The diary of a Vampire (Teil 1)

von Dilara, 11 Jahre


 

Sry, mir ist leider kein anderer Name eingefallen.

>> Sie stand an der Ampel. Sie fröstelte. An der Kreuzung stand niemand außer ihr, nicht mal ein Auto. Es war schon nach Mitternacht. Nie war sie um diese Uhrzeit unterwegs. Nicht mal dann, wenn sie von einer Party kam und auf dem Weg nach Hause war. Heute aber war alles anders. Sie war nicht auf den Weg nach Hause. Sie hatte das Gefühl, dass es immer dunkler werden würde und jemand sie beobachtete. Verdammte Ampel, dachte sie. Los werd' schon endlich grün. Die Ampel war immer noch rot. Sie hörte für einen Moment Schritte hinter sich, aber sie traute sich nicht umzudrehen. Wenn sie gewusst hätte, dass sie gerade mal ein paar Sekunden wartete. Aber ihr wurde es zu viel, ihr wurde immer kälter und gruseliger. Sie ging über rot und lief. Sie lief so schnell sie konnte. Sie wollte endlich ankommen. Die Schritte hinter ihr wurden immer lauter.
"Wer ist da?" schrie sie.
"Ist hier jemand?"
Sie lief immer weiter und hatte schon Seitenstiche, aber sie lief immer noch weiter. Nie im Leben hätte sie daran gedacht, stehen zu bleiben. Dann fiel sie über einen Stein. Sie stütze sich gerade noch mit den Händen ab, aber es war zu spät. Viel zu spät. Sie schrie, noch bevor sie erfasst wurde. Erfasst vom Tod. Aber nein, das war noch lange nicht das Ende. Noch lange nicht.

>> "Guten Tag allerseits!", rief Mr. Brown, der Direktor der West High.
"Seid ihr bereit für ein neues Schuljahr?", rief er noch lauter den Schülern auf der Bühne zu. Manche Schüler murmelten ein kleinlautes "Nein", aber Mr. Brown ignorierte diese.
"Seid froh, auf der West High sein zu dürfen. Dieses Schuljahr haben sich 200 neue Schüler beworben. Habt ihr gehört? 200! Und davon wurden nur 30 angenommen."
Während Mr. Brown noch weitere Sachen rief, setzte sich Alyssa neben Miranda, ihre beste Freundin.
"Hast du gehört, Mia? Bereit für ein neues Schuljahr?", äffte sie ihren Rektor nach und hörte Mirandas heiseres Lachen, dass sie über die Ferien schon so vermisst hatte.
"Sicher Aly, bin ich das. Und weißt du warum? Weil ich mich dieses Jahr endlich verlieben werde. Und weißt du in wen? In den Richtigen!"
Alyssia rollte die Augen.
"Das hast du letztes Jahr auch schon behauptet. Mia, man kann die Liebe eben nicht erzwingen."
Mia knabberte an ihrem Fingernagel. "Das sagt ja genau die Richte. Du warst immerhin noch nie verliebt."
Alyssia seufzte.
"Ich warte eben noch."
Miranda stöhnte laut.
"Das ist deine Standardantwort Aly, halt mal die Augen offen. Zum Beispiel... wie wäre es denn mit... David... da vorne."
Sie zeigte auf einen großen, schlanken Typen, der sich gerade mit ein paar Kumpels unterhielt. Als seine Kumpels wieder Mr. Brown zusahen, guckte er schnell in beide Richtungen und bohrte in der Nase. "Oh... okay. Der will wohl doch lieber alleine bleiben", sagte Mia und wandte sich zu Aly, die gerade einen Typen anstarrte.
"Hey, ist der neu?", fragte Mia.
"Süß sieht der ja schon aus"
Seine Augenfarbe konnte man von weitem nicht sehen, oder dürfte man eigentlich nicht sehen, aber Aly war sich sicher, dass sie schwarz waren. Wie eine riesige Pupille. "Ist der auf Drogen?", flüsterte Mia Aly ins Ohr.
"Nein", sagte Aly, auch wenn sie sich selbst nicht so sicher war.
"Geh rüber", flüsterte Mia.
Aly drehte sich zu ihrer Freundin um und sagte: "Hey, wär mir das bloß eingefallen!" und rollte die Augen. Dann stand sie auf und ging zu ihm rüber. Er stand allein, sein Blick auf Mr. Brown geheftet.
"Hey" sagte Aly zu ihm. "Du bist sicher neu hier. Mein Name Alyssia. Aber nenn' mich doch bitte einfach Aly."
Erst jetzt sah er Aly an. Sein Haar war braun, seine Haut eher blass uns seine Augen waren tatsächlich pechschwarz.
"Freut mich", sagte er und streckte mir die Hand aus. Weil Aly nicht wusste, was sie tun sollte, klatschte sie die Hand ab. Der Junge lachte. Aly wurde rot. Natürlich! Er wollte ihre Hand schütteln.
"Mein Name ist übrigens Noah."
Er grinste. Seine Zähne waren einfach zu perfekt. Weiß und gerade. Wüsste Aly es nicht besser, hätte sie denken können, dass er Jahrhunderte lang eine Zahnspange getragen hätte.
"Und ich bin Chloe", sagte plötzlich ein Mädchen, dass sich vor Aly gestellt hatte. Sie war einfach so aufgetaucht. Als wäre sie geflogen.
"Chloe, lass sie in Frieden", sagte Noah zu Chloe und funkelte sie böse an. Chloe hatte kinnlanges, pechschwarzes Haar und eisblaue Augen. Sie sah ein wenig aus, als wäre sie aus einem Horrorfilm entsprungen. Außerdem lächelte sie nicht. Sie sah Aly vorwurfsvoll an, als hätte sie etwas falsches getan.
"Ich sollte lieber gehen", sagte Aly und machte schon einen Schritt zurück. Dann geschah es: Chloes Augen waren eben noch eisblau, jetzt waren sie dunkelgrün.
"Hey Chloe, waren deine Augen eben nicht noch blau?", fragte Aly.
"Nein waren sie nicht", zischte Chloe und begutachtete Aly von oben bis unten. Sie war ebenfalls blass, nur ein wenig heller. Sie trug eine enge Jeans, ein Top in rot und eine Strickjacke in blau.
"Okay", sagte Aly und richtete ihren Blick auf Noah.
"Wir sehen uns wahrscheinlich in der Cafeteria. Also... bis dann."
Schlagartig drehte sich Aly um und lief zu Mia. Chloes Blicke spürte sie immer noch hinter ihr. "Und wie ist es gelaufen?", fragte Mia und lächelte.
"Du wirst es mir nicht glauben, wenn ich es dir erzähle", sagte Aly und sah hinüber zu Chloe. Ihre Blicke trafen sich.

 

 

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