Pause.
Wie gewöhnlich setzte sich Aly zu Mia, die schon ihr Essen geholt hatte. "Na, wie waren deine ersten Stunden nach den Ferien?", fragte Mia und trank einen großen Schluck von ihrem Kakao.
„Ich hab’ kein einziges Wort verstanden. Ich dachte die ganze Zeit an..."
„Noah!", ergänzte Mia und setzte ihren Kakao ordentlich neben ihrem Essen ab.
„Ja!", seufzte Aly.
„Geh doch zu ihm rüber. Er sitzt gleich dort. Mir macht es nichts aus kurz alleine zu sein. Du hast dich das erste Mal nach Jahrzehnten verliebt. Das sollte eigentlich gefeiert werden!", sagte Mia und lachte über ihren eigenen kleinen Scherz.
Ich antwortete nicht darauf und machte mich, wie es mir Mia vorgeschlagen hatte, auf den Weg zu Noah.
Er saß neben Chloe (bei der ich mir ziemlich sicher war, das sie seine Schwester war). Gegenüber von ihm saß ein Mädchen mit langen blonden Haaren, braunen Augen und eben so blass wie Noah.
Neben ihr war ein ziemlich kräftig gebauter Typ mit verwuschelten schwarzen Haaren und blauen Augen. Natürlich - wer hätte das gedacht?- auch blass.
Sie unterhielten sich und lachten. Selbst Chloe, von der ich dachte, sie hätte noch nie in ihr Leben ihre Mundwinkel zu einem Lächeln verzogen.
Sie aßen nichts.
Nur die Blonde hatte eine halbvolle Flasche Coca Cola vor sich stehen.
„Hey!", sagte ich und lächelte in die Runde.
Es kam mir irgendwie ein wenig gruselig vor, wie alle im gleichen Moment ihre Köpfe nach mir hindrehten.
„Aly!", sagte Noah sanft und lächelte. „Setz dich doch zu uns. Möchtest du etwas trinken?", fragte er und machte den Platz neben sich frei.
„Nein danke!", sagte ich und setzte mich.
„Das sind übrigens Abbie und Ian."
„Schön, dich kennenzulernen, Aly.", sagte Abbie.
Ihre Zähne glänzten weiß und es war einfach ihre Ausstrahlung, die Abbie so besonders machte.
„Noah hat uns schon sehr viel von dir erzählt, musst du wissen.", sagte sie.
Chloe hob eine Augenbraue, sagte aber nichts.
„Echt? Ich hoffe nur Gutes.", ich lächelte verlegen.
Chloe lachte kurz auf.
„Abbie, ich hoffe das war jetzt nur ironisch gemeint. Er weiß ja gerade mal, dass sie Aly heißt."
Ich schluckte und mein Blick wanderte von Abbie zu Noah.
„Also,", setze Ian fort, um die Stille zu unterbrechen, „wenn du willst, kannst du mal bei uns vorbeikommen. Wir wohnen gleich..."
„Ian!“, rief Chloe und stand auf.
„Was ist los mit dir, Chloe?", fragte Abbie.
„Was mit mir los ist?", fragte Chloe. „Fragt doch ihn." Sie zeigte auf Noah, der mittlerweile auch aufgestanden war und mich nervös anschaute.
Dann verschwand er.

 

 

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