Zickenzone! (Teil 2)

von Sophi


 

„Sophi! Ich rede mit dir!"
Ich war so in Gedanken versunken, dass ich gar nicht mitbekam, dass Herr Karpfen mich etwas gefragt hatte.
„Ja, schön für dich, ich aber nicht mit dir!", dachte ich mir.
Ich saß jetzt schon zwei Tage neben Caroline und hatte mit ihr noch kein einziges Wort gewechselt. Nur einmal hatte sie mich gefragt, ob sie bei mir abschreiben durfte und ich Vollhorst hatte auch noch ja gesagt.
Wegen ihr bekam ich dann meinen ersten Verweis und das kam so:
Wir hatten Englisch und schrieben einen Test, da mein Lehrer sehen wollte, ob wir auch im letzten Jahr immer aufgepasst hatten. Der Test war wirklich leicht, aber der Lehrer erwischte Caroline, wie sie bei mir abschaute. Er war sich nicht sicher, ob ich bei ihr oder sie bei mir abgeschaut hatte und deswegen bekamen wir beide ein Verweis. Von da an nahm ich mir vor, sie für immer zu hassen.
Aber das änderte sich bald.
Eines Tages ging ich in der Pause auf’s Klo und auf dem Rückweg sah ich wie Caroline in einer Ecke hockte und heulte.
Ja, sie heulte wirklich. Sie saß da und schluchzte vor sich hin.
Erst war ich total erschrocken, dann dachte ich mir soll sie doch heulen, die blöde Kuh. Aber dann bekam ich doch Mitleid.
Ich ging zu ihr hin und fragte: „Hey, Caroline was ist denn los?" und kniete mich zu ihr hin.
„Lass mich in Ruhe!", schrie sie mich an, aber ich ließ nicht locker.
„Erzähl mir doch was los ist.", flüsterte ich.
Sie schüttelte den Kopf.
„Bitte! Sonst kann ich dir auch nicht helfen."
Caroline holte tief Luft und fing an zu erzählen: „Ich hab sechs Geschwister zuhause und gestern hat mein Papa seinen Job verloren. Vor ein paar Wochen ist Mama zu so einem reichen Mann gezogen und seitdem hat sie sich nicht mehr blicken lassen. Verstehst du mich jetzt?"
Ich verstand sie.
„Ich muss jetzt nach Hause!", murmelte sie und rannte davon.
"Warte! Wir haben doch noch Unterricht!", schrie ich ihr hinterher, aber sie kam nicht wieder.
Den ganzen Schultag konnte ich an nichts anderes denken und die Konzentration lag bei null.

Hoffentlich hat es euch gefallen und bald werde ich auch noch einen dritten Teil schreiben.

 

 

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