Vincents Geschichte: Vincent malt in Holland

Das Gemälde "Abendgebet" von Millet
Jean-Francois Millet: Abendgebet, 1857-9

Vincents Familie war 1882 nach Nuenen umgezogen. Im Dezember 1883 zieht auch Vincent in diese kleine holländische Stadt. Hier bleibt er zwei Jahre und malt fast 200 Gemälde.

Um das Malen mit Ölfarben zu lernen, beginnt Vincent, die Werke des Malers Jean-Francois Millet zu kopieren, der das Leben der Arbeiter und Bauern malte. Vincent hat 1884 sogar selbst einige Schüler, die er im Malen unterrichtet.

Diese Bilder malte Vincent in den Jahren 1882 bis 1885. Wie du siehst, gebrauchte er in seiner Anfangszeit recht düstere Farben. Damit stellte er z.B. holländische Landschaften und das Bauernleben dar.

Vincents Gemälde "Bauernhaus", 1883
Bauernhaus, November 1883
Gemälde von Vincent "Liegende Kuh", 1883
Liegende Kuh, August 1883, gemalt in Den Haag
Bauern beim Kartoffellegen
Kartoffelbauern

Am 27. März 1885 stirbt Vincents Vater nach einem Schlaganfall, die Beerdigung ist ausgerechnet an Vincents Geburtstag. Im April kommt es zu einem großen Familienstreit um das Erbe. Vincent will von dem Geld nichts haben.

Das Pfarrhaus in Nuenen
Das Pfarrhaus in Nuenen, 1885
Brief an Bruder Theo, 13.4.1885, Nuenen:
"(...) Ich glaube, ich werde am 1. Mai umziehen. Obwohl ich natürlich gut mit Mutter und unseren Schwestern auskomme, spüre ich, dass es so das Beste ist, denn auf lange Sicht wäre das Zusammenleben schwierig. Das hat nichts mit ihnen oder mir zu tun! Es hat damit zu tun, dass die Vorstellungen von Menschen, die ein gewisses Ansehen wahren wollen, mit den Vorstellungen eines Bauernleben-Malers, dem ein hoher Status egal ist, einfach nicht zusammen passen.
Wenn ich sage, dass ich ein Bauern-Maler bin, ist das wirklich so. Du wirst bald sehen und verstehen, dass ich mich als einer von ihnen und damit sehr wohl fühle. Es war nicht umsonst, dass ich viele Abende gemeinsam mit den armen Bergleuten, Torfstechern, Webern und Bauern beim Feuer gesessen und nachgedacht habe, sofern mir das Arbeiten dazu Zeit ließ. Ich arbeite weiter hart daran, ein Maler der armen Leute zu sein. Ich beobachte das Leben der Bauern und armen Menschen so intensiv, tagein, tagaus, dass ich kaum noch an etwas anderes denke."