Melliesa und das Amulett der Bücher - Wie alles begann

von Liesa, 14 Jahre


 

Melliesa und das Amulett der Bücher - wie alles begann
Mit dieser Geschichte nehme ich am großen Sommerferien-Webbi teil. Natürlich wie immer auf den allerletzten Drücker. *Hüstel, hüstel* (15.08.15 22.54Uhr) Die Erlebnisse sind alle ausgedacht. Die Geschichte ist aus meiner Sicht geschrieben, aber das Umfeld ist quasi komplett ausgedacht. Ich will nicht behaupten, ich wäre zu faul um mir neue Charaktere auszudenken und ich will auch nicht angeberisch klingen, aber ich mag mich wirklich gern und vor allem kann ich mich am besten einschätzen, weiß wie ich ticke und kenne meine Eigenschaften ziemlich genau. Und die passen nun einmal ziemlich gut in diese Geschichte. ;) (Ein bisschen kompliziert, ich weiß, aber egal.)
Der Name im Titel setzt sich übrigens aus den Namen der beiden Abenteurern dieser Geschichte zusammen. Ein Titel, den wir bei einem unserer Abenteuern annahmen... kommt aber nicht hier vor. Deswegen erkläre ich es jetzt hier. :)
Naja, aber jetzt habe ich wirklich genug gequatscht finde ich und deshalb wünsche ich euch jetzt mal viel Spaß beim Lesen!!!
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Es begann exakt genau am ersten Tag der Sommerferien um 14.26 und 32 Sekunden.
Das weiß ich deshalb so genau, weil ich da auf die Uhr geschaut habe und mich darüber gefreut habe, dass ich endlich für sechs Wochen jeden Tag ausschlafen kann. Und vor lauter Freude gleich ein Foto von der Uhr gemacht habe. Ihr müsst wissen, ich bin eine leidenschaftliche Fotografin. Wenn ich eine Spiegelreflexkamera in die Hand bekomme, fotografiere ich gerne alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Und den Baum fotografiere ich dann auch noch.
Außerdem rief um 14.25 Uhr und 16 Sekunden meine Freundin an und fragte mich, ob wir vielleicht zusammen Zelten gehen wollten. Und ich antwortete ihr, dass ich natürlich mit ihr zelten gehen wollte! Aber ich musste ja erstmal meine Mutter fragen, ob ich überhaupt durfte. Wobei, eigentlich ging es weniger darum, dass sie es mir erlaubte, sondern mehr um den Termin. Ich habe Termine nämlich nie im Kopf und auch nicht im Handy oder auf Papier, dafür waren meine Eltern zuständig. Der Nachteil war da natürlich, dass ich nie wusste, ob ich irgendwann Zeit hatte, oder nicht.
Aber ich hatte Zeit, und so verabredeten wir uns für in drei Tagen zum Zelten.
Damals wusste ja noch keiner, dass dies die spannendsten, fantastischsten und abenteuerlichsten Ferien werden würden, die ich je erlebt hatte.
Aber erstmal kam ja das Kofferpacken. Und das schob ich immer vor mir her bis auf den letzten Drücker. Auch so eine Angewohnheit von mir, und das leider nicht nur beim Kofferpacken.
Jedenfalls packte ich mir aber reichlich Zeugs ein, man weiß ja nie, was man nicht so alles brauchen kann. Und das wiederum war gut, auch wenn es den Koffer leider ziemlich schwer machte. Aber wenigstens hatte ich alles mit, was ich brauchte. Naja, oder zumindest fast alles.
Und dann ging es los. Wir schlugen unsere Zelte in der Nähe eines Sees auf, der mich unweigerlich an meinen See bei meinen Moonwaterhorses erinnerte. Und in diesem See badeten wir dann erstmal.
Eigentlich passierte dann auch erstmal nicht viel. Wir sortierten uns halt so, stellten fest, dass wir hier draußen keinen Strom zum Föhnen hatten, wünschten uns ein Lagerfeuer herbei (aber es kam leider keins)… Dieser Frieden währte allerdings nur bis Mitternacht.
Wir hatten uns ins Zelt gesetzt, weil es uns draußen schlicht und einfach zu kalt war, und ich hörte Musik mit meinem MP3-Player. Mellie, meine Freundin, las ein Buch (was auch sonst…) und hörte auch Musik, aber mit ihrem Handy. Mittlerweile war es schon ziemlich dunkel draußen.
Doch plötzlich sah ich einen Schatten draußen entlang huschen. Eine Person in einer anderen Geschichte hätte es jetzt vermutlich für ein Tier gehalten und friedlich weiter gelesen, aber dafür hatte ich einfach zu viel Fantasie. Ich schaltete meinen MP3-player aus, nahm die Kopfhörer ab und lauschte angestrengt in die Dunkelheit. Ich hörte leise Mellies Musik (sie hat einen tollen Musikgeschmack!), Blätter im Wind rauschen und das Rascheln der Seiten, wenn meine Freundin umblätterte. Und ich hörte, wie jemand – oder etwas? – durchs Gras streifte.
Da konnte ich meine Neugier einfach nicht länger zügeln.
Ich schlüpfte in meine grüne Fließjacke und kroch aus dem Zelt. Mellie sah mich verwundert an, glaubte aber wahrscheinlich, ich würde bloß auf die Toilette müssen.
Draußen ließ ich meine Augen erstmal an die Dunkelheit gewöhnen. Erstaunlich, wie hell Mellies Taschenlampe doch war! Nach ein paar Minuten konnte ich dann aber alles problemlos erkennen. Und was ich sah, war definitiv etwas anderes als tagsüber. Es war dunkel, alles wirkte geheimnisvoll und… einfach anders. Man kann es nicht beschreiben. Aber ich genoss es. Begeistert ging ich zum Wasser. Der Mond spiegelte sich auf der Oberfläche des Sees, die sich in der Nachtbrise leicht kräuselte. Obwohl es Sommer war und ich eine Jacke anhatte, fröstelte ich. Das Gras am Ufer war feucht und meine nackten Füße krallten sich in die kühle Erde. Ich stellte fest, dass eine Schlafhose für solche nächtlichen Aktionen ein bisschen zu kühl war und wünschte mir, ich hätte meine Jogginghose angelassen. Aber egal.
Ich beobachtete die Wasseroberfläche und auf einmal fiel mir auf, dass die silbernen Spiegelungen des Vollmondes einen Schriftzug bildeten.
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Was das bedeutete, wusste ich allerdings nicht genau. Aber das sollte ich schon noch herausbekommen.
Ich hockte mich hin und hielt meine Hand ins Wasser. Es war kühl, aber nicht ganz so eisig wie im Frühling oder Winter. Wahrscheinlich war die Luft morgen wieder so warm, dass wir problemlos im See baden könnten.
Im Moment war es allerdings ziemlich kühl und ich konnte ein Zittern nicht unterdrücken.
Also beschloss ich, erstmal wieder zurück ins Zelt zu gehen.
Ich mümmelte mich in meinen Schlafsack und döste ein bisschen vor mich hin. Schlafen konnte ich noch nicht, dafür war es schlicht und einfach zu früh.
Aus der Ferne hörte ich leise Glocken zwölfmal schlagen.
Mitternacht.
Die Zeit der Geister und Wesen der Nacht.
Ich sah zu Mellie, sie schaute mich ebenfalls an und wir brauchten keine Worte, um uns abzusprechen. Fast gleichzeitig rappelten wir uns auf und krochen aus dem Zelt. Dabei brachte ich es fertig, mir eine ordentliche Schramme zu holen. Der Grund dafür war ein äußerst pieksiger Ast, den wir zuvor komischerweise nicht bemerkt hatten.
Schließlich standen wir fröstelnd draußen und gingen mal wieder in Richtung See. Einfach weil es uns dort hin zog. Man kann es nicht mit dem Verstand erklären, das ist vollkommen unmöglich.
Der Mond spiegelte sich immer noch im See und ich musste wieder an diesen seltsamen Schriftzug denken.
"Liesa", flüsterte Mellie, "das ist echt gruselig!" Sie griff nach meiner Hand und ich zog meine Allerbeste Freundin dicht an mich.
Mittlerweile standen wir direkt am Wasserrand des Sees. Ich streckte meine große Zehe ins Wasser. Und da geschah etwas seltsames.
Plötzlich wurde ich nämlich von einer unglaublich starken Kraft ins Wasser gezogen und weil ich Mellie immer noch an der Hand fest hielt, wurde sie hinterhergeschliffen.
Ein paar Sekunden lang schwebte ich orientierungslos im Wasser, dann schnappte ich nach Luft. Im Wasser.
Und stellte fest, dass ich tatsächlich Atmen konnte.
Außerdem bemerkte ich, dass meine Schramme am Knie, die ich mir vorhin ins Knie gerissen hatte, leuchtete.
Mit ein paar kräftigen Schwimmzügen schwamm ich an die Wasseroberfläche.
Das nächste, was ich feststellte, war, dass es taghell war.
Und dass der See anders aussah. Schon wieder. Am Ufer wuchs dichter Schilf, ich hörte Frösche quaken und ein paar Bäume standen auch da. Ich war nie sonderlich gut darin, zu erkennen, um was für Bäume es sich handelte, aber ich tippte auf Buchen.
Da sah ich auf einmal im Schilf etwas aufblitzen. Hinter mir hustete Mellie - sie schien nicht das Glück mit der Atmung gehabt zu haben - doch ich drehte mich nicht um, sondern schwamm mit ein paar Zügen zum Rand.
Das, was da so Im Schilf geglitzert hatte, war ein Amulett. Vorsichtig holte ich es heraus und betrachtete es. Doch in dem Moment, in dem ich es berührte, wurde mir auf einmal wieder schwarz vor Augen.
Das nächste, woran ich mich erinnere, ist, wie ich Im Zelt aufwachte und es darin kochend heiß war.
Mellie war schon nach draußen gekrochen.
Und obwohl ich ja sonst manchmal total anders handel als diese typischen Figuren aus einer von diesen Geschichten, musste ich mich jetzt natürlich fragen, ob ich das nicht alles nur geträumt hatte.
Die Antwort lieferte mir das, was mich an der Seite, auf der ich gerade lag, drückte.
Es war das Amulett.

Natürlich war es kein normales Amulett und natürlich war es nicht alles, was ich damit erlebte, doch alles zu erzählen, wurde den Rahmen von dieser Geschichte wirklich sprengen. Denn es waren wirklich die fantastischsten, grösten und abenteuerlichsten Ferien, die ich jemals erlebt habe. Deshalb lass nur noch gesagt sein, dass Mellie und ich in der nächsten Nacht wieder um Mitternacht auf Entdeckungstour gingen - mit dem Amulett - dass wir flogen und 53,9 Quadratkilometer des Regenwalds retteten. Aber das ist eigentlich eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

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Liebe Liesa,
jetzt bekommst auch du, wie ich es versprochen habe, ein Feedback für deine Geschichte „Melliesa und das Amulett der Bücher - wie alles begann“. Vielen Dank für deine Teilnahme am Wettbewerb!

Gleich am Anfang deiner Geschichte musste ich an meinen letzten Zelturlaub denken und habe sofort wieder Lust bekommen, erneut zelten zu gehen. Leider waren meine Zelturlaube nie so spannend wie deiner. So ein zauberhaftes Amulett erscheint einem wohl nur sehr selten. ;-)

Dadurch dass deine Geschichte der Anfang einer Reihe von Geschichten ist, ist sie natürlich schwer mit den anderen zu vergleichen. Gern würde ich wissen, wie es denn nun weitergeht und was deine Ferien so besonders machen, aber „wie alles begann“ ist eben erst einmal „nur“ die Einleitung. Als Einleitung hat mir deine Geschichte sehr gut gefallen. Ich habe gleich etwas über dich und deine Hobby Fotografieren erfahren (was du mit der Baum-Anekdote wirklich schön umschrieben hast!). Gern hätte ich auch noch etwas mehr über deine Freundin erfahren, aber vielleicht kommt das ja schon im zweiten Teil der Geschichte.

Insgesamt gefällt mir dein Schreibstil sehr gut. Du benutzt abwechslungsreiche Verben (wie z.B. hinterhergeschliffen), verschiedene Adjektive (wie taghell, pieksig) und beschreibst sehr genau, was passiert ist. Allerdings könntest du darauf achten, etwas weniger Füllwörter wie „erstmal“ zu benutzen. Das macht die Geschichte ein weniger schlanker und zielstrebiger.
Die vorgegebenen Wörter hast du elegant in die Geschichte eingebaut. Ich musste noch einmal genau hinschauen, damit sie mir überhaupt auffallen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung deiner Geschichte und hoffe, dass du fleißig weiterschreibst.

Liebe Grüße,
deine Formi

 

 
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